Operationelles Programm 'Massif des Alpes'

Programm im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

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Am 20. November 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für den Regionalverbund Massif des Alpes (Alpenmassiv)(Frankreich) im Zeitraum 2007-2013.

Dieses operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 72 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 35 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 0,2 % der Gemeinschaftsbeiträge, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Frankreich vorgesehen sind.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Die Strategie des operationellen Programms stützt sich insbesondere auf:

  • die Chancen für die Region, wie sie bei der Diagnose und Analyse der Schwächen und des Potenzials des Gebiets deutlich geworden sind,
  • die strategischen Ausrichtungen der Gemeinschaft und den nationalen strategischen Rahmen, in denen die Grundsätze der Zweckbindung der Fördermittel festgelegt sind.

Der Raum Massif des Alpes profitiert von den besonderen Gegebenheiten der Bergregionen: Schönheit und eindrucksvoller Charakter der Landschaft, Naturnähe, Qualität der Wälder, ein Netz aus kleinen Orten und mittelgroßen Städten, die Nähe der Erholungsgebiete sowie die Großstädte im Randbereich dieses Gebiets (Nizza, Toulon, Marseille, Avignon, Valence, Lyon, Genf). Dem stehen allerdings auch Nachteile gegenüber: die relative Enklavenlage gegenüber Italien, die unvollständige Entwicklung der Verkehrsnetze, klimatisch bedingte Unsicherheitsfaktoren, die hohe Belastung der Böden, zunehmende Naturgefahren, die schwierige Topografie und der zunehmende Wettbewerb in Tourismussektor.

Vor diesem Hintergrund wurde von den Regionalbehörden eine Strategie entwickelt, die sich auf drei Prioritätsachsen stützt:

  • Nachhaltige Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Talgebiete um die Urlaubsorte in Mittelgebirgslage;
  • Beherrschung der spezifischen Naturgefahren der Gebirgsregionen;
  • Entwicklung der Nutzung von Holz als Energieträger sowie anderer erneuerbarer Energieträger.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Durch das finanzielle Engagement der Gemeinschaft dürften sich vor allem folgende Ziele erreichen lassen:

  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Strukturen in den Talgebieten durch die Durchführung von 20 Diagnosevorhaben und Einführung von 10 innovativen Systemen für die Raumordnung in den Talgebieten bis zum Jahr 2015;
  • Förderung der Schaffung sicherer Arbeitsplätze (Schaffung von 150 Arbeitsplätzen bis 2015);
  • Förderung eines innovativen Konzepts im Bereich der Risikoprävention durch neuartige Versuchsvorhaben an sechs Pilotstandorten;
  • Aufwertung der Umweltqualität und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung des Alpenmassivs durch Verringerung des Treibhausgasausstoßes (Verringerung um 12 000 Tonnen Rohöleinheiten bis 2015).

3. Prioritäten

Das operationelle Programm baut auf drei Prioritätsachsen auf:

Prioritätsachse 1: Nachhaltige Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Strukturen in den Talgebieten um die Urlaubsorte in Mittelgebirgslage [ca. 68,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Gegenstand der Prioritätsachse 1 ist die Förderung der Fremdenverkehrsindustrie in den Gebieten der Urlaubsorte in Mittelgebirgslage, die besonders durch den Klimawandel betroffen sind und einem zunehmend härteren europäischen und internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind. Hierzu verfolgen die im Raum Massif des Alpes tätigen Akteure das Ziel, ein neuartiges Konzept der Wettbewerbsfähigkeit zu fördern, in dessen Rahmen innovative Lösungen entwickelt werden, die auf die praktische Anwendung von Forschungsergebnissen und geeignete Politikgestaltungskonzepte ausgerichtet sind. Dabei wird vorrangig ein ganzheitlicher Ansatz der wirtschaftlichen Entwicklung der Strukturen in den Talgebieten verfolgt, der sowohl wirtschaftliche als auch soziale und ökologische Komponenten einschließt.

Prioritätsachse 2: Beherrschung der Naturgefahren, Entwicklung der Erschließung und lokalen Nutzung von Holz als Energieträger sowie von anderen erneuerbaren Energieträgern, Förderung der Energieeffizienz in den Gebirgsregionen [ca. 29,2 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse sollen die Entstehung neuer Unternehmen und das Wachstum bereits bestehender Unternehmen gefördert und diese Unternehmen auf dem Weg zu einer besseren gemeinsamen Organisation unterstützend begleitet werden, insbesondere in schwach strukturierten Wirtschaftszweigen oder in krisengeschwächten Arbeitsmarktregionen.

Ein weiteres Ziel dieser Prioritätsachse ist, Projekte im Industrie-, Logistik- und Dienstleistungsbereich in die Region zu holen, von denen Impulse für den Arbeitsmarkt ausgehen, und den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Region die Möglichkeit zu verschaffen, sich im Zeichen des internationalen Wettbewerbs unter bestmöglichen Bedingungen weiterzuentwickeln.

Prioritätsachse 3: Technische Hilfe [ca. 2,3 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Die technische Hilfe dient zur Kofinanzierung der Verwaltungs-, Begleit-, Bewertungs-, Förder-, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Massif des Alpes'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO023

Number of decision

C/2007/6824

Datum der endgültigen Annahme

20/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Nachhaltige Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Strukturen in den Talgebieten um die Urlaubsorte in Mittelgebirgslage 23 500 000 24 000 000 47 500 000
Beherrschung der Naturgefahren, Entwicklung der Erschließung und lokalen Nutzung von Holz als Energieträger sowie von anderen erneuerbaren Energieträgern, Förderung der Energieeffizienz in den Gebirgsregionen 10 236 532 10 500 000 20 736 532
Technische Hilfe 1 200 000 450 000 1 650 000
Gesamtausgaben 34 936 532 34 950 000 69 886 532