Gesundheitstourismusinitiative in den österreichischen Bergen

RegioStars 2012 FinalistDie Initiative „Hohe Tauern Health“ (HTH) wurde 2008 in der österreichischen Region Oberpinzgau mit dem Ziel ins Leben gerufen, das am Rande gelegene, bergige Gebiet zu einem innovativen Reiseziel auszubauen und die anerkannte gesundheitsfördernde Wirkung der hiesigen Krimmler Wasserfälle zu nutzen.

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In den vergangenen Jahren stagnierte die Zahl der Touristen, die diesen Teil des Nationalparks Hohe Tauern nahe Salzburg besuchten. Die Regionalbehörden haben sich daher darangemacht, eine neue Palette von gesundheitsbezogenen touristischen Produkten zu entwickeln, bei denen die gesundheitsfördernde Wirkung einer bemerkenswerten lokalen Sehenswürdigkeit, der Krimmler Wasserfälle, im Mittelpunkt steht. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der feine Sprühnebel an den Wasserfällen eine heilende Wirkung für Asthma- und Allergieerkrankungen hat. Außerdem zeichnet sich die Nationalparkregion durch eine geringe Schadstoffbelastung, eine geringe Anzahl von Pilzsporen und eine kurze Blühsaison aus, weshalb sie ein geradezu prädestinierter Ort für eine Behandlung bzw. Kur bei Bronchialasthma ist.

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg hat die heilsamen Eigenschaften der Krimmler Wasserfälle seit 2006 untersucht und in der Nähe der Wasserfälle ein wissenschaftliches Labor eingerichtet.

Nutzung der heilenden Wirkung der Wasserfälle

Asthma und allergische Rhinopathie gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in den westlichen Gesellschaften. Ein Urlaub in dieser Region samt einem täglichen Spaziergang um die Wasserfälle kann die Symptome nicht nur während des Aufenthalts verringern. Die positive, heilende Wirkung der Wasserfälle hält über mehrere Monate an.

Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit den Regionalbehörden, dem regionalen Tourismusverband und der Verwaltung des Nationalparks ausgearbeitet. Im Rahmen einer ersten Machbarkeitsstudie wurden zahlreiche Themen angesprochen, zum Beispiel welche allergologischen Bedingungen Hotels zu erfüllen hätten, welche Möglichkeiten es für eine entsprechende Zertifizierung dieser Hotels gäbe, welche Hotels infrage kämen und ob eine ausreichende Menge von Hotels zusammenkommen würde. Aus diesen Untersuchungen sind 11 Drei- und Viersternehotels hervorgegangen, die anschließend gemeinsam an der Weiterentwicklung des Projekts mitgewirkt haben.

Die Hotels haben in die für die Klassifizierung als „Zertifizierte Allergikerhotels“ erforderlichen Renovierungs- und Anpassungsmaßnahmen investiert. Sie bieten allergenarme, von der Universität kontrollierte Zimmer an, damit die Gäste reizfrei durchschlafen können. Als Teil ihres „Premiumprodukts“ ist darüber hinaus der Zugang zu medizinischen Dienstleistungen gewährleistet.

Verbindung zwischen Medizinern und der Tourismusbranche

Die Verbindung zwischen Medizinern und der Tourismusbranche gewährleistet, dass sich Dienstleistungen für Touristen auf der Grundlage von bestätigten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Nachweisen entwickeln.

Diese Entwicklung lässt sich an der Anzahl von Touristen, die sich während der Sommersaison in Krimml aufhielten, ablesen: Die Anzahl stieg von 60 000 Urlaubern im Jahr 2008 auf 70 000 im Jahr 2009 und 78 000 im Jahr 2010, was einem Zuwachs von 30 % innerhalb von zwei Jahren entspricht.

Das Konzept allergikergerechter Hotels wurde ebenfalls von der örtlichen Holz- und Baubranche übernommen, die diese Idee bei der Konzeption und Herstellung von allergikerfreundlichen Produkten aus Holz (von Möbeln bis hin zu Häusern) aufgegriffen hat.

Das Projekt gilt für ähnliche Maßnahmen in der Region Salzburg und in angrenzenden Ländern bereits als Referenzprojekt.

Gesamtkosten und EU-Finanzmittel

Die förderfähigen Gesamtkosten des Projekts „Hohe Tauern Health“ betragen 500 000 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 125 000 EUR für den Programmzeitraum von 2007 bis 2013 beteiligt.

Datum des Entwurfs

01/01/2007