Vernetzung ist Trumpf

Das multidisziplinäre Kompetenzzentrum PROFACTOR im oberösterreichischen Steyr setzt auf Vernetzung zwischen industriellen Weltmarktführern, Forschungsinstitutionen und kleinen Betrieben in der Region. Wirtschaft und Beschäftigung erhalten dadurch neuen Schwung.

 Weitere Extras

 
Oberösterreichisches Know-How. Oberösterreichisches Know-How.

Hintergrund

Zu Beginn der 90er Jahre entwickelte sich die traditionelle Industrie- und Eisenstadt Steyr durch den Niedergang des größten Arbeitgebers zur Krisenregion. Durch die öffentlich geförderte Projektarbeit der Agentur FAZAT-Steyr konnte mit dem Schwerpunkt industrielle Forschung ein neues Standbein entwickelt werden. Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Wirtschafts- und Beschäftigungslage in der Region leistete schließlich die 1994 gegründete Vereinigung zur Förderung der Modernisierung der Produktionstechnologien in Österreich (VPTÖ). Sie unterstützt und stimuliert hochwertige industrielle Forschung sowie die Entwicklung und Einführung neuer Produktionskonzepte und neuer Technologien. PROFACTOR wurde 1995 als ihre gemeinnützige Tochtergesellschaft für den Schwerpunkt Grundlagenforschung gegründet.

Multidisziplinäre Lösungen

Die Umsetzbarkeit der Ergebnisse der PROFACTOR Forschungsprojekte erfolgt unmittelbar in den angeschlossenen Unternehmen durch angewandte Forschung. Symposien und Veranstaltungen sorgen für die Verbreitung der Ergebnisse und den Technologietransfer. Die Wissenschaftler von PROFACTOR haben ein umfangreiches Netzwerk zu industriellen Weltmarktführern und anderen Forschungsinstitutionen sowie zu einer Vielzahl von Klein- und Mittelbetrieben aufgebaut.

Das Projekt PROFACTOR II stellt eine Fortführung der 1. Ausbauphase (1995–2000) dar, wobei sich der inhaltliche Forschungsschwerpunkt auf die Schaffung neuer Systeme zur multidisziplinären Lösung von hochkomplexen Problemen konzentriert.

Diese Zielsetzung wird in drei Forschungsgebieten umgesetzt:

1. Holistic Engineering

2. Quality Controlled Production

3. Enterprise Integration Systems

Der Bereich Holistic Engineering setzt sich nach holistischen Prinzipien mit der Forderung nach immer kürzeren Prozess- und Produktentwicklungszeiten bei gleichzeitig steigenden technischen und qualitativen Anforderungen, sowie der Optimierung von bestehenden Produktionssystemen hinsichtlich Produktivität und Nachhaltigkeit auseinander. Forschungsschwerpunkte sind Themen wie simulationsgestützte Planung und Optimierung wie auch erneuerbare Energiesysteme.

Das Ziel des Forschungsbereichs Quality Controlled Production ist die Steigerung der Leistungsfähigkeit von Produkten und Anlagen durch den Einsatz neuer messtechnischer Methoden und Sensorensysteme. Für viele Aufgaben sind neue Bewertungsmethoden zu entwickeln. Inhaltliche Schwerpunktthemen sind komplexe Hochgeschwindigkeitsbearbeitung, Robot Vision, In-line Mess- und Inspektionssysteme zur Qualitätssicherung und Prozessleitung.

Neue Methoden in der Softwareentwicklung ermöglichen verkürzte Entwicklungszeiten. Die Zielsetzung des Forschungsbereichs Enterprise Integration Systems ist, diese Methoden auf Steuerungs- und Automatisierungssysteme zu übertragen, da damit verkürzte Entwicklungszeiten zu erwarten sind. Schwerpunkte sind Themen wie Multiagentensysteme, integrierte Unternehmensführung, Supply Chain Management, domänenneutrale Konfigurationssysteme.

Ergebnisse

Durch Bündelung der kreativen Kräfte sowie Ergänzung des oberösterreichischen Know-Hows durch das Know-How global agierender Wissenschaftler und Ingenieure werden strategisch und operativ Impulse in der gesamten produzierend tätigen Gesellschaft erarbeitet. Die gesamte Identität "Produktion" bezieht sich dabei nicht nur auf die bloße Fertigung von Hardware sondern auf die Gesamtheit der unternehmerischen Funktionen, von der Produktentwicklung über Organisation, Kommunikation, Prozessentwicklung, Fertigung bis zum Marketing mit Betriebswirtschaft in den für Oberösterreich relevanten Branchen.

Der Einsatz eines multidisziplinären Forscherteams und der „Profactor-eigene“ auf unterschiedlichen Kompetenzen beruhende Lösungsansatz ist ein Konzept, das sich von der ressourcenbasierten zu einer wissensbasierten Industrie entwickelt.

In 10 Jahren wurden Projekte von der industriellen Grundlagenforschung, über die angewandte Forschung bis hin zum Technologietransfer auf nationaler und internationaler Ebene durchgeführt. Durch die Einbindung einer Vielzahl von industriellen Partnern in diese Projekte wurde ein entsprechender Know-How-Transfer in die Industrie (speziell im KMU-Bereich) initiiert und begleitet.

Datum des Entwurfs

01/02/2006