Operationelles Programm 'Pommern'

Für die Woiwodschaft Pomorskie, Konvergenzziel, Kofinanzierung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Polen

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Am 6. September nahm die Europäische Kommission das Regional-entwicklungsprogramm für die Region Pommern in Polen mit dem Titel „Operationelles Programm für die Woiwodschaft Pomorskie“ für den Zeitraum 2007-2013 an. Dieses Programm beinhaltet eine gemeinschaftliche Förderung von Pommern im Rahmen des Ziels „Konvergenz“. Das Programm ist mit insgesamt 1,3 Milliarden EUR ausgestattet, und die gemeinschaftliche Förderung durch den EFRE beläuft sich auf 885 Mio. EUR (etwa 1,3 % der gesamten EU-Investitionen in Polen im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013).

1. Zweck und Ziel der EU-Investition

Bei dem operationellen Regionalprogramm für die Woiwodschaft Pomorskie handelt es sich um das erste breit angelegte, koordinierte, mehrjährige Entwicklungsprogramm der Region auf einer finanziell stabilen Grundlage. Das strategische Ziel des Programms besteht in der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, des sozialen Zusammenhalts und der Anbindung der Region sowie in der Verwirklichung ihres einzigartigen wirtschaftlichen und kulturellen Potenzials bei gleichzeitiger Sicherstellung einer nachhaltigen Umweltnutzung.

Dementsprechend wird das operationelle Regionalprogramm für die Woiwodschaft Pomorskie das wichtigste Instrument der Region zur Realisierung des Strukturwandels darstellen. Ebenso wird es entscheidend zur Verwirklichung der Lissabon-Strategie beitragen, auf deren Ziele mehr als 47 % der Gesamtmittel des Programms entfallen.

2. Erwartete Wirkung der Investition

Nach einer makroökonomischen Modellberechnung sind im Rahmen des Programms eine Steigung des BIP um 3,4 % sowie die Schaffung von mehr als 7000 neuen Arbeitsplätzen zu erwarten. Die Arbeitslosenquote dürfte mit der Programmdurchführung um 0,7 Prozentpunkte sinken.

3. Schwerpunkte

Das Programm hat folgende Ziele:

1. Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft sowie Anhebung der Qualifikationen der Bevölkerung;

2. Verbesserung der Investitionsanreize von Städten und ihrer Verbindungen untereinander;

3. Verbesserung der Standortanreize und der Attraktivität für den Fremdenverkehr;

4. Überwindung von Entwicklungshindernissen in Gebieten mit geringem Entwicklungspotenzial.

Das Programm gliedert sich in folgende Schwerpunkte:

Schwerpunkt 1: Entwicklung und Innovation in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Vorgesehen sind Instrumente zur direkten und indirekten finanziellen Förderung von KMU. Die Zuschüsse werden Projekte unterstützen, die in Unternehmen mit hohem Entwicklungspotenzial Arbeitsplätze schaffen und Innovationen sowie die Wettbewerbsfähigkeit auf dem nationalen und dem internationalen Markt fördern sollen. Die Projekte sollten darauf abzielen, den Wirkungsgrad der Verwendung von Rohstoffen und Energie zu erhöhen. Durch indirekte Unternehmensförderung sollen Instrumente wie spezielle Kreditmittel, Garantiefonds und andere Instrumente der Kapitalförderung geschaffen und gestärkt werden. Der KMU-Sektor in der Region wird leichter Beratung durch Spezialisten erhalten. Diese Dienstleistungen sollten auf transparente und bedarfsgerechte Weise von Unternehmensverbänden erbracht werden. Den Schlüssel zur Schaffung eines effizienten Unternehmensumfelds wird das Innovationsnetz bilden, das Organisationen umfasst, die Innovationen hervorbringen und diese wirksam aus Forschung und Entwicklung auf die Wirtschaft übertragen. Um ein günstiges Unternehmensumfeld zu erzielen, ist es wichtig, die Region und ihre Wirtschaft zu fördern. Hiermit sollen Investoren angezogen und polnische Unternehmen darin unterstützt werden, internationale Geschäftsbeziehungen aufzubauen.

Schwerpunkt 2: Wissensgesellschaft

Qualifizierteres Humankapital lässt sich durch die Förderung von Bildungs- und Forschungseinrichtungen an Universitäten heranziehen, wobei besonderes Schwergewicht darauf gelegt wird, die Fähigkeit der Schulen zu stärken, hochwertige Bildung zu vermitteln, und sicherzustellen, dass der Unterricht dem tatsächlichen Bedarf des Arbeitsmarkts und des dynamischen Wirtschaftswandels entspricht. Dazu gehört die Einführung moderner und flexibler Ausbildungsgänge an den Universitäten sowie vielfältiger attraktiver und bezahlbarer Fortbildungskurse (einschließlich Spezialisierungskursen). Wissen und Informationen werden leichter zugänglich durch die Einrichtung neuer und besserer Infrastrukturen, die Informations- und Kommunikationstechnologien fördern, und die finanzielle Unterstützung der Entwicklung elektronischer Dienstleistungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft. Besonders wichtig ist dabei die Verbesserung der Lage in den Gebieten, die weit von den größeren Städten der Region entfernt liegen.

Schwerpunkt 3: Städtische und großstädtische Gebiete

Die Investitionsanreize, das Stadtgefüge und der Fremdenverkehr werden sich durch bessere Verkehrssysteme, insbesondere im öffentlichen Verkehr, und als Ergebnis umfassender Initiativen zur Sanierung von Industriebrachen und zur Modernisierung des städtischen Raums (insbesondere des öffentlichen Raums) verbessern; dies wird großstädtische und supra-urbane Funktionen fördern oder stärken.

Schwerpunkt 4: Regionale Verkehrssysteme

Das Verkehrssystem der Region bedarf der Förderung, damit die Straßen- und Schienennetze modernisiert und ausgebaut werden können. Die Projekte sollten zur Verbesserung des räumlichen Zusammenhalts der Region, zu effizienteren Verbindungen zwischen den regionalen, nationalen und europäischen Verkehrssystemen, zur besseren Nutzung des wirtschaftlichen Potenzials der einzelnen Teile der Region und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.

Schwerpunkt 5: Umwelt und umweltfreundliche Energie

Die Investitionen der Region werden darauf abzielen, dass die Verpflichtungen aus dem Beitrittsvertrag im Bereich der Abfallwirtschaft erfüllt werden. Investitionen in die Wasserwirtschaft werden in einigen Teilen der Region von entscheidender Bedeutung sein. Projekte zur Umweltüberwachung werden die Maßnahmen ergänzen. Es ist zu erwarten, dass eine umfangreichere Nutzung der reichen Quellen erneuerbarer Energien der Region und die Durchführung von Energiesparprojekten der Umwelt zugute kommen.

Schwerpunkt 6: Fremdenverkehr und kulturelles Erbe

Der Schlüssel für die nachhaltige Entwicklung der Region liegt in ihrer Attraktivität für den Fremdenverkehr. Diese wird durch eine nachhaltige Nutzung des einzigartigen natürlichen und kulturellen Reichtums der Region gestärkt. Die Projekte sollten auf diversifizierten Fremdenverkehr abzielen und die Fremdenverkehrsinfrastruktur, das kulturelle Erbe sowie die Schaffung und Förderung von Fremdenverkehrsprodukten umfassen. Die Entwicklung eines integrierten Systems der Fremden-verkehrsinformation wird die Projekte unterstützen.

Schwerpunkt 7: Gesundheits- und Katastrophenschutz

Die Gesundheit der Bevölkerung dieser Region erfordert entscheidende Maßnahmen zur Verbesserung der flächendeckenden Gesundheitsversorgung und ihrer Qualität, insbesondere im Bereich der Prävention und Früherkennung von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Eine Schlüsselrolle des Systems der gesundheitlichen Versorgung wird darin bestehen, das Rettungs- und Katastrophenschutzsystem auszubauen und zu verbessern, das Teil des nun im Aufbau befindlichen integrierten regionalen Rettungssystems ist. Zur Verbesserung des Systems der gesundheitlichen Versorgung und – unter allgemeineren Gesichtspunkten – zur Verbesserung der Sicherheit der Gemeinden der Region werden Anstrengungen unternommen, um ein integriertes regionales Katastrophenschutzsystem, einschließlich seiner medizinischen Komponente, einzuführen.

Schwerpunkt 8: Örtliche Grundinfrastruktur

Um ausländische Investitionen anzuziehen, Arbeitsplätze zu schaffen und die Lebensqualität der Bevölkerung in der Region zu verbessern, sind Maßnahmen erforderlich, welche die Lücken in der Grundinfrastruktur, insbesondere zwischen Städten und dem ländlichen Raum, schließen. Die entsprechenden Projekte sollten sich vor allem mit dem Bedarf an örtlicher Straßen-, Wirtschafts- und Fremdenverkehrsinfrastruktur beschäftigen. Zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Beitrittsvertrag werden Wasserwirtschaftsprojekte durchgeführt.

Schwerpunkt 9: Örtliche soziale Infrastruktur und private Initiativen

Teile der Region, die unter sozialen und wirtschaftlichen Problemen leiden, insbesondere ländliche Gebiete, bedürfen der Förderung zur Verbesserung der Qualität und der Zugänglichkeit der sozialen Infrastruktur (Bildung, Sport, Gesundheitswesen). Gleichzeitig benötigen diese Gebiete starke Anreize, die die örtlichen Gemeinden dazu veranlassen, sich an kleinen Projekten (einschließlich Infrastrukturprojekten) zu beteiligen; der nichtstaatliche Bereich könnte hier als Katalysator wirken. Die Projekte in diesen beiden einander ergänzenden Bereichen bieten eine echte Möglichkeit zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung.

Schwerpunkt 10: Technische Hilfe

Projektförderung bei der Verwaltung und Durchführung des operationellen Regionalprogramms für die Woiwodschaft Pomorskie, Publizität und Information über die Projektentwicklung und -durchführung.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Pommern'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007PL161PO015

Number of decision

K(2007)4209

Datum der endgültigen Annahme

04/09/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
KMU-Entwicklung und -Innovation 185 863 810 123 909 206 309 773 016
Wissensgesellschaft 61 954 603 20 651 534 82 606 137
Städt. und großstädt. Gebiete 106 207 892 45 517 668 151 725 560
Regionales Verkehrssystem 203 565 125 67 855 042 271 420 167
Umwelt und umweltfreundliche Energie 61 954 604 20 651 535 82 606 139
Fremdenverkehr und kulturelles Erbe 44 253 288 14 751 096 59 004 384
Gesundheits- und Katastrophenschutz 35 402 630 11 800 877 47 203 507
Örtliche Grundinfrastruktur 123 909 207 21 866 331 145 775 538
Örtliche soziale Infrastruktur und private Initiativen 35 402 630 6 247 523 41 650 153
Technische Hilfe 26 551 973 8 850 658 35 402 631
Gesamtausgaben 885 065 762 342 101 470 1 227 167 232