Lieber früh beginnen! Interkulturelle Erziehung für Kinder, Schüler und Lehrer

Das EU-finanzierte Projekt koordiniert grenzüberschreitende Bildungsaktivitäten, die es slowakischen und österreichischen Schulkindern ermöglichen, die Sprache und Bräuche ihrer Nachbarn kennenzulernen.

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" Unser Ziel war es, das kulturelle Verständnis von Schülern, Eltern und Lehrern zu verbessern, und dank der Offenheit der teilnehmenden Schüler, die als Kulturbotschafter fungiert haben, wurden die Aktivitäten und Ziele des Projekts auf kommunaler Ebene übernommen. "

Bernhard Schausberger, Projektmanager

Die Region Niederösterreich hat im Jahr 2004 eine Initiative ins Leben gerufen, mit der das Erlernen der Sprachen ihrer Nachbarländer in den Kindergärten und Schulen an der Grenze mithilfe eines methodisch-didaktischen Konzepts gefördert wird. Im Rahmen der Initiative wurden zahlreiche Ausflüge in mehrere Kindergärten in der Slowakei unternommen, um Kontakte zu knüpfen und die Grundlagen für eine umfassendere Zusammenarbeit zu legen. Das Projekt des zweisprachigen Kindergartens in Wolfsthal beruht darauf.

Ziel des Projekts war die Koordinierung grenzüberschreitender Bildungsaktivitäten, die es slowakischen und österreichischen Schulkindern ermöglichen, die Sprache und Bräuche ihrer Nachbarn kennenzulernen. Das kulturelle Verständnis der Eltern und Lehrer wurde ebenfalls verbessert. Im Zuge dessen konnten bestimmte Hindernisse aus dem Weg geräumt und eine regionale interkulturelle Kompetenz etabliert werden.

Kulturbotschafter

Allerdings ist die Vereinigung fremder Kulturen und Menschen nie eine einfache Sache, selbst wenn sie Nachbarn sind. Da das übergeordnete Ziel des Projekts darin bestand, das Fremde in Vertrautes umzuwandeln, setzte man auf Schulkinder, die als Kulturbotschafter auftreten sollten.

Im Vertrauen auf die Offenheit der teilnehmenden Schüler, die – anders als viele Erwachsene – nicht von Vorurteilen und Ängsten gehemmt sind, versuchte das Projekt, kulturelle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Die Schüler wurden aufgefordert, ihre Erfahrungen an Eltern, Geschwister und Großeltern weiterzugeben. Viele von ihnen haben sich daraufhin selbst aktiv an den Aktivitäten beteiligt. Nach dem Projektbeginn in den Kindergärten wurde das Programm auf Gymnasien und später auf lokale Entscheidungsträger ausgeweitet, die einige der Aktivitäten dann auf kommunaler Ebene übernommen haben.

Ein voller Erfolg

Im Zuge des Projekts wurden 25 Sprachlehrer eingestellt, die speziell für die Koordinierung der grenzüberschreitenden Lernaktivitäten wie Spiele, Gesang in beiden Sprachen, Turnen, kultureller Unterricht und Sprachkurse zuständig sind. Darüber hinaus wurden für die zweisprachigen Aktivitäten neue Hilfsmittel und Lehrmaterialien entwickelt.

Die Zahlen sprechen für einen vollen Erfolg des Projekts: 78 Kindergärten und Gymnasien haben sich beteiligt und es wurden 47 grenzüberschreitende Partnerschaften zwischen Schulen geschaffen. Insgesamt haben fast 5 000 Kindergartenkinder und 3 000 Gymnasiasten am Projekt teilgenommen. Zusätzlich entstanden 55 neue Arbeitsplätze.

Die möglicherweise größte Errungenschaft des Projekts ist jedoch die Begeisterung für kulturelles Lernen, die nicht nur die Schulkinder, sondern auch Projektpartner, Eltern und Lehrer erfasst hat. Noch heute, nachdem das Projekt schon länger abgeschlossen ist, nutzen viele Schulen die Methoden und Aktivitäten, die ursprünglich im Rahmen des zweisprachigen Kindergartens Wolfsthal entwickelt wurden.


Gesamtinvestition und EU-Mittel

Die Gesamtinvestition für das Projekt „Zweisprachiger Kindergarten in Wolfsthal“ beläuft sich auf 939 748 EUR, von denen 798 780 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des operationellen Programms „Europäische territoriale Zusammenarbeit Österreich – Slowakei“ für den Programmplanungszeitraum 2007-2013 finanziert werden.


Datum des Entwurfs

26/01/2018