Renaturierung der Auenwälder erhält die Biodiversität rund um den Bodensee

Ein grenzüberschreitendes Projekt für die Renaturierung von Wäldern am Bodensee trägt zu den Zielen der Strategie zum Schutz der biologischen Vielfalt und der Habitat-Richtlinie der EU bei.

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Auenwald an der Flussmündung der Bregenzer Aach – Bodensee 2009. © Bodensee-Stiftung Auenwald an der Flussmündung der Bregenzer Aach – Bodensee 2009. © Bodensee-Stiftung

" Wenngleich wir die großen, von uns geplanten Renaturierungsprojekte nicht umsetzen konnten, hatte das Projekt direkte Auswirkungen auf die Anerkennung der Bedeutung der Auenwälder am Bodensee. Heute wird ihre Konservierung in verschiedenen Managementplänen geregelt. "

Volker Kromrey, Projektmanager Bodensee-Stiftung

Auenwälder rund um den Bodensee sind die Heimat seltener Pflanzen und Tiere, wie etwa Silberweiden, Eschen, Goldamseln, Eisvögel und Biber. Im letzten Jahrhundert haben die Wälder beträchtlich unter der ansteigenden Bebauungsdichte und den Begradigungen von Flüssen und Wasserwegen gelitten. Heute sind die verbliebenen Waldgebiete klein und junge Weiden oder Eschen sehr selten.

Mit dem Projekt „Auenwaldrenaturierung“ ist man diese Probleme angegangen, indem eine Strategie für den Schutz der Auenwälder entwickelt wurde, die nach der Habitat-Richtlinie vorrangige Lebensräume sind. Daneben unternahm man Anstrengungen, um die Zusammenarbeit zwischen den Umweltschutzbehörden in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie mit Nichtregierungsorganisationen zu verbessern. So entstanden auch Synergien in den Bemühungen, das Biotop zu erhalten, was wiederum zu langfristigen Vorteilen wie Hochwasserschutz und Bekämpfung des Klimawechsels durch die Speicherung von CO2 in Auenwäldern beiträgt.

Machbarkeitsstudien ebnen den Weg für die Renaturierung

Während der ersten Projektphase wurde eine Analyse des Potenzials für die Renaturierung und Verjüngung der Auenwälder durchgeführt. Daraufhin wurden sechs repräsentative Waldgebiete mit vielversprechenden Aussichten für eine mögliche Renaturierung ausgewählt. In diesen Gebieten wurden Machbarkeitsstudien durchgeführt, in denen untersucht wurde, welche der vorgeschlagenen Renaturierungsmaßnahmen am effektivsten sind und sich am besten eignen, um die Biodiversität zu erhalten.

Sensibilisierung der Bevölkerung

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts war es, die Bevölkerung über die besonderen Eigenschaften, Bedürfnisse und Vorteile der Auenwälder sowie ihrer Flora und Fauna zu informieren. Eine Wanderausstellung, die mit Unterstützung der Deutschen Telekom und des „Naturschutzfonds Lebendige Wälder” durchgeführt wird, wird seit 2009 in den Gemeinden rund um den Bodensee gezeigt.

Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Auenwaldrenaturierung am Bodensee” belaufen sich auf 189 791 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programmzeitraum 2007-2013 mit 102 971 EUR über das operationelle Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein” beteiligt hat.

Datum des Entwurfs

27/05/2015