Einwohner von Perg heizen mit Bioenergie

Das von einem Biomasseheizwerk gespeiste Fernwärmenetz wurde ausgebaut und versorgt so heute mehr Kunden mit bezahlbarer und nachhaltiger Energie.

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Zwischen 2009 und 2011 wurden 3,5 km zusätzliche Leitungen verlegt, sodass das Netz nun insgesamt 16 km lang ist und über 250 Kunden mit Heizwärme versorgt. Nicht nur Privatkunden, sondern auch öffentliche Gebäude, Schulen und Unternehmen heizen mit Energie, die aus Waldhackgut aus den großen oberösterreichischen Wäldern erzeugt wird.

Umweltfreundliche Energie aus lokalen Ressourcen

Hauptenergiequelle des von der Bioenergie Perg GmbH betriebenen Biomasseheizwerks ist maschinell zerkleinertes Holz. Das Holz stammt aus lokalen Wäldern. Es handelt sich um Stücke, welche die holzverarbeitende Industrie nicht verwenden kann und die somit weggeworfen würden, zum Beispiel Baumspitzen, abgebrochene Stücke und kleine Reste. Die beiden Kessel des Biomasseheizwerks erbringen eine Leistung von 2 000 bzw. 5 000 kW und verheizen jährlich 25 000 bzw. 30 000 m3 Holzchips.

Energie, die aus lokaler Biomasse gewonnen wird, hat gleich zwei Vorteile. Die Nutzung der erneuerbaren Energiequelle Holz bedeutet, dass Kohlendioxid (CO2), das während des Prozesses in die Atmosphäre gelangt, vorher durch Fotosynthese in den Bäumen gespeichert wurde und keine weiteren Treibhausgase freigesetzt werden – ein deutlicher Vorteil gegenüber fossilen Brennstoffen. Darüber hinaus handelt es sich bei Holz um eine lokale Ressource und der Transportaufwand wird auf ein Minimum beschränkt.

Energiesicherheit für die Zukunft

Der zweite Hauptvorteil des Biomasseheizwerks betrifft die Stabilität und Sicherheit der Ressource. Man kann davon ausgehen, dass Oberösterreichs ausgedehnte Wälder ausreichend Rohmaterial liefern können, um langfristig Wärme für die Einwohner von Perg zu erzeugen. Auch die Preisschwankungen fallen bei Holz deutlich geringer aus als bei fossilen Brennstoffen.

Biomasse in Form von Holzabfällen ist eine vielversprechende erneuerbare Energiequelle. Bioenergie Perg wurde deshalb kontinuierlich vom Bundesland Oberösterreich und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt, und zwar nicht nur beim Netzausbau, sondern auch beim ursprünglichen Bau des Heizwerks in Perg 2006. Das Projekt wurde auch später noch gefördert: Der EFRE kofinanzierte einen weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes, durch den 40 weitere Kunden angeschlossen wurden. Der zweite Ausbau wurde 2013 abgeschlossen.

Gesamtinvestitionen und EU-Mittel

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt „Bioenergie Perg – Netzausbau“ belaufen sich auf 759 640 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 163 552 EUR im Rahmen des operationellen Programms „Oberösterreich“ für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 unter der Prioritätsachse 1, „Wissensbasis und Innovation“, beteiligt hat.

Datum des Entwurfs

02/11/2015