Erzeugung von erneuerbaren Energien aus ungenutztem Gras mit DanubEnergy

Im Zuge eines grenzüberschreitenden Projekts wird ungenutztes Gras aus Überschwemmungsgebieten entlang der Donau und anderer mitteleuropäischer Flüsse in Biobrennstoffe umgewandelt und somit nachhaltige Energie erzeugt und die biologische Vielfalt erhalten.

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Das DanubEnergy-Projekt verwendet Gras von den Ufern der Überschwemmungsgebiete zur Erzeugung von Biokraftstoffen. Das DanubEnergy-Projekt verwendet Gras von den Ufern der Überschwemmungsgebiete zur Erzeugung von Biokraftstoffen.

" Als ich begann, an diesem Projekt mitzuwirken, wurde mir klar, dass die ungenutzten Grasressourcen wirklich enorm sind. Und jetzt ist der Import großer Mengen von Pellets quer über den Atlantik umso unverständlicher für mich. "

Bernhard Schneider, Energieagentur der Regionen, Projektleiter DanubEnergy

Mit der Entwicklung eines lagerfähigen Festbrennstoffs aus Biomasse von Uferrasen verfolgt das Projekt DanubEnergy ein dreifaches Ziel: Verbesserung des Erzeugungsprozesses durch Einführung einer neuen, hochgradig energieeffizienten Technologie für die Verarbeitung von Biomasse, Nutzung von bislang ungenutzten Materialien als Ausgangsstoffe für den Brennstoff und Versorgung des Marktes mit regional erzeugten hochwertigen Biobrennstoffen.

Anhand einer mobilen Demonstrationsanlage, die an 9 Projektstandorten in 7 Ländern installiert wurde, konnten die Vorteile der neuen Technologie gezeigt und ein Beitrag zu Machbarkeitsstudien, in denen untersucht wird, welche Rohstoffe und technologischen Parameter sich am besten für die jeweilige Region eignen, geleistet werden. Das Projekt wurde von Umweltverträglichkeitsprüfungen und sozioökonomischen Studien begleitet, um die regionale Nachhaltigkeit der Technologie zu ermitteln. Zugleich wurden die Projektbeteiligten durch einen gemeinsamen Ausbau der Kapazitäten für eine Fortsetzung des Programms über die Projektlaufzeit hinaus vorbereitet.

Erhalten der biologischen Vielfalt und Suchen nach neuen Quellen von Bioenergie

Viele Überschwemmungsgebiete sind wichtige Rückzugsgebiete für Vögel und andere nach den Vogel- und Habitat-Richtlinien der EU geschützten Arten. Zum Erhalt dieser Landschaften müssen Gras und Schilf jedes Jahr geerntet werden. Allerdings ist das Material zu reif, um als Futtermittel verwendet werden, und auch zu trocken für den gewöhnlichen Einsatz in Biogasanlagen. Wenn das Gras verrottet, wie es häufig der Fall ist, setzt es Treibhausgase frei.

Mit der neuen IFBB-Technologie (Integrierte Festbrennstoff- und Biogasproduktion aus Biomasse) kann das geerntete Ausgangsmaterial noch genutzt werden. Es wird in seine festen Bestandteilen, die zu Festbrennstoffpellets weiterverarbeitet werden, und in eine Flüssigkeit, die in Biogasanlagen zur Stromerzeugung vergoren wird, geteilt. Hierbei ersetzt es Mais. Biogasanlagen müssen den Anteil von Mais als Ausgangsmaterial senken, da er für die Energieerzeugung zu wertvoll und teuer ist.

Im Laufe des Projekts wurde eine Erhöhung der Anzahl an Arten im beobachteten Grasland verzeichnet, wie sich aus einer Studie für ein Überschwemmungsgebiet im Lainsitztal an der österreichisch-tschechischen Grenze ergibt (Schmidt, A., Eine botanische Analyse der Überschwemmungsgebiete des Modellvorhabens des Flusses Lainsitz, Gmünd 2013).


Gesamtinvestitionen und EU-Finanzmittel

Das Gesamtbudget des Projekts "Verbesserung der Ökoeffizienz der Bioenergieerzeugung und -versorgung in den Gebieten des Donaubeckens und anderer Überschwemmungsgebiete in Mitteleuropa – DANUBENERGY" beläuft sich auf 1 777 824 EUR, wobei sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 1 381 677 EUR über das operationelle Programm “Mitteleuropa” für den Programmplanungszeitraum 2007 bis 2013 daran beteiligt.


Datum des Entwurfs

19/12/2014