Gesundheit ohne Grenzen

Eine grenzüberschreitende Patientenbetreuung und der Austausch von Dienstleistungen sind ein weiteres Beispiel für die Bedeutung der interregionalen Zusammenarbeit – Arbeiten ohne Grenzen bedeutet Gesundheit ohne Grenzen.

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Projekte wie dieses helfen der EU dabei, gemäß den Vorgaben der Wachstumsstrategie EU 2020 bis zum Jahr 2020 eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft zu werden. Die EU sieht sich einigen schwierigen Herausforderungen gegenüber, unter anderem einer älter werdenden Bevölkerung, einer unzureichend qualifizierten Arbeitnehmerschaft, einem größeren Bedarf an Innovation, der Schaffung eines Gleichgewichts zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz sowie der Sicherstellung sicherer, sauberer Energielieferungen. Projekte im Bereich Regionalpolitik in der ganzen EU spielen bei der Bewältigung dieser und zahlreicher anderer Herausforderungen eine aktive Rolle. Dies geschieht durch die Durchführung von Projekten zur Schaffung von Arbeitsplätzen, der Verbesserung des Bildungsniveaus, der Entwicklung erneuerbarer Energiequellen, der Ankurbelung der Produktivität sowie zur Schaffung von Möglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Projekte und Regionen spielen hierbei eine wichtige Rolle, da sie echte Ergebnisse generieren, die zur Erreichung der wesentlichen Ziele der Strategie beitragen.

Beim Projekt „Healthacross“ geht es nicht nur um die grenzüberschreitende Arbeit zur Gewährleistung einer Gesundheitsversorgung ohne Grenzen. Für die Städte Gmünd in Niederösterreich und České Velenice in Südböhmen, die an der Grenze zwischen Österreich und der Tschechischen Republik liegen, kann es in manchen Fällen sogar den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen.

Die Bereitstellung von Nothilfe auf der tschechischen Seite der Grenze kann eingeschränkt sein. České Velenice verfügt zwar über einen Rettungsdienst, der nächste befindet sich jedoch 35 km entfernt in Třeboň, und das nächstgelegene Krankenhaus liegt 60 km entfernt in České Budějovice – Verzögerungen bei der Bereitstellung medizinischer Versorgungsleistungen können Leben kosten, und das obwohl sich das Krankenhaus in Gmünd auf der österreichischen Seite der Grenze nur einige Hundert Meter von der Grenze entfernt befindet. Ebenso wollen österreichische Patienten bestimmte medizinische Versorgungsdienste auf der tschechischen Seite der Grenze nutzen, so z. B. eine moderne Dialysestation in Jindřichův Hradec sowie die umfassenden Reha-Dienste. Aus diesem Grund brächten eine grenzüberschreitende Patientenbetreuung sowie der Austausch von Dienstleistungen für beide Partner enorme Vorteile mit sich.

Optimierung der Betreuung

Um diese Unterschiede zu bewältigen, zielt das Projekt durch eine Verbesserung der Reaktionszeiten der Nothilfedienste auf eine Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ab. So soll im Allgemeinen ein besserer Zugang zum Gesundheitswesen in der gesamten Grenzregion geschaffen werden. Außerdem wird es die angebotene Betreuung sowie die hierfür anfallenden Kosten durch die gemeinsame Nutzung von Ausrüstung und Personal optimieren. Auch eine verbesserte Zusammenarbeit wird bei der Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards für das Gesundheitswesen, der Beseitigung von Hindernissen sowie der Vereinfachung der Verlegung von Patienten helfen und somit die Kontinuität der Betreuung sicherstellen und die Grundfreiheiten der EU für alle Patienten garantieren. Die Förderung des Austauschs sowie der gemeinsamen Nutzung von Know-how und bewährten Verfahrensweisen werden langfristig bei der Einrichtung eines gemeinsamen, grenzübergreifenden Systems für das Gesundheitswesen helfen.

Strukturelle Planung für regionale Gesundheit

Um eine funktionierende grenzüberschreitende medizinische Versorgung zu bieten und eine Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu erreichen, musste sich das Projekt mit der gemeinsamen Entwicklung langfristiger struktureller Pläne für das regionale Gesundheitswesen befassen. Eine Reihe wichtiger rechtlicher und zollrelevanter Fragen musste angegangen werden, wie z. B. Vereinbarungen für Rettungsdienste, die die Grenze überqueren sowie Unterschiede bei den Kosten zwischen Österreich und der Tschechischen Republik im Hinblick auf die Bezahlung der Dienstleistungen.

Ein besonders wichtiges Thema für die EU ist die Finanzierung der Gesundheitsleistungen im Falle einer Beteiligung von Mitgliedstaaten mit erheblichen Gehaltsunterschieden. Im Rahmen von „Healthacross“ wurden ein struktureller Vergleich und ein Dienstleistungsindex erstellt, konkrete Leitlinien erarbeitet sowie rechtliche und zollrelevante Fragen koordiniert, unter anderem im Hinblick auf die Bezahlung grenzüberschreitender Dienstleistungen.

Datum des Entwurfs

29/08/2011