Operationelles Programm 'Forschung und Wettbewerbsfähigkeit'

Vom Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes multiregionales operationelles Programm im Rahmen des Ziels „Konvergenz“

Italien

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Am 21. Dezember 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein multiregionales operationelles Programm für die italienischen Regionen Kalabrien, Kampanien, Apulien und Sizilien mit dem Titel „Forschung und Wettbewerbsfähigkeit“ für den Zeitraum 2007-2013. Das Programm beinhaltet eine Förderung im Rahmen des Ziels „Konvergenz“. Der Gesamtetat beläuft sich auf rund 6,2 Mrd. EUR. Davon entfallen rund 3,1 Mrd. EUR auf Gemeinschaftsfördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Dies entspricht etwa 10,8 % der gesamten im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Italien vorgesehenen EU-Fördermittel.

1. Zweck und Ziel des Programms

Das Gesamtziel des operationellen Programms besteht in der Verbesserung von Forschung und Entwicklung (FuE) und Innovation im Unternehmensbereich und in der Erhöhung der Produktionskapazitäten in Einklang mit der Lissabon-Strategie für Wachstum und Beschäftigung. Folglich werden die verfügbaren Mittel in FuE, Innovation und neue Unternehmensgründungen fließen. Das multiregionale Programm ist auf die Entwicklung einer wissensbasierten Wirtschaft durch Förderung von FuE, Produkt- und Prozessentwicklung und Start-ups bei gleichzeitiger Gewährleistung einer effizienten Nutzung der Mittel ausgerichtet.

Außerdem sollen mit dem Programm folgende Aspekte gefördert werden:

  • Innovation im wissensbasierten Unternehmensbereich;
  • Networking;
  • Unterstützung bei der Gründung innovativer Unternehmen;
  • Unternehmensdienstleistungen und Unterstützung der Entwicklung neuer Finanzinstrumente.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Das Programm stellt darauf ab, die Leistungsfähigkeit der betreffenden Regionen in Bezug auf Forschung und Innovation zu verbessern und damit die Kluft gegenüber den norditalienischen und sonstigen europäischen Regionen zu schließen, indem durch die Steigerung von Wissen und die Förderung von Innovation eine Wirtschaft mit hoher Wertschöpfung geschaffen wird. Durch das Programm werden innovativere unternehmerische Kapazitäten entstehen und neue, verbesserte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickelt und eingeführt. Unternehmen werden wachsen und durch technologischen Fortschritt ihre Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität steigern können.

Ferner werden durch das Programm günstige Rahmenbedingungen geschaffen für:

  • die Verbesserung der Umweltqualität bei gleichzeitiger Mobilisierung zusätzlicher Mittel für die Verbesserung der Fähigkeiten der Arbeitskräfte;
  • die Steigerung der Anpassungsfähigkeit der Arbeitskräfte;
  • Networking;
  • die Modernisierung des öffentlichen Dienstleistungsangebots.

Durch das Programm sollen 15 200 neue Arbeitsplätze (43 % davon für Frauen) in der Industrie und im FuE-Sektor entstehen, die mit Investitionen von insgesamt 6,2 Mrd. EUR einhergehen.

Insbesondere wird u. a. mit folgenden Auswirkungen gerechnet:

  • Anhebung des BIP pro Kopf, wobei die Ungleichgewichte in den Einkommen zwischen Männern und Frauen ausgeglichen werden sollen;
  • Angesichts der geringen Forschungsintensität (FuE-Aufwendungen/BIP) im Unternehmenssektor Erhöhung der Zuwachsraten bei den Aufwendungen für FuE in den betreffenden Regionen. Bis 2015 sollen 40 % aller FuE-Aufwendungen auf den Unternehmenssektor entfallen;
  • Steigerung der Kapazitäten für Patentanmeldungen um etwa 300 %;
  • Bis 2015 Steigerung des Anteils erneuerbarer Energiequellen am Energieverbrauch in dem Umfang, dass die Treibhausgasemissionen um 0,5 % und damit unter das Niveau von 2004 zurückgehen (110 Mio. Tonnen).

3. Prioritäten

Hinter diesem multiregionalen operationellen Programm steht der Grundgedanke, in diesen vier Regionen eine Investitionstätigkeit auszulösen, die dort andernfalls nicht zustande käme. Die Beiträge aus den Europäischen Strukturfonds sind an sich schon von realwirtschaftlicher Bedeutung und werden darüber hinaus als Katalysator für weitere Investitionen wirken. Das Programm ist so konzipiert, dass die Durchführung der betreffenden Investitionen auf jeden Fall mit konkreten positiven Auswirkungen für die vier Konvergenzregionen verbunden sein wird.

Was das Gesamtziel und die einzelnen spezifischen Ziele anbelangt, so stellen die Strukturfondsmaßnahmen eine Ergänzung der Politik Italiens im Bereich Forschung und Wettbewerbsfähigkeit (nationales Forschungsprogramm und „Industria 2015“) dar und tragen dazu bei, dass sich Italien bei der Förderung der Wirtschaftsentwicklung stärker an den EU-Politiken orientiert.

Das operationelle Programm gliedert sich um folgende Prioritäten:

Priorität 1: Unterstützung des Strukturwandels [rund 68,6 % der Gesamtförderung]

Hier geht es um die Förderung einer Wirtschaft mit hoher Wertschöpfung durch industrielle Innovationsprojekte, die zu einer Ausweitung der Tätigkeiten im Bereich Forschung und Innovation führen. Es werden innovativere unternehmerische Kapazitäten entstehen, so dass neue, verbesserte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickelt und eingeführt werden können. Dies wird durch eine Aufstockung der Kapazitäten im Bereich Forschung, Technologie und Innovation und die Verbesserung der Möglichkeiten zur Vermarktung und konkreten Nutzung der Forschungsergebnisse erreicht werden. Unternehmen werden wachsen und durch technologischen Fortschritt einschließlich des verstärkten Einsatzes der Informations- und Computertechnologien ihre Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität steigern können.

Zu den Hauptthemen im Rahmen dieser Priorität zählen:

  • Tätigkeiten auf dem Gebiet der industriellen Forschung und experimentellen Entwicklung;
  • Ausbau der Forschungs-, Technologie- und Innovationskapazitäten der betreffenden Regionen;
  • Verbesserung der Fähigkeiten der Regionen zur Vermarktung und konkreten Nutzung der Forschungsergebnisse und Ideen durch Verschiebung der Grenzen in der Forschung und bei neuen Technologien.

Priorität 2: Unterstützung von Innovation [rund 27,7 % der Gesamtförderung]

Ein weiterer ausschlaggebender Faktor für die schwache Wirtschaftsleistung der Konvergenzregionen besteht in einer geringen Wertschöpfung pro Arbeitskraft. Dies ist zum Teil durch ihre traditionelle Wirtschaftsstruktur bedingt. In den Regionen Kampanien, Apulien, Sizilien und Kalabrien ist die Produktivität pro Kopf geringer als in anderen Teilen Italiens. Außerdem gibt es in Konvergenzregionen weniger Unternehmensneugründungen. Das Fördergebiet weist im Vergleich zu anderen Regionen hohe Marktzutrittsschranken und folglich weniger sichtbare Beispiele für Unternehmergeist und wirtschaftliche Diversifizierung auf.

Im Rahmen dieser Priorität geht es um die Stärkung der Wirtschaft durch eine Verbreiterung der wirtschaftlichen Basis und Erweiterung des Angebots an Kapital für Unternehmen. Gleichzeitig gilt es ein Versagen des Marktes im Zusammenhang mit der Unternehmensfinanzierung in den Griff zu bekommen. Die thematischen Schwerpunkte im Rahmen dieser Priorität lauten:

  • Förderung des Unternehmertums;
  • Unterstützung des Wachstums und der Expansion von Unternehmen;
  • Förderung und Beschleunigung der Exporttätigkeit der südlichen Regionen;
  • Verbesserung des Zugangs zu Finanzierungsmitteln in klar abgesteckten Zielgebieten.

Priorität 3: Technische Hilfe und unterstützende Maßnahmen [rund 3,7 % der Gesamtförderung]

Für die Umsetzung des operationellen Programms ist ferner technische Hilfe vorgesehen. Die hierfür verfügbaren Mittel werden zur Verbesserung der Verwaltung, Überwachung, Bewertung und Prüfung sowie Information und Kommunikation eingesetzt.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Forschung und Wettbewerbsfähigkeit'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007IT161PO006

Number of decision

C/2007/6882

Datum der endgültigen Annahme

21/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Unterstützung des Strukturwandels 2 127 000 000 2 127 000 000 4 254 000 000
Unterstützung von Innovation 860 696 821 860 696 821 1 721 393 642
Technische Hilfe 115 000 000 115 000 000 230 000 000
Gesamtausgaben 3 102 696 821 3 102 696 821 6 205 393 642