Operationelles Programm 'Lernumgebungen'

Multiregionales operationelles Programm, aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm im Rahmen des Ziels „Konvergenz“

Italien

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Am 7. August 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein multiregionales operationelles Programm für die italienischen Regionen Kalabrien, Kampanien, Apulien und Sizilien für den Zeitraum 2007-2013.

Das Programm „Lernumgebungen“ (Ambienti per l’Apprendimento) fällt unter das Ziel „Konvergenz“. Seine Gesamtkosten betragen ca. 495 Mio. EUR. Die Gemeinschaftshilfe aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beträgt ca. 248 Mio. EUR; dies entspricht etwa 0,9 % der gesamten von der EU im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Italien vorgesehenen Mittel.

1. Zweck und Ziel des Programms

Durch das Programm sollen für Schüler wie für Erwachsene die Zugangsmöglichkeiten zum schulischen Umfeld und dessen Attraktivität gesteigert werden. Insofern ergänzt das Programm „Lernumgebungen” das breiter angelegte Bildungsprogramm des Europäischen Sozialfonds (ESF). Beide Programme sind darauf ausgerichtet, das Niveau der grundlegenden Lernkompetenzen zu heben, indem eine bessere Ausrüstung und Infrastruktur, bessere Schulgebäude und bessere Einrichtungen für Schüler, Lehrer und erwachsene Abendschüler bereitgestellt werden. Der Schule kommt in schwer zugänglichen, abgelegenen Gebieten eine besonders wichtige Rolle zu. Besonderes Augenmerk erhält auch die Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit.

2. Voraussichtliche Auswirkungen der Investitionen

Durch das Programm wird sich die Schüler-Computer-Quote voraussichtlich um zwei Punkte verbessern (von 12 zu 1 auf 10 zu 1) und die Breitbandabdeckung der Schulen wird erweitert (von 52 % auf 80 %). Durch die Bereitstellung einer besseren Infrastruktur kann das operationelle Programm dazu beitragen, dass sich die in der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) der OECD gemessenen Standards der Grundfertigkeiten verbessern, dass also beispielsweise der Anteil der Schüler, die im Bereich der Lesekompetenz und der mathematischen Grundbildung mindestens die Stufe 3 erreichen, auf 17 % steigt. Das Programm dürfte dazu führen, dass die Schulabbrecherquoten in den ersten beiden Jahren des Sekundarbereichs um 75 % zurückgehen. Im Umweltbereich werden Energieeinsparungen von 20 % und eine um 20 % höhere Abfalltrennung erwartet.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm gliedert sich in folgende Prioritäten:

Priorität 1: Informationsgesellschaft und Wissen [ca. 48 % der Gesamtfinanzierung]

Diese Prioritätsachse ist auf die Verbesserung und Modernisierung der Ausrüstung und Einrichtungen in den Schulen ausgerichtet und soll neben dem ESF-Programm dazu beitragen, die Lernergebnisse von Schülern und Erwachsenen im Bereich der Grundfertigkeiten Lesen, Naturwissenschaften, Mathematik und Sprachen zu verbessern. Zwar bessert sich die Situation, doch in einigen Gebieten der Konvergenzregionen sind die Computer einfach zu alt und müssen ersetzt werden. Daher wird durch das Programm die Bereitstellung von Computern für Schulen finanziert, um auf den Fortschritten des vorangegangenen EFRE-Bildungsprogramms aufzubauen. Dabei werden alle Schulen einbezogen – vom Primarbereich über den Sekundarbereich bis hin zu den Zentren für Erwachsenenbildung. Auch der Aufbau von Computernetzwerken in den Schulen und zwischen ihnen wird hohe Priorität haben. Die Technologie wird angepasst, um dem spezifischen Bedarf in diesen Gebieten Rechnung zu tragen und Fernunterricht zu erleichtern und zu fördern. Ein wenn auch nicht ausschließlicher Schwerpunkt des Programms ist die Bereitstellung von Sprachlabors und naturwissenschaftlichen Laboratorien, da Kompetenzen in diesen Bereichen den jungen Menschen beim Eintritt in den Arbeitsmarkt helfen.

Priorität 2: Qualität des schulischen Umfelds [ca. 48 % der Gesamtfinanzierung]

Das schulische Umfeld verändert sich, und die Schulgebäude, von denen in Süditalien viele alt und nicht sehr zweckdienlich sind, müssen angepasst werden, um diesen Veränderungen Rechnung zu tragen. Diese Prioritätsachse ist darauf ausgerichtet, die Qualität der Schulgebäude im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit, Sicherheit und Zugänglichkeit zu verbessern. Grundsätzlich geht es darum, die Schulen zu attraktiven Orten für das Lernen, die Entwicklung und die Erholung von Schülern, Lehrern und erwachsenen Schülern zu machen. Schulen können auch bei der Kriminalitätsbekämpfung eine Rolle spielen. In dieser Hinsicht werden im Rahmen des Projekts enge Kontakte zum Umfeld aufgenommen. Ein Schwerpunkt liegt auch auf der ökologischen Nachhaltigkeit und insbesondere auf Energieeinsparungen durch technologisch verbesserte Heizungs- und Beleuchtungsformen, auf der Senkung des Wasserverbrauchs und auf der Abfalltrennung.

Der Aspekt der Zugänglichkeit ist ein wichtiges Element dieser Priorität, deshalb wird besonders darauf geachtet, dass die Schule ein einladender Ort für benachteiligte Gruppen wie z. B. Menschen mit Behinderungen und Migranten ist.

Priorität 3: Technische Hilfe [ca. 4 % der Gesamtfinanzierung]

Die Region nutzt die für technische Hilfe bereitgestellten Mittel zur Deckung der Kosten für die Durchführung, Überwachung und Evaluierung und für Studien. Im Programm 2007-2013 liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Evaluierung. Auch Informations- und Kommunikationsausgaben werden im Rahmen der technischen Hilfe finanziert.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Lernumgebungen'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007IT161PO004

Number of decision

C/2007/3878

Datum der endgültigen Annahme

07/08/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Informationsgesellschaft und Wissen 118 874 359 118 874 359 237 748 718
Qualität des schulischen Umfelds 118 874 359 118 874 359 237 748 718
Technische Hilfe 9 906 197 9 906 197 19 812 394
Gesamtausgaben 247 654 915 247 654 915 495 309 830