Ehemaliges Stahlwerk wird zu einem der wichtigsten Veranstaltungsorte in Graz

Die Ernennung von Graz zur Europäischen Kulturhauptstadt 2003 war mit der stärkste Antrieb für die Entscheidung, ein ehemaliges Stahlwerk zu einer Multifunktionshalle für kulturelle Veranstaltungen umzubauen.

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Das ehemalige Stahlwerk wurde in einen kulturellen Veranstaltungsort umgewandelt (Foto: Harald Eisenberger) Das ehemalige Stahlwerk wurde in einen kulturellen Veranstaltungsort umgewandelt (Foto: Harald Eisenberger)

Die Helmut-List-Halle, wie das Gebäude heute heißt, entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten musikalischen Veranstaltungsorte der Steiermark, in dem regelmäßig Kunstfestivals wie der Steirische Herbst oder Styriarte sowie internationale Konferenzen, Tagungen und andere Veranstaltungen stattfinden, wie etwa ein beliebtes Weinverkostungsfestival.

Ein Detail, das an dem elegant umgebauten Gebäude besonders hervorsticht, ist die Außenwand, die mit Österreichs größter Fotovoltaikanlage, bestehend aus 370 m² Solarzellen, ausgestattet wurde. Diese Zellen speisen jährlich 29 000 Kilowattstunden grünen Strom in das lokale Stromnetz ein. Um das Umweltbewusstsein der Besucher und Passanten zu steigern, wird die aktuelle Stromerzeugungsleistung des Systems auf digitalen Informationstafeln angezeigt, die in der Nähe des Halleneingangs installiert sind.

Anschubfinanzierung der EU zieht private und öffentliche Investitionen an

Gerhard Ablasser von der Stadt Graz erklärte, es handele sich bei dem Projekt um ein gutes Beispiel dafür, wie eine relativ geringe Anschubfinanzierung durch die EU dazu genutzt werden könne, weitere Finanzquellen – sowohl private (in diesem Fall EUR 2 370 000 ) als auch öffentliche (EUR 760 000 ) – aufzutun.

Die Halle mit ihren 2 400 Sitzplätzen ist für ihre gute Akustik bekannt und lockte während der ersten fünf Jahre ihres Bestehens 365 000 Besucher zu kulturellen Veranstaltungen.

Durch das erfolgreiche Projekt wurde Brachland westlich des Grazer Hauptbahnhofs saniert und kulturelle und Freizeiteinrichtungen in einen Stadtteil gebracht, der bis dahin vor allem gewerblich geprägt war. Mittlerweile ist das vorbildliche Solarenergiesystem der Halle zu einem der Wahrzeichen für das Ziel der Stadt geworden, sich als Standort für die Entwicklung umweltfreundlicher Energietechnologien zu etablieren.


Datum des Entwurfs

19/12/2012