Netzwerkzusammenarbeit für Innovation: der Materialcluster Styria

Ein regionaler Cluster nutzt Innovation zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen und zur Förderung der Investitionen in der Region.

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Ein Schneidwerkzeug, das länger hält und schneller schneidet, weil seine Titan-Nitrit-Beschichtung höheren Temperaturen standhält und die Reibung verringert. Ein Schneidwerkzeug, das länger hält und schneller schneidet, weil seine Titan-Nitrit-Beschichtung höheren Temperaturen standhält und die Reibung verringert.

Kontext

Die Obersteiermark hat stark unter dem Niedergang der Stahlindustrie in den 80er Jahren gelitten, weil die Wirtschaft seinerzeit fast vollständig von diesem Sektor abhing. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Umstrukturierung befand sich die Obersteiermark allerdings in einer relativ guten Position. Hier gab es zahlreiche Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte. Außerdem waren die politischen und wirtschaftlichen Verantwortungsträger der Steiermark und der Bundesregierung bei der Weiterentwicklung der Region außerordentlich engagiert.

Ungefähr 20 Jahre später zeigt die Umstrukturierung die gewünschten Ergebnisse. Die regionale Wirtschaft hat sich auf neue Produktionsbereiche eingestellt, was mit einem dramatischen Rückgang der Arbeitslosigkeit einhergegangen ist. Nunmehr besteht auch zunehmendes Interesse an Forschung und Entwicklung als Mittel zur Ausweitung dieser positiven Veränderungen. In Bezug auf die industrielle Forschung ist die Region besonders stark in den Bereichen Metalle, Plastik, Oxidmaterialien und Verbundwerkstoffe Der Materialcluster Styria wurde gegründet, um das volle Potenzial dieses Forschungsgebietes zu erreichen.

Das Projekt in Aktion

Die Hauptpartner des Materialcluster Styria sind die Steirische Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft mbH, die gegenüber der Steiermärkischen Landesregierung für die technologische und wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich ist, der Wirtschaftspark Obersteiermark mit dem Aufgabenschwerpunkt regionale Entwicklung sowie die Universität Leoben, die sich mit Metallurgie, Bergbau und Werkstoffen beschäftigt. Die Universität stellt nicht nur ihr Fachwissen in Forschung und Entwicklung, sondern auch die technische Leitung des Cluster zur Verfügung.

Der Materialcluster Styria ist im Wesentlichen ein Motor der Innovation. Mit seinen Partnern aus Industrie und Forschung fördert er vorausschauende Projekte in entscheidenden Werkstoffbereichen wie Oberflächen und Beschichtungen, durch die diese Mitglieder einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Darüber hinaus hat der Cluster zahlreiche Projekte mit anderen Cluster oder Unternehmen aus Mitgliedstaaten wie Slowenien, Kroatien, Tschechische Republik, Polen und Ungarn gestartet oder unterstützt.

Neben der Ankurbelung solcher Projekte ist der Cluster eindeutig eine Wissens- und Kompetenzquelle für Forschung und Entwicklung. Er unterstützt den Technologietransfer und die Weitergabe von Know-How und berät zum Thema Finanzierung und Fördermittel aus nationalen, europäischen und internationalen Programmen zur Förderung von F&E.

Ergebnisse

Der Cluster dehnt seinen Tätigkeitsbereich auch durch Marketing und sektorübergreifende, interdisziplinäre Netzwerkzusammenarbeit aus. Information und Bewusstseinsbildung erfolgen über eine Webseite und einen regelmäßig erscheinenden Newsletter sowie durch Besuche einzelner Unternehmen und Fachmessen, Studienreisen, Sitzungen und Veranstaltungen wie Runde Tische mit Industriellen und Regionalplanern. Im Jahr 2005 organisierte der Materialcluster Styria selbst 12 Bildungsveranstaltungen, Kongresse und Sitzungen zu Themen im Bereich F&E, die insgesamt fast 500 interessierte Unternehmensleiter zusammenbrachten.

Der Cluster vermittelt ein Bild, das seine bahnbrechenden dynamischen Entwicklungen widerspiegelt und das Unternehmen auch dazu veranlassen soll, in die Steiermark zu investieren oder den Betrieb dorthin zu verlagern. Der Cluster bietet Beratung und Betreuung von Unternehmen, die sich in der Region niederlassen wollen, in den Bereichen Management und Errichtung einer Infrastruktur unter Rückgriff auf lokale oder regionale Lieferanten.

Langfristig zielt der Cluster darauf ab, aus der Steiermark eine europäische Region der Spitzenleistungen im Bereich Werkstoffe zu machen. Die Netzwerkzusammenarbeit der Unternehmen, Universitäten, außeruniversitären Forschungszentren und öffentlichen sowie kommerziellen Einrichtungen wird deshalb intensiviert. Es besteht ebenfalls die Absicht, den Materialcluster Styria zu einem österreichischen Kompetenznetzwerk auszubauen, das in Europa eine hohe Sichtbarkeit genießt. Und schließlich wird die Vermarktung von „Werkstoffe Region Steiermark“ fortgeführt, und es besteht die Hoffnung, dass viele neue Unternehmen in die Region ziehen und wiederum einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur der Steiermark leisten werden.

Datum des Entwurfs

01/07/2006