Verknüpfung von Wirtschaft, Forschung und Entwicklung in Niederösterreich

RegioStars 2012 FinalistDas Technopolprogramm im Bundesland Niederösterreich verwandelt öffentliche und halböffentliche Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (F & E) in Zentren für “technologieorientierte Unternehmen“, die Unternehmen anlocken und die Wirtschaft mit der Forschung und Entwicklung verknüpfen.

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Die Strategie des Technopolprogramms sah die Schaffung einer kritischen Masse von innovativen Unternehmen, Hochschulbildungs- sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen vor, die alle an einem Standort konzentriert sind und über einen klaren Themenschwerpunkt verfügen. Das Programm zielt nicht nur auf neue technologische Erkenntnisse, sondern auch auf die Umsetzung dieses Know-hows in der Unternehmenspraxis sowie auf die Stärkung der niederösterreichischen Wirtschaft ab.

Seit 2004 hat das Bundesland Niederösterreich seine regionale Wirtschaft von einer ländlichen zu einer hightech- und innovationsfreundlichen Wirtschaft umgestaltet. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie stellte die Einrichtung von „Technopolen“ dar, um Wirtschaft und Forschung im Hinblick auf die Förderung des Strukturwandels in der niederösterreichischen Wirtschaft zusammenzubringen.

Bildung von Clustern in Bereichen mit Wettbewerbsvorteil

Das Technopolprogramm ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Innovationsstrategie Niederösterreichs und wird durch den EFRE im Rahmen des Ziels regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung finanziert. Um die Innovationsanforderungen von in der Region ansässigen Unternehmen zu erfüllen, bestand ein wesentliches strategisches Ziel darin, in Bereichen, in denen die Region über einen Wettbewerbsvorteil verfügt, Cluster zu bilden.

Die folgenden drei Standorte, die auf unterschiedliche Technologiesektoren abzielen, wurden ausgewählt:

  • Technopol Krems für Medizinische Biotechnologie;
  • Technopol Tulln für Agrar- und Umweltbiotechnologie;
  • Technopol Wiener Neustadt für Moderne Industrielle Technologien.

In Bezug auf einen weiteren Standort, Wieselburg, der sich auf Bioenergie und Agrar- und Lebensmitteltechnologie spezialisiert, wird derzeit über eine Aufnahme in das Technopolprogramm entschieden.

Brückenbildung zwischen der Wirtschaft und Universitäten

Das vorrangige Ziel des Programms besteht darin, Brücken zwischen der Wirtschaft und Universitäten zu bauen. Dies wird durch die Förderung offener Innovationen erreicht, an denen Unternehmen, Wissenschaftler, Studenten und andere relevanten Interessengruppen beteiligt sind.

Im Rahmen des Programms wird die von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen geleistete angewandte Forschung unterstützt und die vorhandene Problemlösungskompetenz dem gewerblichen Bereich zur Verfügung gestellt. Die Technopole erbringen ihre Dienstleistungen in enger Zusammenarbeit mit anderen regionalen Serviceanbietern für den Innovations- und Technologietransfer, zu denen beispielsweise Cluster, Fördereinrichtungen, Technologiezentren und regionale und nationale Behörden zählen.

Einer Wirkungsanalyse aus dem Jahr 2010 zufolge belief sich die Bruttowertschöpfung der in den Technopolen Niederösterreichs angesiedelten Unternehmen auf rund 191 Millionen EUR. Davon kamen etwas mehr als 119 Millionen EUR bzw. 62 % direkt dem Bundesland Niederösterreich, rund 30 % dem Ausland und 8 % anderen österreichischen Bundesländern zugute.

Die Technopol-Standorte beschäftigten 2009 insgesamt 1 386 Personen direkt, und das erfolgreiche Programm kann mit Sicherheit als einen der Pfeiler der regionalen Innovationsstrategie Niederösterreichs angesehen werden.

Gesamtkosten und EU-Finanzmittel

Die förderfähigen Gesamtkosten des Projekts „Technopolprogramm Niederösterreich“ betragen 6 192 361 EUR, an denen sich der Europäische Fonds für regionale Entwicklung mit 2 738 336 EUR für den Programmzeitraum von 2007 bis 2013 beteiligt.

Datum des Entwurfs

01/01/2007