Operationelles Programm 'Latium'

Im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm

Italien

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Am 2. Oktober 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Latium (Italien) für den Zeitraum 2007-2013.

Das operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 744 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union werden dafür rund 372 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt, das sind ca. 1,3 % der Gemeinschaftsbeiträge für Italien im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Die Strategie des operationellen Programms beruht insbesondere auf:

  • den festgestellten Chancen der Region, wie sie bei der Diagnose und Analyse der strukturrelevanten Potenziale deutlich geworden sind;
  • den Erkenntnissen und Ergebnissen aus früheren Abschnitten der gemeinschaftlichen Programmplanung;
  • den strategischen Leitlinien der Gemeinschaft und dem Nationalen Strategischen Rahmenplan, in denen die Grundsätze für die Vergabe der Fördermittel der Gemeinschaft festgelegt sind.

Die Region Latium hat sich ganz bewusst dafür entschieden, Forschung, Innovationsförderung und -vermittlung, Zugang zu und Verbreitung von Informationen und Wissen sowie die Förderung integrierter Mobilitätskonzepte und erneuerbare Energieträger in den Mittelpunkt ihrer Strategie für nachhaltige und sozial ausgewogene Entwicklung zu stellen. Dahinter steht letztendlich das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Regionalsystems als Ganzes zu stärken.

Die Produktionsstrukturen der Region, für die hoch spezialisierte, örtlich begrenzte Produktionssysteme, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und eine hohe Dichte staatlicher Forschungseinrichtungen kennzeichnend sind, sind zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit darauf angewiesen, dass mehr Wert auf die Stärkung der Forschungs- und Innovationskapazitäten gelegt wird. In diesem Sinne wird die Verbesserung der Abläufe für den Technologietransfer zwischen staatlichen Forschungszentren und den Unternehmen angestrebt, damit alle vorhandenen Möglichkeiten, die die Region Latium bietet, besser genutzt werden können.

Daneben ist die Region Latium durch eine enorme Vielfalt an Kulturdenkmälern und außergewöhnliche Naturlandschaften geprägt. Der Erhalt der Umwelt im weiteren Sinne ist somit eine Voraussetzung für die Steigerung der Attraktivität der Region.

Mit der gezielten Förderung von Forschung, Technologietransfer, Innovation und unternehmerischer Initiative (33,49 % der gemeinschaftlichen Fördermittel) soll das Programm maßgeblich zur Erreichung der Ziele der Lissabon-Strategie (zweckgebundener Einsatz der Mittel 79,89 %) beitragen. Laut Programmplanung liegt der Hauptansatzpunkt bei einer besseren Ausstattung und Anbindung an umweltverträgliche Verkehrsdienste (30,40 %). Das Programm berücksichtigt auch Fördermaßnahmen für die Erzeugung und den Einsatz erneuerbarer Energien sowie Maßnahmen für Energieeinsparungen (10,09 %). Ferner ist auf die anstehenden Anstrengungen bei der Verbesserung der Telekommunikation in den Berggebieten oder abgelegenen Randgebieten der Region hinzuweisen, die die Informationsgesellschaft stärken sollen (5,92 %).

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Für das Programm lassen sich die erwarteten Ergebnisse an folgenden Zahlenvorgaben ablesen:

  • Zahl an neu geschaffenen Arbeitsplätzen, die auf ungefähr 6 000 veranschlagt wird;
  • Verringerung der Treibhausgasemissionen um ca. 2,8 %;
  • Verringerung des CO2-Ausstoßes durch den Straßenverkehr um 10 %;
  • Steigerung der privaten Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 50 %;
  • Steigerung der Arbeitsleistung in den KMU um 10 %.

3. Prioritäten

Priorität 1: Forschung, Innovation und Ausbau des Produktionssystems [ca. 34,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Diese Priorität, die ganz auf Forschung, Innovationsförderung, Entwicklung und Verbreitung von Technologien zugeschnitten ist, soll über die Verstärkung und Vernetzung von Angebot und Nachfrage im Bereich Forschung umgesetzt werden. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf:

  • wirtschaftsnahen Forschungsprogrammen in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen, Hochschulen und Forschungszentren bei der Entwicklung und Verbreitung von Technologien mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt;
  • der Stärkung der regional bedeutsamen Wirtschaftsgebiete;
  • Wachstum und qualifizierender Ausbildung für Beschäftigung;

Darüber hinaus soll das Wachstum kleiner und mittlerer Unternehmen durch Stärkung ihres Innovationspotenzials gefördert werden, denn nur so können sie neue Absatzmärkte in einer globalisierten Wirtschaftsordnung erschließen.

Priorität 2: Umweltschutz und Risikoverhütung [ca. 25,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Im Sinne der diesbezüglichen Fördergrundsätze sollen die Erzeugung und der Einsatz erneuerbarer Energiequellen gefördert und Anreize für Maßnahmen zur Energieeinsparung geschaffen werden. Zur Erreichung dieser Ziele hat die Region zugesagt, in diesem Bereich 10 % aller verfügbaren Mittel aus dem operationellen Programm der Region zu investieren und diesen Anteil für die gesamte Programmlaufzeit aufrechtzuerhalten.

Zu dieser Priorität gehört auch die Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und zur Sanierung schadstoffbelasteter Industriestandorte und Altgelände. Weitere wichtige Ansatzpunkte bilden die Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt und zum Naturschutz. Außerdem sind Vorsorgemaßnahmen für Naturkatastrophen, der Schutz und die Aufwertung des Naturerbes und der kulturellen Sehenswürdigkeiten im Zuge einer integrierten räumlichen Erschließung geplant, die auf eine wirtschaftliche Entwicklung mit besonderer Betonung der vom Tourismus ausgehenden Nachfrage ausgerichtet ist.

Priorität 3: Verkehrsanbindung [ca. 36,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Mit den im Zuge dieser Priorität geplanten Maßnahmen wird eine weitere Verbesserung der Anbindung an umweltverträgliche Verkehrsmittel angestrebt. Darunter sind hauptsächlich Infrastrukturverbesserungen bei Bahnverbindungen, im innerstädtischen Nahverkehr und bei der Verbesserung des Angebots an intermodalen Verkehrsverbindungen zu verstehen.

Es sind Initiativen zur Verbesserung der Mobilität im Ballungsraum Rom und der Eisenbahnstrecke Rom – Civitacastellana – Viterbo vorgesehen. Damit sollen die negativen Auswirkungen der Überlastungen im Straßenverkehr begrenzt, die hohe Luftverschmutzung und Lärmbelästigung reduziert und ein sparsamerer Energieverbrauch erreicht werden.

In den Bergregionen und auf den Inseln der Region Latium kann im Rahmen dieser Priorität die Telekommunikationsinfrastruktur für den Zugang der Bürger und Unternehmen zu diesen Diensten verbessert werden.

Priorität 4: Technische Hilfe [ca. 3,5% des Gesamtinvestitionsumfangs]

Über die technische Hilfe können Verwaltungs-, Begleit-, Bewertungs-, Betreuungs-, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen kofinanziert werden.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Latium'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007IT162PO004

Number of decision

C/2007/4584

Datum der endgültigen Annahme

02/10/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Forschung und Entwicklung, Technologietransfer, Innovation und Förderung des Unternehmergeistes 127 500 000 127 500 000 255 000 000
Nachhaltige Umweltpolitik 94 500 000 94 500 000 189 000 000
Verkehrsanbindung 136 000 000 136 000 000 272 000 000
Technische Hilfe 13 756 338 13 756 338 27 512 676
Gesamtausgaben 371 756 338 371 756 338 743 512 676