Operationelles Programm 'Umwelt und Energie'

Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes operationelles Programm im Rahmen des Ziels 'Konvergenz'

Ungarn

 Weitere Extras

  •  
  •  Text verkleinern  
  •  Text vergrößern  

Am 1. August 2007 billigte die Europäische Kommission für den Zeitraum 2007-2013 ein regionales operationelles Programm für Ungarn. Der Gesamtetat des operationellen Programms, das dem für das Ziel „Konvergenz“ festgelegten Rahmen entspricht (nur die „Konvergenzregionen“ sind förderfähig), beläuft sich auf rund 4,9 Mrd. EUR. Der Gemeinschaftsbeitrag über den EFRE beträgt ungefähr 4,2 Mrd. EUR und macht etwa 16,5 % der gesamten EU-Fördermittel für Ungarn im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 aus.

1. Zweck und Ziel des Programms

Zu den Zielen des operationellen Programms „Umwelt und Energie“ zählen:

  • Steigerung der Lebensqualität durch Verringerung der Umweltverschmutzung: Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung gesunder Umweltbedingungen durch Verringerung oder Beseitigung von Belastungen durch gefährliche Schadstoffe, um die Lebensqualität für Bevölkerung anzuheben;
  • Schutz und Erhaltung der natürlichen Ressourcen: Schutz von Ökosystemen; nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und des Bodens; Verhinderung von Umweltschäden; Verbesserung des Naturschutzmanagements, Erhaltung der biologischen Vielfalt und umweltgerechte Lebensbedingungen;
  • Verhütung, Ressourcenschonung und Effizienz: Gewährleistung der Vereinbarkeit der sozialen und ökologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung; Abfallvermeidung und Verhinderung von Umweltverschmutzung ; Einsatz von Technologien mit geringem Energie- und Rohstoffverbrauch; Steigerung des Anteils von erneuerbaren Energieträgern; Erhöhung des Umweltbewusstseins.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Von der Durchführung des Programms werden folgende Auswirkungen erwartet:

  • Steigerung des Anteils der Bevölkerung, der an moderne Abwasserbehandlungsanlagen und eine sichere Trinkwasserversorgung angeschlossen und in ein System zur getrennten Abfallentsorgung eingebunden ist, sowie Verbesserung der Abfallbewirtschaftung für feste Siedlungsabfälle;
  • Anhebung des Anteils der Bevölkerung, für den ausreichende Hochwasserschutzmaßnahmen getroffen wurden, und Steigerung der Anzahl sauberer Oberflächengewässer in einem gutem ökologischen Zustand durch den Schutz von Lebensräumen und Arten im Einklang mit der Habitat-Richtlinie;
  • Zunahme des Anteils erneuerbarer Energiequellen in der Elektrizitätserzeugung und Steigerung der Produktion von Biokraftstoffen;
  • Verringerung der Energieintensität der Wirtschaft (gemessen am Energieverbrauch je BIP-Einheit);
  • Verbesserung des Konsumverhaltens im Inland und Anstieg der Anzahl von umweltbewussten Bürgern (laut Eurobarometer).

3. Prioritätsachsen

Zu den spezifischen Zielen des operationellen Programms „Umwelt und Energie“ zählen:

  • Verbesserung der Umweltbedingungen im Hinblick auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung;
  • zufriedenstellendere Lebensqualität;
  • gesündere Umweltbedingungen;
  • Verbesserung der Lebensumstände für die Bevölkerung.

Das operationelle Programm „Umwelt und Energie“ gliedert sich um die folgenden Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Gesunde und saubere Siedlungen [rund 53,1 % der gesamten Finanzmittel]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse sollen die Umweltbedingungen im Hinblick auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung verbessert sowie eine zufrieden stellende Lebensqualität, eine gesunde Umwelt und bessere Lebensumstände sichergestellt werden. Zur Erreichung dieser Ziele sind Maßnahmen in folgenden Bereichen vorgesehen:

  • Abfallwirtschaft: Schaffung von Bewirtschaftungssystemen für feste Abfälle im ganzen Land, die zwar einen ähnlichen Standard aufweisen, aber an die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind;
  • Abwasserbehandlung: Umsetzung des nationalen Programms für die Sammlung und Behandlung kommunaler Abwässer; Errichtung, Modernisierung und Ausbau von Abwassersammel- und -behandlungssystemen sowie von Anlagen zur Behandlung von Klärschlamm; Einsatz umweltfreundlicher Kleintechnologien;
  • Trinkwasserversorgung: Umsetzung des nationalen Programms für den Ausbau der Trinkwasserversorgung, mit dem die Versorgung der Bevölkerung mit gesundem Trinkwasser guter Qualität und die Beseitigung von regionalen Unterschieden bei der Trinkwasserqualität angestrebt wird.

Prioritätsachse 2: Gute Bewirtschaftung der Wasserressourcen [rund 28,7 % der gesamten Finanzmittel]

Die im Rahmen dieser Prioritätsachse finanzierten Maßnahmen werden sich auf zwei Hauptbereiche konzentrieren:

  • Umsetzung bewährter Verfahren des Hochwasserschutzes (komplexe Wasserbewirtschaftung) zur Erhöhung des Schutzes vor Überschwemmungen und zur Schaffung von Wasservorräten für Trockenzeiten. Diese Maßnahmen können als Vorbereitung auf den Klimawandel betrachtet werden, durch den die Niederschläge laut Prognosen stärker, aber seltener werden;
  • quantitativer und qualitativer Schutz der Wasserressourcen. Der Zustand der ungarischen Oberflächengewässer wurde im Einklang mit der Wasserrahmenrichtlinie erhoben, wonach diese bis 2015 einen guten ökologischen Zustand aufweisen sollen. Dieses Ziel soll mit den hier durchgeführten Maßnahmen erreicht werden. Besondere Aufmerksamkeit erhalten die großen Seen, deren guter Zustand als wichtige gesellschaftliche Notwendigkeit betrachtet wird.

Prioritätsachse 3: Umsichtiger Umgang mit natürlichen Ressourcen [rund 2,8 % der gesamten Finanzmittel]

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt wird durch die Sanierung, Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung der Natura-2000-Gebiete und anderer Schutzgebiete angestrebt. Die geplanten Aktivitäten sehen eine Verringerung der Isolierung von naturnahen Lebensräumen vor, um die ökologische Integrität des Landes zu verbessern. Folgende Maßnahmen sind geplant:

  • Wiederherstellung, Verbesserung und Erhaltung von geschützten Naturschätzen und von Gebieten von gemeinschaftlicher und kultureller Bedeutung;
  • Schaffung der infrastrukturellen Grundlagen für eine land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung, mit der Lebensräume erhalten werden;
  • Verringerung von Schäden an Natur und Landschaft durch lineare Infrastrukturanlagen;
  • Ausbau der Infrastruktur für Schulnetze im Bereich der Natur.

Prioritätsachse 4: Verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger [rund 5,2 % der gesamten Finanzmittel]

Das Ziel besteht darin, die Struktur der genutzten Energieressourcen zu beeinflussen und den Umstieg von traditionellen auf erneuerbare Energiequellen zu unterstützen. Eine Förderung der folgenden erneuerbaren Energien ist vorgesehen: Biomasse, Altspeiseöl und tierische Fette, Biogas, Erdwärme, Sonnenenergie (Photovoltaik, Sonnenkollektoren und passive Nutzung in Gebäuden), Wasserkraft (nur Effizienzsteigerung bei bestehenden Anlagen), Wind (nur lokale oder kommunale Lösungen ohne Einspeisung in das nationale Stromnetz, solange das Netz nicht modernisiert wird).

Prioritätsachse 5: Steigerung der Energieeffizienz [rund 3,1 % der gesamten Finanzmittel]

Hauptziel dieser Prioritätsachse ist es, einen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs um einen Prozentpunkt jährlich zu leisten, wie es im Aktionsplan zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Europäischen Gemeinschaft  vorgesehen ist. Folgende Maßnahmen sind zur Verbesserung der Energieeffizienz geplant:

  • Steigerung der Energieeffizienz öffentlicher Gebäude
  • Modernisierung von Fernwärmesystemen und Verringerung der Wärmeverluste im Versorgungsnetz
  • Steigerung der Energieeffizienz in Unternehmen

Der wichtigste Indikator zur Messung der Energieintensität der Wirtschaft wird der Energieverbrauch je BIP-Einheit sein.

Prioritätsachse 6: Förderung von nachhaltigen Produktions- und Konsummustern [rund 1,6 % der gesamten Finanzmittel]

Diese Prioritätsachse dient zur Umsetzung der überarbeiteten Lissabon-Agenda auf dem Gebiet des vorbeugenden Umweltschutzes. Im Bereich der nachhaltigen Produktion umfassen die geplanten Maßnahmen unter anderem die Vorbereitung von Betriebsprüfungen, die Definition der besten verfügbaren Technologien (BVT) und die Entwicklung umweltfreundlicher Erzeugnisse. Weitere geplante Vorhaben sind eine Kampagne zur Förderung eines nachhaltigen Konsumverhaltens, die Unterstützung von Nachhaltigkeitssiegeln sowie Investitionen und Pilotprojekte zur Förderung nachhaltiger Konsummuster und alternativer Lösungen. Eine eigene Maßnahme konzentriert sich auf „e-Umweltschutz“, dessen Ziel die quantitative und qualitative Entwicklung spezifischer elektronischer Inhalte ist (GIS-Datenbanken über die städtische und regionale Umwelt, offene Informationssysteme usw.).

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Umwelt und Energie'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007HU161PO002

Number of decision

C/2007/3790

Datum der endgültigen Annahme

01/08/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Gesunde und saubere Siedlungen 2 217 569 580 391 335 808 2 608 905 388
Gute Bewirtschaftung der Wasserressourcen 1 199 328 900 211 646 276 1 410 975 176
Umsichtiger Umgang mit Naturschätzen 114 989 621 20 292 286 135 281 907
Verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger 215 113 165 37 961 147 253 074 312
Steigerung der Energieeffizienz 131 215 775 23 155 725 154 371 500
Förderung von nachhaltigen Produktions- und Konsummustern 65 928 350 11 634 415 77 562 765
Projektvorbereitung 167 571 738 29 571 483 197 143 221
Technische Hilfe 67 129 212 11 846 332 79 975 544
Gesamtausgaben 4 178 846 341 737 443 472 4 917 289 813