Operationelles Programm 'Südliche Tiefebene'

Im Rahmen des Ziels 'Konvergenz' aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm

Ungarn

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Am 27. Juli 2007 genehmigte die Europäische Kommission für den Zeitraum 2007-2013 ein operationelles Regionalprogramm für die südliche Tiefebene in Ungarn. Das Programm sieht Gemeinschaftsförderung für die Region im dem für das Ziel „Konvergenz“ festgelegten Rahmen vor. Der Gesamtetat des Programms beläuft sich auf rund 881 Millionen EUR und umfasst Gemeinschaftsinvestitionen aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von etwa 749 Millionen EUR (was etwa 3,0 % der gesamten EU-Fördermittel für Ungarn im Rahmen der Kohäsionspolitik im Zeitraum 2007-2013 entspricht).

1. Zweck und Ziel des Programms

Im Jahr 2004 erreichte das Pro-Kopf-BIP in der Region 40,4 % des EU-Durchschnitts und die Erwerbsquote betrug 53,8 %. Das Programm baut auf den in der Region vorhandenen Forschungs- und Innovationseinrichtungen sowie auf dem Potenzial auf, das der Fremdenverkehr in den Bereichen „Gesundheit“ und „Wellness“ bietet. Das Programm sieht außerdem die Förderung der Entwicklung der grundlegenden Umwelt- und Transportinfrastruktur vor, um die regionale Kohäsion zu verbessern.

Der übergreifende Zweck des Programms besteht darin, für nachhaltiges Wachstum, erheblich verbesserte Beschäftigungsmöglichkeiten und die Verringerung des zwischen den Regionen bestehenden Gefälles zu sorgen. Es wurden zwei spezifische Ziele festgelegt: i) Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft, indem deren Umstrukturierung auf der Grundlage von Innovation gefördert wird; ii) Verbesserung der kommunalen und umweltrelevanten Voraussetzungen zur Verbesserung der regionalen Kohäsion. Dem nationalen strategischen Rahmenplan gemäß soll mit dem Programm außerdem ein erheblicher Beitrag zur Erreichung der Ziele der Agenda für Wachstum und Beschäftigung geleistet werden.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Nachstehend sind einige der erwarteten Wirkungen der im Rahmen des Programms zu tätigenden Investitionen genannt:

  • Steigerung des durchschnittlichen Pro-Kopf-BIP in der Region um 26 %;
  • Steigerung der Erwerbsquote der Bevölkerung im Erwerbsalter von 53,8 % (2005) auf 55 %;
  • jährliches Wachstum der Umsatzerlöse von Unternehmen, die in Cluster oder in geförderte Formen der Zusammenarbeit eingebunden sind, um 7 %;
  • Steigerung der Anzahl der Personen, die hochwertige, spezialisierte Leistungen im Rahmen der ambulanten Behandlung von Patienten erhalten, von 3,8 Millionen (2004) auf 4,4 Millionen pro Jahr;
  • Ansiedlung von 200 Betrieben pro Jahr mit Anlagen in der geförderten Region;
  • 5 000 Lernende aus sozial schwachen Schichten pro Jahr in Schulen, die eingerichtet wurden.

3. Prioritätsachsen

Das Programm ist anhand der folgenden Prioritätsachsen gegliedert:

Prioritätsachse 1: Regionale wirtschaftliche Entwicklung [rund 17,4 % der gesamten Finanzmittel]

Mit dieser Prioritätsachse soll diejenige Wirtschaftstätigkeit in der Region gefördert werden, die einen hohen Mehrwert schafft; ferner sollen die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) erheblich gesteigert und die Erwerbsquote verbessert werden. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen der Aufbau von Technologiezentren und Überbrückungseinrichtungen, die Förderung von Clustern und Wirtschaftsnetzen, der Ausbau der Dienste zur Unterstützung von KMU, der Bau von Gewerbegebieten und Inkubationszentren sowie die Sanierung von Flächen mit Industriebrache.

Prioritätsachse 2: Ausbau des Fremdenverkehrs [rund 18,3 % der gesamten Finanzmittel]

Mit dieser Prioritätsachse sollen die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr gesteigert, die durchschnittliche Dauer des Aufenthalts von Besuchern verlängert und die Anzahl der im Sektor „Fremdenverkehr“ Beschäftigten erhöht werden. Im Rahmen der Prioritätsachse ist außerdem die Förderung des Ausbaus von Einrichtungen für den Fremdenverkehr im Sektor „Gesundheit“ (Thermalquellen) sowie von Stätten des kulturellen Erbes und von Sehenswürdigkeiten vorgesehen. Das Ziel, das letztlich mit dieser Prioritätsachse verfolgt wird, besteht darin, die Dienste für den Fremdenverkehr zu verbessern und eine regionale Organisation für die Verwaltung der Fremdenverkehrsorte aufzubauen.

Prioritätsachse 3: Ausbau der Verkehrsinfrastruktur [rund 21,1 % der gesamten Finanzmittel]

Mit dieser Prioritätsachse sollen die Möglichkeiten des Zugangs zu weniger entwickelten, kleinen regionalen Zentren verbessert und das Gefälle zwischen den Regionen verringert werden. Die Maßnahmen umfassen den Ausbau regionaler Straßen, den Bau von Fahrradwegen und die Schaffung von Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr.

Prioritätsachse 4: Entwicklung der Humanressourcen [rund 18,8 % der gesamten Finanzmittel]

Mit dieser Prioritätsachse sollen die geistige und körperliche Gesundheit der Bevölkerung verbessert, eine hochwertige personelle Infrastruktur geschaffen und die Erwerbsquote gesteigert werden. Die Förderung wird auf den Bau von Kindergärten sowie von Primar- und Sekundarschulen und auf die Schaffung grundlegender sozialer Dienste ausgerichtet sein. Im Gesundheitssektor bestehen Pläne für den Bau von Zentren zur ambulanten Versorgung von Patienten sowie von Diagnostik-, Untersuchungs- und Rehabilitationszentren. Des Weiteren sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Zugänglichkeit öffentlicher Gebäude gefördert werden.

Prioritätsachse 5: Maßnahmen zur Entwicklung von Siedlungen [rund 20,8 % der gesamten Finanzmittel]

Mit dieser Prioritätsachse sollen der soziale Zusammenhalt gestärkt, ein attraktives städtisches Umfeld geschaffen und die Umweltsicherheit verbessert werden. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Förderung integrierter Vorhaben für die städtische Entwicklung sowie der sozialen Rehabilitation und des Wohnbaus. Im Bereich der Umwelt werden sich die Maßnahmen auf den Ausbau der Infrastruktur zur Abwasserbewirtschaftung, die Rekultivierung von Deponien und die Durchführung von Kampagnen zur Sensibilisierung für den Umweltschutz konzentrieren.

Prioritätsachse 6: Technische Hilfe [rund 3,6 % der gesamten Finanzmittel]

Zur Umsetzung des operationellen Programms wird technische Hilfe angeboten. Die verfügbare finanzielle Förderung erstreckt sich auf die Verwaltung, Überwachung und Kontrolle.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Südliche Tiefebene'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007HU161PO004

Number of decision

C/2007/3727

Datum der endgültigen Annahme

27/07/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Regionale wirtschaftliche Entwicklung 129 916 508 22 926 443 152 842 951
Ausbau des Fremdenverkehrs 137 134 092 24 200 134 161 334 226
Ausbau der Verkehrsinfrastruktur 158 145 290 27 907 993 186 053 283
Entwicklung der Humanressourcen 140 742 884 24 836 979 165 579 863
Maßnahmen zur Entwicklung von Siedlungen 155 819 605 27 497 577 183 317 182
Technische Hilfe 26 956 229 4 756 982 31 713 211
Gesamtausgaben 748 714 608 132 126 108 880 840 716