In eigenen Worten - Ergebnisorientierung: Messung der Wirkung von Strukturfonds in Dänemark

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18/04/2017

In Zusammenarbeit mit dem dänischen Statistikamt und den Regionen Dänemarks hat die dänische Wirtschaftsbehörde ein Instrument zur Messung der Wirkung regionaler Wachstumspolitik in Dänemark entwickelt.

Im Zeitraum 2014-2020 werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Europäischen Sozialfonds rund 400 Millionen EUR in die Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen in Dänemark fließen. Wie in allen anderen Mitgliedstaaten werden die Leistungen und Ergebnisse der dänischen Strukturfondsprojekte anhand verschiedener und zum Teil gemeinsamer Indikatoren gemessen. Diese Indikatoren sind zwar hilfreich, in ihrer Aussagekraft aber begrenzt, weil sie im Rahmen einer Selbstevaluation und nur während der Projektlaufzeit angewendet werden. Die wichtigsten Ergebnisse der dänischen Strukturfondsprojekte werden jedoch meist erst einige Jahre nach Abschluss eines Projekts sichtbar. 

Aus diesem Grund haben sich die dänische Wirtschaftsbehörde und die Foren für regionales Wachstum mit dem dänischen Statistikamt zusammengetan, um zu messen, welche Ergebnisse an Strukturfondsprojekten beteiligte Unternehmen beispielsweise im Hinblick auf Beschäftigung und Umsatz sowohl während der Projektlaufzeit als auch, wichtiger noch, nach Abschluss des Projekts erzielen. 

Ob die Strukturfondsprojekte etwas bewirkt haben oder nicht, wird gemessen, indem die Entwicklung der teilnehmenden Unternehmen mit Kontrollgruppen verglichen wird, d. h. mit ähnlichen Unternehmen, die nicht an Strukturfondsprojekten beteiligt waren. Verzeichnen die Teilnehmer ein erheblich höheres Wachstum als die Kontrollgruppe, deutet das auf eine positive Wirkung der Teilnahme hin. 

Die aktuellsten Messergebnisse berücksichtigen etwa 150 Strukturfondsprojekte, die im Zeitraum 2010-2012 gestartet wurden. An diesen Projekten nahmen über 7000 Privatunternehmen teil, deren Wachstum spätestens Ende 2015 gemessen und mit Kontrollgruppen verglichen wurde (die letzten Daten stammen aus dem Jahr 2015). Die Wirkungsmessung ergab, dass die Strukturfondsprojekte zur Schaffung von etwa 4200 privaten Vollzeitarbeitsplätzen mit einem Wert von rund 75 000 EUR pro Arbeitsplatz beigetragen haben. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse der Wirkungsmessung, dass die Projekte den beteiligten Unternehmen zu einer Umsatzsteigerung von schätzungsweise 850 Millionen EUR verholfen haben. 

Die ersten entsprechenden Wirkungsmessungen für den Programmzeitraum 2014-2020 werden voraussichtlich 2018 abgeschlossen sein. Im Fokus dieser Messungen werden jedoch nicht nur die teilnehmenden Unternehmen, sondern auch die beteiligten Personen stehen. Denn insbesondere im Rahmen von Strukturfondsprojekten ist es oft relevant zu messen, ob etwa Arbeitslose einen Arbeitsplatz gefunden oder junge Menschen eine Ausbildung abgeschlossen haben. Auch dies lässt sich anhand der Daten des dänischen Statistikamts evaluieren. 

HANS HENRIK NØRGAARD

Chefberater, dänische Wirtschaftsbehörde

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