Ein Stück Mittelalter erleben, nach Tiroler Art

Eine faszinierende Reise 700 Jahre zurück in die Vergangenheit – dieses tolle Erlebnis erwartet die Besucher der Burgenwelt Ehrenberg, die nach langjährigen, 1997 begonnenen Restaurierungsarbeiten wieder in altem Glanz erstrahlt.

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Besucher im Bann des nächtlichen Zaubers von Klause. Copyright: Burgenwelt Ehrenberg Besucher im Bann des nächtlichen Zaubers von Klause. Copyright: Burgenwelt Ehrenberg

„Dieses Projekt hat dazu beigetragen, dass die Besucherzahlen unserer Burgenwelten drastisch in die Höhe geschnellt sind – von früher rund 5 000 auf heute 140 000 pro Jahr.“
Armin Walch, Architekt und Projektleiter, Burgenwelt Ehrenberg

Künstler, Geschäftsleute und lokale Behörden und viele andere investierten Zeit und Geld und hatten die Passion, die Burgruinen in eine tolle Sehenswürdigkeit zu verwandeln. Heute umfasst die Burgwelt ein Mittelalterliches Museum, eine interaktive Erlebniswelt, Seminarräume und Räumlichkeiten für besondere Veranstaltungen.

Die Vielfalt der Baukunst – ein Zeugnis der Jahrhunderte

Das außergewöhnliche Burgensemble umfasst die Burg Ehrenberg (1293), die Klause (1480), Fort Claudia (1645) und die Schaufestung Schlosskopf (1741). Vor 1997 war die Burg wegen ihrer spektakulären Aussichten über das Reutte-Tal ein beliebtes Wanderziel, doch die Restaurierung der Ruinen ließ aufgrund von Geldmangel und wenig Interesse seitens der Eigentümer auf sich warten.

Dann nahm die Marktgemeinde Reutte die Sache in die Hand. Sie nahm die Herausforderung an, erwarb die Gebäude und kümmerte sich um die Startfinanzierung. 2001 wurde eine Vereinigung mit Architekt Armin Walch an der Spitze gegründet, um größere Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen. Der Erfolg spricht für sich: Die großen Besucherzahlen kommen der lokalen Wirtschaft zugute, einschließlich den Hotels, die einen steten Anstieg bei den Übernachtungen verzeichnen. Sechs Vollzeit- und vier Teilzeitbeschäftigte sowie rund 20 ausgebildete Burgführer sind nur einige der Einheimischen, die durch dieses Projekt ihren Lebensunterhalt verdienen und das Projekt mit Begeisterung unterstützen.

Kinder in der Welt des Mittelalters

Museumsbesucher können das Leben im Mittelalter buchstäblich aus erster Hand erfahren, da die Nachbildungen in der Burg angefasst und ausprobiert werden dürfen – das ist besonders toll für Kinder, welche die Hauptzielgruppe sind. In einem eigenen Kinderstockwerk steht Maskottchen „Ritter Rüdiger“ bereit, um die Kinder auf ihrer Reise zu begleiten. Die Burg umfasst darüber hinaus Gebäude und ein Veranstaltungsgelände, auf dem der Hit über den Ritter Rüdiger jahrelang gehört wurde. Regelmäßig stattfindende Mittelalter-Feste, wo die Teilnehmer in mittelalterlichen Kostümen und Trachten erscheinen, sind bei der Jugend sehr beliebt.

Wieder auferstanden

Die Festung Schlosskopf war buchstäblich unter der Erde begraben. Heute erstrahlt sie als barockes Bauwerk mit einem Laufradkran und einer Aussichtsplattform in neuem Glanz. Es finden Schnitzeljagden statt für Kinder, die auf dem Wanderweg nach Hinweisen suchen müssen. Aus den früheren Baracken der Klause wurden Seminarräume und Ferienappartements, und in einer restaurierten Salzscheune aus dem 17. Jahrhundert werden regionale Handwerks- und Handelstraditionen gezeigt. Die Scheune kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Dieses Projekt ist ein tolles Beispiel. wie Innovation, regionale Politikgestaltung und sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Akteuren funktionieren kann. Die Grundpfeiler solcher Projekte sind Vermittlungsorganisationen oder Partner (Netzwerkmanagement), die den Prozess überwachen.


Datum des Entwurfs

29/09/2010