Innovativer Alpen-Karpaten-Korridor – Wiederherstellung einer wichtigen Wanderroute für Wildtiere

RegioStars 2012 FinalistHochrangige Verkehrswege und Siedlungsgebiete unterbrechen zwischen den Alpen und den Karpaten eine traditionelle Wanderroute für Wildtiere. Grünbrücken und andere Maßnahmen dienen jetzt der Erhaltung und Wiederherstellung des Alpen-Karpaten-Korridors und sorgen dafür, dass sich Wildtiere gut entwickeln können.

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Die Gebirgszüge der Alpen und der Karpaten, die sich entlang der Grenze zwischen Österreich und der Slowakei erstrecken, sind Heimat der größten biologischen Vielfalt Mitteleuropas. Der Alpen-Karpaten-Korridor zwischen diesen Gebirgszügen war seit jeher eine wichtige Wanderroute für Wildtiere, die die Donau überquerten, und wurde durch die wirtschaftliche Entwicklung unterbrochen.

In der Region zwischen Wien und Bratislava liegt ein enormer Druck auf der Landnutzung. Es musste eine Lösung gefunden werden, wie ökologische Anforderungen mit der Wirtschaftstätigkeit verbunden werden können. Als Teil der EU-Strategie für die Donauregion (EUSDR) wird der Korridor nun wiederhergestellt, um die östlichen Ausläufer der Alpen wieder mit den Westkarpaten zu verbinden und die ökologische Vernetzung sowie die nachhaltige Entwicklung der gesamten Region zu fördern.

Gemeinsame grenzüberschreitende Plattform

Im Rahmen des Projekts haben sich zahlreiche Institutionen, NRO, Universitäten sowie Straßenbauunternehmen und regionale und nationale Behörden Österreichs und der Slowakei zur Einrichtung einer gemeinsamen grenzüberschreitenden Plattform zusammengefunden, die die Wanderung und den genetischen Austausch von Wildtierpopulationen ermöglicht.

Das Projekt, das als eines der ersten Projekte als Teil der EUSDR umgesetzt wird, soll ebenfalls den Erholungsfaktor der Region steigern und das Umweltbewusstsein der Bevölkerung stärken.

Aktionsplan für den Korridor

Das Ergebnis dieses Projekts ist ein gemeinsamer österreichisch-slowakischer Aktionsplan für den Korridor, der die Themen Landnutzung, Kommunikation, wissenschaftliche Grundlagen, Schutz und Raumplanung abdeckt. Bei Projektabschluss wird dieser Plan mit einem Durchführungshandbuch ergänzt, das für ähnliche zukünftige Projekte als Referenzmaterial dienen soll. Des Weiteren wird ein umfassendes Handbuch zum Thema Raumplanung verfasst, in dem die raumplanerischen Ziele in Planungsinstrumente für alle regionalen Behörden umgesetzt werden.

Derzeit befindet sich ein System von „Grünbrücken“ im Bau, die den Wildtieren eine einfache Überquerung ermöglichen sollen. Die erste Brücke dieser Art wird in Österreich über die Autobahn A4 Wien-Budapest gebaut. Eine ähnliche Überquerungshilfe für Wildtiere, die die ökologische Vernetzung verbessern soll, wird in der Slowakei über die Autobahn D2 von Bratislava nach Brünn gebaut.

Die Struktur des Korridors führte zur Einrichtung eines Forums für Vertreter dieser Regionen, in dem Ideen ausgetauscht und Lösungen erarbeitet werden, die sich nicht nur in einzelnen Schutzgebieten, sondern in der gesamten Region anwenden lassen.

Zur Sicherung der langfristigen Kontinuität unterzeichneten die Hauptinteressenträger ein Memorandum of Understanding, das in ihrem Zuständigkeitsbereich zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Zudem werden die relevanten Raumentwicklungspläne die Ergebnisse und Empfehlungen dieses Projekts auf regionaler und nationaler Ebene berücksichtigen.

Gesamtkosten und EU-Finanzmittel

Die förderfähigen Gesamtkosten des Projekts „Alpen-Karpaten-Korridor“ betragen 1 852 450 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 1 427 519 EUR für den Programmzeitraum von 2007 bis 2013 beteiligt.

Datum des Entwurfs

01/01/2007