Operationelles Programm 'Apulien'

Im Rahmen des Ziels „Konvergenz“, kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Italien

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Am 20. November 2007 billigte die Europäische Kommission für den Zeitraum 2007-2013 ein operationelles Programm für Apulien.

Das operationelle Programm wird im Rahmen des Ziels „Konvergenz“ mit einem Gesamtetat von rund 5,2 Mrd. EUR durchgeführt. Die Gemeinschaftsförderung über den EFRE beträgt 2,6 Mrd. EUR.

1. Zweck und Ziel des Programms

Die Kohäsionspolitik in Apulien im Zeitraum 2007-2013 soll in erster Linie den Zweck verfolgen, eine vollständige Konvergenz der Region im Hinblick auf Wachstum und Beschäftigung zu erreichen und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.

Für das vom EFRE kofinanzierte operationelle Regionalprogramm für Apulien gelten drei Ziele:

  • Steigerung der Attraktivität der Region durch Verbesserung ihrer Zugänglichkeit, Gewährleistung der Qualität ihrer Dienste und Erhaltung ihrer ökologischen Potenziale - dies soll erreicht werden durch ein nachhaltiges Entwicklungsmodell auf der Grundlage eines effizienteren Energieverbrauchs und einer wesentlichen Steigerung der Erzeugung erneuerbarer Energien.
  • Förderung von Innovation, unternehmerischer Initiative und Entwicklung der wissensgestützten Wirtschaft sowie Unterstützung von Spezialisierungen und produktiven Gebieten.
  • Schaffung besserer Voraussetzungen für Wohlergehen und soziale Eingliederung.

Diese Ziele des EFRE-Programms ergänzen eine Reihe übergreifender Makro-Ziele, die für Apulien von grundlegender Bedeutung sind. Sie sind für jeden der Hauptinterventionsbereiche relevant:

  • nachhaltige Entwicklung
  • Chancengleichheit
  • Raumordnungsaspekt der Entwicklung.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Das Programm für Apulien, eines der umfangreichsten EFRE-Programme in Italien, soll folgende Wirkungen erzielen:

  • BIP-Wachstumsrate zwischen 2,4 und 3,1% (reale durchschnittliche Jahresschwankung in %).
  • Beschäftigungswachstum bis zu einem Stand von 48,6 - 50%.
  • Die Verringerung der Emissionen von Treibhausgasen, vor allem von CO2, wird mit ca. 6,5% veranschlagt und soll durch Verbesserungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln (insbesondere beim Schienenverkehr) erreicht werden und zu einer geringeren Nutzung von Privat-PKW führen. Auch die stetige Steigerung der Erzeugung erneuerbarer Energien soll zu diesem Ziel beitragen.
Ferner wurden operationelle Ziele im Hinblick auf die Nachhaltigkeit der Verkehrsträger, Abfalltrennung, den Anteil der erneuerbaren Energien, Tourismus in der Nebensaison sowie öffentliche und private Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) festgelegt, die eine systematischere Nachbegleitung des Programms ermöglichen (nicht nur in finanzieller Hinsicht).

3. Prioritäten

Das operationelle Programm des EFRE für Apulien umfasst 8 Prioritäten:

Priorität 1: „Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Förderung von Forschung und Innovation und Verbreitung der Ergebnisse“

In Einklang mit der Lissabonner Strategie besteht das Hauptziel darin, Forschung und Innovation sowie die Informationsgesellschaft stärker in den Dienst der regionalen Wettbewerbsfähigkeit zu stellen, dazu sollen die engen Verbindungen zwischen Fachwissen und Kapazitäten der regionalen Produktion besser genutzt werden, um den Herausforderungen der globalen Märkte erfolgreich begegnen zu können. Die Anhebung des derzeitigen Niveaus der regionalen Innovation verlangt insbesondere ein Konzept, das auf der Verbreitung von Kenntnissen unter den Unternehmen sowie im Wirtschaftssystem allgemein basiert.

Besondere Bedeutung wird hierbei die Förderung der Entwicklung fortgeschrittener digitaler Dienste erhalten, vor allem mit Blick auf KMU und innovative öffentliche Dienstleistungen für Unternehmen und die Einwohner der Region.

Priorität 2: „Nachhaltige und effiziente Nutzung von Umwelt- und Energieressourcen für die Entwicklung“

Ziel dieser Priorität ist es, in Einklang mit den Göteborg-Leitlinien eine nachhaltige und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen zu unterstützen und die ökologische Nachhaltigkeit sowie angemessene umweltbezogene Dienstleistungen für Öffentlichkeit und Wirtschaft zu gewährleisten. Einen besonderen Schwerpunkt werden in diesem Zusammenhang die Optimierung eines integrierten Kreislaufs von Wasser- und Abfallressourcen, die Verhinderung der Bodenerosion sowie Maßnahmen im Bereich der natürlichen und technologischen Risiken bilden.

Das Programm wird zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Steigerung des Anteils der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Energie beitragen, damit der Ausstoß von Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre erheblich gemindert werden kann.

Priorität 3: „Soziale Eingliederung und Dienstleistungen für die Verbesserung der Lebensqualität und die Steigerung der Attraktivität der Region“

Die Priorität ist vor allem darauf ausgerichtet, Wohlergehen und Sicherheit der Einwohner in der Region zu gewährleisten und allgemein bessere Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Regionale Prioritäten werden sich daher konzentrieren auf: a) die Stärkung der Infrastrukturnetze in den Bereichen Soziales und Gesundheit und die Verbesserung der Zugänglichkeit von Diensten in Ballungsgebieten und anderen Räumen, b) die Verbesserung der Versorgungsdienste für Einzelpersonen und Familien und c) die Gründung neuer Unternehmen in den Bereichen Gesundheits- und Sozialfürsorge: Besonderer Schwerpunkt ist die Steigerung der Sicherheit und Legalität des Umfeldes, in dem die Einwohner und Unternehmen der Region arbeiten.

Priorität 4: „Förderung des Potenzials an natürlichen und kulturellen Ressourcen im Interesse der Attraktivität und Entwicklung der Region“

Das Hauptziel dieser Priorität besteht darin, mehr Touristen anzuziehen. Dies soll durch die Integration von umwelt- und kulturpolitischen Komponenten in die Tourismuswirtschaft erreicht werden.

Im Mittelpunkt dieser Priorität werden innovative Projekte stehen, die durch Sensibilisierung der Akteure der Tourismuswirtschaft für die Produkt- und Marktnischen mit dem höchsten Mehrwert eine Steigerung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit bewirken sollen; angestrebt wird dabei, mehr Touristen aus dem Ausland anzuziehen und den Tourismus in der Nebensaison zu stärken. Vor allem soll erreicht werden, dass ein ganzheitliches Image Apuliens im Hinblick auf Gastfreundlichkeit und Qualität der angebotenen Leistungen präsentiert wird.

Bei der Förderung neuer Formen des Tourismus wird die regionale Strategie gezielt Umwelt, Ökosystem und biologische Vielfalt in den Vordergrund stellen. Den Ausgangspunkt werden der Nationalpark Gargano sowie zahlreiche weitere Schutzgebiete bilden.

Priorität 5: „Netze und Mobilität“

Fast alle Maßnahmen dieser Priorität dienen dem Ziel, nachhaltige Verkehrsträger zu unterstützen (Schienenverkehr und Häfen).

Das Programm soll die regionale Mobilität verbessern, insbesondere durch a) Aufbau eines regionalen öffentlichen Verkehrssystems mit integrierten Netzen, Diensten und Tarifen, b) Entwicklung lokaler und städtischer Verkehrsnetze, die sich durch Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit auszeichnen, c) Aufbau einer integrierten und multifunktionalen regionalen Logistikplattform, die zur Verbesserung der Situation der Unternehmen in der Region beitragen kann, auch durch Anziehung nationaler und ausländischer Investitionen und durch Einrichtung zugänglicher Dienste für den gewerblichen Verkehr im Mittelmeerraum.

Priorität 6: „Wettbewerbsfähigkeit der Produktionssysteme und Beschäftigung“

Im Mittelpunkt dieser Priorität steht die Unterstützung des Strukturwandels der regionalen Industrie. Vorgesehen ist die Unterstützung der wettbewerblichen Neupositionierung der dem Wettbewerb durch Schwellenländer besonders ausgesetzten traditionellen Branchen durch Förderung von Neugründungen und Konsolidierung von Unternehmen, die spezielle Produkte mit Mehrwert herstellen. Durch die regionale Strategie sollen Bedingungen geschaffen werden, die Standortgründungen vorteilhafter machen und Strategien des Produktionssystems für die Expansion auf internationale Märkte begünstigen. Die Strategie soll außerdem Netze und Strategien für Produktionsketten stärken.

Im Rahmen dieser Priorität ist eine selektive Unterstützung vorgesehen, etwa für Projekte zur Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit, ferner soll der Zugang zu Risikokapital für KMU erleichtert werden.

Priorität 7: „Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität von Städten und städtischen Systemen“

Ziel dieser Priorität ist die Förderung von Initiativen zur Stärkung der historischen, kulturellen und ökologischen Ressourcen der apulischen Städte und Stadtgebiete, in denen ein Abwanderungsrisiko besteht.

Zwei Arten von Maßnahmen sind vorgesehen: a) integrierte Stadtentwicklungspläne, bei denen Initiativen im Vordergrund stehen, die auf ökologische Nachhaltigkeit bzw. deren Stärkung ausgerichtet sind vor allem dazu betragen sollen, die Ausbreitung von Städten zu begrenzen. Gegenstand dieser Maßnahme sind mittelgroße Städte und/oder große Städte mit physischen, sozialen und/oder ökologischen Problemen; b) integrierte Entwicklungspläne für kleine Stadtzentren, die auch zur Verbesserung der Infrastrukturnetze (z.B. Verkehr, ökologische Netze, die wieder eine Verbindung zur natürlich und kulturellen Umwelt herstellen sollen) sowie zur Sanierung von Industriebrachen und anderen Gebieten beitragen sollen.

Priorität 8: „Staatliche Verwaltung, institutionelle Kapazitäten und wettbewerbsfähige und effiziente Märkte“

Der Erfolg der regionalen Entwicklung einer Region hängt stark von der Rolle der öffentlichen Verwaltung ab.

Das Ziel dieser Priorität besteht darin, die Kapazitäten der Verwaltungen für die Planung und Verwaltung von EFRE-Mitteln auszubauen und eine stärkere Einbeziehung der Wirtschafts- und Sozialpartner zu erreichen. Besondere Bedeutung werden Initiativen erhalten, die die Beteiligung verschiedener Arten öffentlicher und privater Akteure an der Durchführung und Bewertung des operationellen Programms sowie an den damit verbundenen Informations- und Publikationstätigkeiten unterstützen.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Apulien'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007IT161PO010

Number of decision

C/2007/5726

Datum der endgültigen Annahme

20/11/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Förderung von Forschung und Innovation und Verbreitung der Ergebnisse 290 500 000 290 500 000 581 000 000
Nachhaltige und effiziente Nutzung von Umwelt- und Energieressourcen für die Entwicklung 454 000 000 454 000 000 908 000 000
Soziale Eingliederung und Dienstleistungen für die Verbesserung der Lebensqualität und die Steigerung der Attraktivität der Region 285 000 000 285 000 000 570 000 000
Förderung des Potenzials an natürlichen und kulturellen Ressourcen im Interesse der Attraktivität und Entwicklung der Region 196 000 000 196 000 000 392 000 000
Netze und Mobilität 525 000 000 525 000 000 1 050 000 000
Wettbewerbsfähigkeit der Produktionssysteme und Beschäftigung 551 000 000 551 000 000 1 102 000 000
Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität von Städten und städtischen Systemen 260 000 000 260 000 000 520 000 000
Staatliche Verwaltung, institutionelle Kapazitäten und wettbewerbsfähige und effiziente Märkte“ 57 521 978 57 521 978 115 043 956
Gesamtausgaben 2 619 021 978 2 619 021 978 5 238 043 956