Beitrag zu Niederösterreichs Verwandlung in ein „Land der Technologie“

RegioStars 2013 FinalistIm enorm erfolgreichen Technopolprogramm arbeiten drei niederösterreichische Städte mit Hightech-Einrichtungen eng zusammen. Das 2004 ins Leben gerufene Programm hat dazu beigetragen, die Wirtschaft der Region deutlich zu verändern. Dieser strukturelle Umbruch weg von einer eher ländlich geprägten Wirtschaft hin zu einem Standort für Hochtechnologie und Innovation, hat bereits einen Mehrwert von geschätzten 191 Mio. EUR und mehrere Tausend Arbeitsplätze geschaffen. Dieser Erfolg ist zum Teil den jüngsten Technopolprojekten zu verdanken, an denen sich Universitäten und kleine Unternehmen der Region beteiligen.

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„Technopole“ sind Gebiete, die eine Vielzahl verschiedener Unternehmen und Forschungsinstitute, die sich auf führende Technologien in einem oder mehreren Fachgebieten konzentrieren, zusammenbringen. Der rund um die Hauptstadt St. Pölten konzentrierte niederösterreichische Technopol hat sich in den letzten acht Jahren zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt – vor allem dank der Förderung von offener Innovation und der aktiven Beteiligung aller Interessengruppen.

Das niederösterreichische Technopolprogramm ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Innovationsstrategie und wird durch den EFRE im Rahmen des Ziels regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung finanziert. Das Programm bietet Rat und Dienstleistungen zu den Themen Innovation und Technologie, einer der sechs Säulen dieser Strategie. Es hat das Ziel, öffentliche und halböffentliche F&E-Einrichtungen als Orte der „technologieorientierten Wirtschaft“ aufzubauen sowie F&E und Wirtschaft miteinander zu verbinden.

Neues technologisches Wissen

In diesem Programm spielt die Zusammenarbeit zwischen am gleichen Ort angesiedelten Forschungspartnern, Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die alle einen gemeinsamen thematischen Fokus haben, eine wichtige Rolle. Durch die Zusammenarbeit bilden sie eine kritische Masse, welche die Entwicklung des Technopols weiter vorantreibt.

Das Programm zielt auf die Erzielung neuer technologischer Erkenntnisse sowie deren Umsetzung in der Unternehmenspraxis ab. Dies geschieht durch die Unterstützung der von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen geleisteten angewandten Forschung und die Bereitstellung vorhandener Problemlösungskompetenz für den gewerblichen Bereich. Zu guter Letzt ermöglicht es offene Innovation, indem es Forscher, Unternehmer und Studenten zusammenbringt.

Die Technopole konzentrieren sich derzeit auf drei Technologiebereiche, die auf drei bestimmte Gebiete abgestimmt sind, in denen die Region über einen Wettbewerbsvorteil verfügt:

• Technopol Krems für medizinische Biotechnologie

• Technopol Tulln für Agrar- und Umweltbiotechnologie

• Technopol Wiener Neustadt für moderne industrielle Technologien

Derzeit wird über die Aufnahme eines vierten Standorts in das Programm nachgedacht. Er liegt in Wieselburg und ist auf Bioenergie sowie Agrar- und Lebensmitteltechnologie spezialisiert.

Das Programm weist eine Reihe innovativer Aspekte auf. Dazu gehören die Entwicklung einer gemeinsamen Vision und Strategie während der halbjährlichen Treffen, der Austausch von Wissen während der „Frühstückstreffen“ ein oder zweimal im Monat und die Organisation mehrerer jährlicher Veranstaltungen wie der „Langen Nacht der Forschung“, während der seit 2008 über 20 000 Menschen verschiedene Technopoleinrichtungen besucht haben.

Beschäftigung für Hochschulabsolventen

Ein weiteres Hauptaugenmerk des Programms liegt auf den Studenten. An den Fachhochschulen in den verschiedenen Technopolstandorten studieren circa 5 200 Studenten, weitere 5 700 studieren im Rahmen der universitären Weiterbildung an der Donau-Universität Krems.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, Forschungsinstituten und den Fachhochschulen der Technopolstandorte. Am Technopolstandort Wiener Neustadt hat dies zum Masterstudiengang „Surfaces, friction and abrasion“ sowie einem erstklassigen Schulungslabor an den F&E-Einrichtungen des Standorts geführt, was gemeinsam das regionale Wachstum vorangetrieben hat. Viele Studenten haben auch in solchen Einrichtungen Arbeit gefunden.

Eine Wirkungsanalyse aus dem Jahr 2010 schätzte die Bruttowertschöpfung der in den Technopolen angesiedelten Unternehmen, die Niederösterreich unmittelbar zugutekommt, auf 191 Millionen EUR bzw. 62 %. Ungefähr 30 % kamen dem Ausland zugute und 8 % anderen österreichischen Bundesländern.

Im Rahmen des Technopolprogramms wurden bis jetzt über 100 Projekte betreut. Dadurch sind schätzungsweise fast 2 200 Arbeitsplätze entstanden, über 400 davon in neu gegründeten Unternehmen.


Dieses Programm war das wichtigste Instrument in der Umstellung der regionalen Wirtschaft von einer vor allem durch Landwirtschaft und Tourismus geprägten Basis auf wissensintensive Dienstleistungen und Kompetenzen.
Claus Zeppelzauer, ecoplus, Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH


Datum des Entwurfs

25/10/2012