Operationelles Programm 'Świętokrzyskie'

Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels „Konvergenz“ kofinanziertes Programm

Polen

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Die Europäische Kommission billigte am 19. Dezember 2007 ein operationelles Programm für die Region Świętokrzyskie in Polen für den Zeitraum 2007-2013 im Rahmen des Ziels „Konvergenz“. Der Gesamtetat des Programms beläuft sich auf rund 854Mio. EUR, und die Gemeinschaft stellt aus dem EFRE etwa 726 Mio. EUR bereit (ca. 1,1 % der gesamten EU-Investitionen in Polen im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013).

1. Zweck und Ziel der EU-Investitionen

Das operationelle Programm für die Region Świętokrzyskie ist das erste finanziell tragfähige und koordinierte Mehrjahresprogramm von entwicklungspolitischer Bedeutung für die Region. Strategische Ziele sind die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Entstehung eines wettbewerbsfähigen Wirtschaftslebens in der Region sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Das Programm bezweckt die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, des sozialen Zusammenhalts und der Zugänglichkeit, die Förderung des einzigartigen wirtschaftlichen und kulturellen Potenzials der Region sowie die nachhaltige Nutzung der Umwelt.

Das operationelle Programm wird maßgeblich zum Strukturwandel in der Region und zur Umsetzung der in der erneuerten Strategie von Lissabon für Wachstum und Beschäftigung festgelegten Ziele beitragen, da mehr als 32 % des Programmbudgets für diese Ziele bereitgestellt werden.

2. Erwartete Auswirkungen der Investitionen

Einem gesamtwirtschaftlichen Hochrechnungsmodell folgend, werden in der Region Świętokrzyskie 2,1 % des BIP zusätzlich aufgrund des Programms erwirtschaftet und etwa 3700 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zu den weiteren Auswirkungen zählen die erwartete Erschließung von 250 Hektar Industriezonen, finanzielle Unterstützung für etwa 1000 kleine und mittlere Betriebe sowie Sanierungen von Straßen von ca. 450 km Länge.

3. Prioritätsachsen

Die Struktur des Programms umfasst folgende Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Wirtschaftsförderung [rund 18 % der Gesamtfinanzierung]

Das operationelle Programm Świętokrzyskie betrifft die Kofinanzierung von Vorhaben bezüglich Entwicklung und Ausbau von regionalen Clustern, gemeinsamer Investitionen von Firmengruppen und des verstärkten Einsatzes von IT und fortgeschrittener Regelungstechnik. Die Kombination von Investition und Innovation sollte das Zusammenspiel von Unternehmenssteuerungssystemen verbessern und die Ergebnisse optimieren. Die Unterstützung bezieht sich auch auf Projekte für den Auf- und Ausbau von Industrie-, Wissenschafts- und Technologieparks, Gründer- und Innovationszentren.

Direkte Wirtschaftsförderungseinrichtungen werden wesentliche Impulse zur Erbringung neuer Dienstleistungen an UnternehmerInnen erhalten, während Sonderkreditfonds, Garantiefonds und ähnliche Finanzinstrumente für indirekte Wirtschaftsförderung bereitgestellt werden.

Prioritätsachse 2: Innovationsförderung, Ausbau der Informationsgesellschaft und Steigerung des regionalen Investitionspotenzials [rund 15 % der Gesamtfinanzierung]

Über diese Prioritätsachse sollen Innovationen im Bereich der Regionalwirtschaft gefördert werden. Spezielle Schwerpunkte sind die Förderung von unternehmerischer Initiative sowie die Zusammenarbeit zwischen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (F&E, beispielsweise Hochschulen und spezialisierte Gesundheitszentren) und Betrieben mit dem Ziel, moderne Technologien verstärkt weiterzugeben und Qualifikationen zu verstärken. Mit den Mitteln sollen auch Bau, Modernisierung und Ausrüstung von Labors finanziert werden, die sich auf Dienstleistungen für Betriebe und bestimmte Forschungsprojekte in Bereichen von besonderer Bedeutung für den Bezirk Świętokrzyskie spezialisiert haben.

Finanziert werden auch Werbemaßnahmen, Medienkampagnen und Ausstellungen sowie Informationssysteme in Bezug auf Investitionstätigkeit und Tourismus (einschließlich Beratungsservice für Investoren). Neue Industriezonen bzw. Erweiterungen bestehender Zonen werden ebenso von dieser Prioritätsachse profitieren.

Prioritätsachse 3: Qualitative Verbesserung des Regionalverkehrs [rund 24,8 % der Gesamtfinanzierung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse werden Aktivitäten im Hinblick auf den Ausbau und die Modernisierung von Straßennetzen unterstützt. Dabei sollen qualitative Verbesserungen und räumlicher Zusammenhalt in Bezug auf das nationale und das europäische Verkehrssystem erwirkt werden. Diese Priorität betrifft vor allem die wichtigen Regional- und Ortsstraßen. Der Wechsel von Straßen- auf Schienenfahrzeuge im Bereich des Personenverkehrs wird zur Verbesserung der Beförderungsdienste und zur Reduzierung der schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt beitragen.

Prioritätsachse 4: Aufbau einer Umweltschutz- und Energie-Infrastruktur [rund 14 % der Gesamtfinanzierung]

Zahlreiche Dörfer und Städte der Region verfügen weiterhin über keinen Zugang zur Wasserversorgung. Aufgrund veralteter Abwassersysteme könnte es zu Umweltkontaminierungen kommen. Der Schwerpunkt dieser Prioritätsachse liegt daher auf dem Auf- und Ausbau einer modernen Infrastruktur für Wasserversorgung und Kanalisation. Darüber hinaus werden Mülltrennungs- und -verbrennungsanlagen errichtet bzw. modernisiert, alte Müllhalden saniert und illegale Deponien abgebaut. Die Modernisierung bzw. der Ausbau neuer Energieträger und die Sanierung der öffentlichen Versorgungsbetriebe werden zu höherer Energieeffizienz und zu Verbesserungen in der Heizleistung beitragen. Im Rahmen von Hochwasserschutzmaßnahmen werden Dämme und Wasserreservoirs modernisiert und Flussläufe begradigt.

Prioritätsachse 5: Qualitative Verbesserung der sozialen Infrastruktur und Investitionen in Kulturerbe, Sport und Tourismus [rund 15 % der Gesamtfinanzierung]

In Bezug auf die Anzahl an Vollzeitstudenten ist Świętokrzyskie in Polen an letzter Stelle gereiht, da zahlreiche junge Menschen aus der Region abwandern. Investitionen in Bildungseinrichtungen (insbesondere Projekte im Zusammenhang mit der sozialen Basis der akademischen Einrichtungen) ergänzen daher ähnliche Programminvestitionen. In kleineren Städten werden sich die Förderungen auf Errichtung, Aufbau, Modernisierung und Ausstattung von Bildungszentren beziehen.

Medizinischen Einrichtungen wird moderne medizinische Ausrüstung zur Verfügung gestellt, während lokale und regionale Kultureinrichtungen bei Bedarf modern ausgestattet bzw. modernisiert werden. Weitere Förderungen werden für die Erschließung des kulturellen Erbes und den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur im Tourismus aufgewendet: Hotel- und Gaststättengewerbe, Freizeit- und Erholungseinrichtungen sowie Rad- und Wanderwege sind davon betroffen.

Prioritätsachse 6: Stadtentwicklung und Revitalisierung von Kleinstädten [etwa 10,2 % der Gesamtfinanzierung]

Die Region ist reich an Fremdenverkehrsattraktionen und Kulturschätzen, die maßgeblich zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum beitragen könnten. Weite Gebiete von Świętokrzyskie stehen jedoch permanent unter dem Druck von Marginalisierung und Ausgrenzung als Folge von Langzeitarbeitslosigkeit, Armut und Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte. Kleinstädte, deren Investitionsleistung begrenzt ist, sind davon am stärksten betroffen.

Diese Prioritätsachse ist auf die Durchführung anspruchsvoller Projekte zur Erneuerung vernachlässigter Bereiche in der Stadt Kielce und verschiedenen Bezirken ausgerichtet. Die Projekte umfassen Tourismus, Verkehrsinfrastruktur und Kulturerbe und sollen den öffentlichen Raum und die Ausstellungs-Infrastruktur aufwerten.

Prioritätsachse 7: Technische Hilfe [rund 3 % der Gesamtfinanzierung]

Über diese Prioritätsachse werden Projektentwicklungs- und -umsetzungsprozesse, der Steuerungs- und Umsetzungsvorgang sowie Werbe- und Informationsmaßnahmen unterstützt.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Świętokrzyskie'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007PL161PO018

Number of decision

C/2007/6888

Datum der endgültigen Annahme

19/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Wirtschaftsförderung 130 645 308 23 055 056 153 700 364
Innovationsförderung, Ausbau der Wissensgesellschaft und Steigerung des regionalen Investitionspotenzials 108 871 090 19 212 545 128 083 635
Qualitative Verbesserung des Regionalverkehrs 180 026 034 31 769 300 211 795 334
Aufbau einer Umweltschutz- und Energie-Infrastruktur 101 096 872 17 840 624 118 937 496
Qualitative Verbesserung der sozialen Infrastruktur und Investitionen in Kulturerbe, Sport und Tourismus 108 871 090 19 212 545 128 083 635
Stadtentwicklung und Revitalisierung von Kleinstädten 74 522 654 13 151 057 87 673 711
Technische Hilfe 21 774 218 3 842 509 25 616 727
Gesamtausgaben 725 807 266 128 083 636 853 890 902