Operationelles Programm 'Sardinien'

Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“

Italien

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Am 20. November 2007 billigte die Europäische Kommission ein operationelles Regionalprogramm für Sardinien (Italien) für den Zeitraum 2007-2013. Das operationelle Programm fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ und verfügt über einen Gesamtetat von rund 1,7 Mrd. EUR. Die Gemeinschaft stellt aus dem EFRE rund 681 Mio. EUR bereit. Dies entspricht etwa 2,4 % der gesamten EU-Fördermittel, die im Rahmen der Kohäsionspolitik im Zeitraum 2007-2013 für Italien vorgesehen sind.

1. Zweck und Ziel des Programms

Das operationelle Programm für Sardinien zielt auf die mangelnde Infrastruktur und das unzulängliche Dienstleistungsangebot in den Bereichen Wasser, Abfall, Gesundheit, Breitbanddienste, Wirtschaft und Tourismus ab. Das Programm ist daher darauf ausgerichtet, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die Attraktivität der Region zu stärken, indem es die Verbreitung von Innovation unterstützt, das Potenzial der lokalen Identität und Traditionen fördert und die natürlichen Ressourcen schützt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Programms ist der Klimawandel. So befasst sich das Programm nur mit nachhaltigen Verkehrsträgern, mehr als 11 % der Mittel sollen in erneuerbare Energiequellen und Energieeffizienz investiert werden, und 24 % der Mittel sind für die Förderung der Infrastruktur und der Dienstleistungen in den Bereichen Forschung und Innovation vorgesehen – mit besonderem Fokus auf der Ausweitung des Anteils der privatwirtschaftlichen Forschung.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Im Rahmen des Programms sollen 5 500 neue Arbeitsplätze, davon 1 200 für Frauen, geschaffen werden. Es wird ein Rückgang des CO2-Ausstoßes um 26 % erwartet, während die Produktivität kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), gemessen an der Wertschöpfung, um voraussichtlich 9 % wachsen wird. Eine weitere erwartete Wirkung ist ein verbesserter Wert beim zusammenfassenden Innovationsindex des Europäischen Innovationsanzeigers (European Regional Innovation Scoreboard). Erwartet wird ein Anstieg von 0,23 (2006) auf 0,43 bis zum Ende des Programmplanungszeitraums im Jahr 2013.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm gliedert sich in folgende Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Informationsgesellschaft [ca. 10,0 % der Gesamtförderung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse sollen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) eingeführt und dazu genutzt werden, die Dienste der Informationsgesellschaft qualitativ zu verbessern und ihre Zugänglichkeit zu erhöhen. Diese Prioritätsachse umfasst Maßnahmen zur Unterstützung von E-Government (elektronische Behördendiensten) und E-Citizenship sowie die Einrichtung von Breitbanddiensten in Regionen, die von der digitalen Kluft betroffen sind.

Prioritätsachse 2: Eingliederung, Sozialdienste, Bildung sowie Einhaltung von Recht und Gesetz [ca. 9,5 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse fördert Dienste und Infrastruktur, die darauf abzielen, das Risiko der sozialen Ausgrenzung zu vermindern sowie die Konzepte der Integration und Nichtdiskriminierung in der Bevölkerung der Region zu verankern. Weitere Elemente dieser Prioritätsachse sind die Bereitstellung von Diensten zur Bekämpfung des Schulabbruchs sowie die Verbesserung der Einhaltung von Recht und Gesetz und der Sicherheit im Allgemeinen.

Prioritätsachse 3: Energie [ca. 11,0 % der Gesamtförderung]

Ziel dieser Prioritätsachse ist es, durch die Förderung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energiequellen eine nachhaltige Entwicklung in Gang zu setzen.

Prioritätsachse 4: Umwelt, Attraktivität der Natur- und Kulturschätze, Tourismus [ca. 22,5 % der Gesamtförderung]

Die Strategie im Rahmen dieser Prioritätsachse ist auf eine effiziente und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie die Erschließung der Natur- und Kulturschätze ausgerichtet. Ziel der Prioritätsachse ist es, die Attraktivität der Region zu steigern und einen nachhaltigen Tourismus zu unterstützen.

Prioritätsachse 5: Stadtentwicklung [ca. 18,0 % der Gesamtförderung]

Im Mittelpunkt der territorialen Prioritätsachse steht die Förderung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region. Zu diesem Zweck sollen Unterschiede bei der Entwicklung in der Region beseitigt sowie der Lebensstandard und die Lebensqualität in den Städten und in benachteiligten Gebieten verbessert werden.

Prioritätsachse 6: Wettbewerbsfähigkeit [ca. 27,0 % der Gesamtförderung]

Das globale Ziel dieser Prioritätsachse besteht darin, Forschung und Innovation in den Unternehmen zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungszentren und Unternehmen zu fördern, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Im Rahmen dieser Prioritätsachse fließen auch Mittel in Projekte zur Entwicklung von Strukturknotenpunkten (Clustern) und Bezirken.

Prioritätsachse 7: Technische Hilfe [ca. 2,0 % der Gesamtförderung]

Die technische Hilfe im Rahmen dieser Prioritätsachse zielt darauf ab, die Programmdurchführung effektiver und effizienter zu gestalten und sicherzustellen, dass relevante Informationen über das Programm und die Kohäsionspolitik der Europäischen Union der breiten Öffentlichkeit und den Begünstigten zugänglich gemacht werden.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Sardinien'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007IT162PO016

Number of decision

C/2007/5728

Datum der endgültigen Annahme

20/11/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Informationsgesellschaft 68 067 176 102 100 765 170 167 941
Eingliederung, Sozialdienste, Bildung sowie Einhaltung von Recht und Gesetz 64 663 818 96 995 726 161 659 544
Energie 74 873 894 112 310 841 187 184 735
Umwelt, Attraktivität der Natur- und Kulturschätze, Tourismus 153 151 147 229 726 721 382 877 868
Stadtentwicklung 122 520 918 183 781 377 306 302 295
Wettbewerbsfähigkeit 183 781 377 275 672 065 459 453 442
Technische Hilfe 13 613 435 20 420 153 34 033 588
Gesamtausgaben 680 671 765 1 021 007 648 1 701 679 413