Operationelles Programm 'Nordungarn'

Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes operationelles Programm im Rahmen des Ziels „Konvergenz“

Ungarn

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Am 30. Juli 2007 billigte die Europäische Kommission für den Zeitraum 2007-2013 ein operationelles Programm für die Region Nordungarn. Der Gesamtetat des operationellen Programms, das dem für das Ziel „Konvergenz“ festgelegten Rahmen entspricht, beläuft sich auf rund 1,063 Mrd. EUR. Der Gemeinschaftsbeitrag über den EFRE beträgt 903 Mio. EUR und macht etwa 3,6 % der gesamten EU-Fördermittel für Ungarn im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 aus.

1. Zweck und Ziel des Programms

Das Hauptziel des operationellen Programms „Nordungarn“ für den Zeitraum 2007-2013 besteht in der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in der Region Nordungarn durch den Abbau regionaler, sozialer und wirtschaftlicher Unterschiede.

Das operationelle Programm wird sich zum Teil auf die sozioökonomischen Erfordernisse der Region Nordungarn konzentrieren. Von den operationellen Sektorprogrammen und vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums werden erhebliche Investitionen erwartet.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Auf der Grundlage der Werte für 2004 zeigen makroökonomische Projektionen eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 27 % und die Schaffung von mehr als 4220 Arbeitsplätzen bis 2015. Es wird damit gerechnet, dass die durch das Programm ausgelösten Investitionen bis 2015 144 Mio. EUR erreichen. 

3. Prioritätsachsen

Zu den spezifischen Zielen des operationellen Programms „Nordungarn“ zählen:

  • wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit;
  • Ausbau des Fremdenverkehrssektors;
  • Förderung des sozialen Zusammenhalts;
  • Steigerung der Attraktivität der Wirtschafts- und Lebensbedingungen;
  • Entwicklung des regionalen Verkehrs.

Prioritätsachse 1: Schaffung einer wettbewerbsfähigen lokalen Wirtschaft [rund 14,5 % der gesamten Finanzmittel]

Ein Hauptziel dieser Prioritätsachse besteht in der Verbreitung neuer Produkte und Technologien durch verstärkte Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungszentren im Bereich der technologischen Entwicklung. Dabei sollen auch Unternehmensgründungen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze gefördert werden.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Einrichtung von intermediären Einrichtungen und von Stellen für den Forschungs- und Innovationstransfer, die Unterstützung von Clustern und Industrieparks sowie Betriebsführungs- und Beratungsdienste.

Prioritätsachse 2: Steigerung des Potenzials des Fremdenverkehrs in der Region [rund 20,1 % der gesamten Finanzmittel]

Diese Prioritätsachse zielt vor allem darauf ab, die Rentabilität des regionalen Fremdenverkehrs zu verbessern, international wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln und die Aufenthaltsdauer (gemessen an den Übernachtungszahlen für Hotels) in der Region zu steigern.

Der Schwerpunkt der zu diesem Zweck durchgeführten Maßnahmen liegt auf dem Aufbau regionaler Fremdenverkehrsattraktionen und gewerblicher Beherbergungsmöglichkeiten, der Unterstützung des Reisezielmanagements und der Einrichtung eines regionalen Clusterzentrums gemeinsam mit der Region Nördliche Tiefebene.

Prioritätsachse 3: Siedlungsentwicklung [rund 28,5 % der gesamten Finanzmittel]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse finanzierte Projekte werden sich darauf konzentrieren, die Attraktivität von Siedlungen anzuheben, indem sie neue wirtschaftliche, kommunale und soziale Funktionen unterstützen und eine Segregation in benachteiligten Mikroregionen verhindern. Zu den geförderten Aktivitäten zählen Maßnahmen zur integrierten Sanierung von Stadtbezirken (z. B. städtische Wohnungen), Industriebrachen und vom Verfall bedrohten Vierteln sowie zur Entwicklung von regionalen Mikrozentren .

Prioritätsachse 4: Förderung des sozialen Zusammenhalts [rund 22,56 % der gesamten Finanzmittel]

Das wichtigste Ziel dieser Prioritätsachse ist es, die effiziente Nutzung von öffentlichen Diensten auf der Ebene regionaler Mikrozentren sicherzustellen, den Abbau regionaler Unterschiede zu unterstützen und die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen zur Modernisierung der Gesundheitsdienste, zur Entwicklung der sozialen Betreuung, zur Förderung der Infrastruktur des Bildungswesens und zum Ausbau der Informationstechnologien in der lokalen Verwaltung.

Prioritätsachse 5: Entwicklung des regionalen Verkehrs [rund 10,1 % der gesamten Finanzmittel]

Mit dieser Prioritätsachse soll in erster Linie die Anbindung regionaler Mikrozentren an das Hauptstraßennetz verbessert werden, wobei besonders auf die Vereinfachung des Zugangs zu Arbeitsplätzen und öffentlichen Diensten für Menschen aus kleinen Siedlungen geachtet wird. Zu den Aktivitäten zählen der Ausbau der Landstraßen (mit 4- oder 5-stelliger Straßennummer), der Radwege und des öffentlichen Verkehrs sowie die Unterstützung regionaler Verkehrsverbünde und die Verbesserung der Binnenschifffahrt.

Prioritätsachse 6: Finanzierung der Durchführung des operationellen Programms „Nordungarn“ [rund 3,6 % der gesamten Finanzmittel]

Zur Durchführung des Programms wird technische Hilfe angeboten, die sich auf Verwaltung, Überwachung und Kontrolle erstreckt.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Nordungarn'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007HU161PO006

Number of decision

C/2007/3743

Datum der endgültigen Annahme

30/07/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Wettbewerbsfähigkeit der örtlichen Wirtschaft 130 965 118 23 111 491 154 076 609
Fremdenverkehr 188 191 882 33 210 332 221 402 214
Siedlungsentwicklung 257 195 571 45 387 454 302 583 025
Humanressourcen, kommunale Infrastruktur 203 874 538 35 977 860 239 852 398
Regionaler Verkehr 90 959 410 16 051 661 107 011 071
Technische Hilfe 32 537 070 5 741 836 38 278 906
Gesamtausgaben 903 723 589 159 480 634 1 063 204 223