Operationelles Programm 'Westgriechenland - Peloponnes - Ionische Inseln'

Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm im Rahmen des Ziels 'Konvergenz'

Griechenland

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Am 5. November 2007 billigte die Europäische Kommission für den Zeitraum 2007-2013 ein regionales operationelles Programm für die Regionen Westgriechenland, Peloponnes und die Ionischen Inseln im Rahmen des Ziels „Konvergenz“.

Der Gesamtetat des Programms aus öffentlichen Mitteln beläuft sich auf rund 1,14 Mrd. EUR und der Gemeinschaftsbeitrag über den EFRE auf 914 Mio. EUR. Die Maßnahmen betreffen vorwiegend die Verkehrsinfrastruktur, die Umwelt, die ländliche und städtische Entwicklung, die Kultur, die unternehmerische Initiative und die digitale Konvergenz, soziale Infrastruktureinrichtungen und Dienste, Gesundheitsdienste und soziale Betreuungsstellen.

1. Zweck und Ziel der EU-Investitionen

Aufbauend auf den Erfolgen und Erfahrungen der bisherigen Strukturfondsprogramme wird das neue Programm bestehende Maßnahmen ausbauen und gleichzeitig neue und innovative Konzepte fördern. Drei allgemeine Entwicklungsziele wurden festgelegt: (a) Ausbau und Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, (b) Förderung der digitalen Konvergenz durch Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Unterstützung der unternehmerischen Initiative sowie (c) Förderung der nachhaltigen Entwicklung und der Lebensqualität. Das strategische Ziel des Programms besteht darin, die Attraktivität der Region zu steigern.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Der Beitrag des EFRE ist zum Großteil (62 %) für Maßnahmen bestimmt, die mit der Lebensqualität und der nachhaltigen Entwicklung zusammenhängen. Rund 950 Krankenhausbetten sollen neu geschaffen oder modernisiert werden. Die Errichtung von neun Deponien ist vorgesehen, und den Erwartungen zufolge sollen moderne Abfallentsorgungseinrichtungen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen. Durch den geplanten Bau von dreizehn Abwasserbehandlungsanlagen soll der Bedarf der größeren städtischen und ländlichen Gemeinden gedeckt werden. Im Bereich Infrastrukturvorhaben und Erreichbarkeit werden Nationalstraßen mit einer Länge von 48 km instandgesetzt und modernisiert, während rund 245 km an Straßen der sekundären Netze den Zugang zu den wichtigsten Zentren der drei Regionen sicherstellen werden. Auf dem Gebiet der digitalen Konvergenz und der unternehmerischen Initiative wird damit gerechnet, dass sich 720 Unternehmen an der Verwirklichung des Programms beteiligen. Schließlich sollen Fremdenverkehrsbetriebe mit insgesamt ungefähr 13 000 Betten modernisiert werden, die sich zum Großteil (12 600 Betten) auf den Ionischen Inseln befinden, um diese Region als internationales Fremdenverkehrsgebiet mit hochwertigen Dienstleistungen aufzubauen.

3. Prioritäten

Das Programm umfasst neun Prioritäten und einen Schwerpunkt für technische Unterstützung:

Priorität 1: Infrastrukturvorhaben und Zugänglichkeit in Westgriechenland

Ein strategisches Ziel besteht in der Fertigstellung bedeutender Infrastrukturanlagen für den Straßen- und Schienenverkehr sowie Häfen, einschließlich von Aspekten der Modernisierung. Die Entwicklung und beschleunigte Schaffung von Infrastrukturanlagen und Dienstleistungen sowie insbesondere die Errichtung und der Betrieb des westlichen Abschnitts der Autobahn PATHE von Korinth nach Patras ist für die Konsolidierung der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region von überragender Bedeutung.

Priorität 2: Infrastrukturvorhaben und Zugänglichkeit auf dem Peloponnes

Diese Priorität zielt auf die Fertigstellung von Infrastrukturvorhaben ab, welche die Verbindungen im Landesinneren, unter anderem zwischen den wichtigsten städtischen und stadtähnlichen Zentren, sicherstellen. Der Schwerpunkt wird auf der Vervollständigung der grundlegenden Straßenachsen, einschließlich ergänzender Maßnahmen in den Bereichen sekundäre Netze/Verkehrssysteme, Stadtplanung sowie Infrastruktur für die Energieerzeugung und –verteilung, liegen.

Priorität 3: Infrastrukturvorhaben und Zugänglichkeit auf den Ionischen Inseln

Das Ziel dieser Priorität besteht in der Verbesserung des derzeitigen grundlegenden Straßenverkehrsnetzes und der Erleichterung der Verbindungen von jeder Insel zum Festland, einschließlich eines einfachen Zugangs zu See- und Flughäfen unter Berücksichtigung von Verwaltungs- und Sicherheitsfragen. Im Bereich des Seeverkehrs wird die Ergänzung und Verbesserung von Hafeneinrichtungen und Infrastrukturanlagen von lokaler und regionaler Bedeutung angestrebt.

Priorität 4: Digitale Konvergenz und unternehmerische Initiative in Westgriechenland

Das Hauptaugenmerk wird auf einer Steigerung der Investitionen in wissensintensive Sektoren und die Neuausrichtung der produktiven Dynamik der Wirtschaft auf Dienstleistungen und Produkte mit hohem zusätzlichen Nutzen liegen. Dies soll durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die Gründung neuer Unternehmen sowie die Modernisierung bestehender Firmen mit Schwerpunkt auf Innovation und neue Technologien erreicht werden.

Priorität 5: Digitale Konvergenz und unternehmerische Initiative auf dem Peloponnes

Die geplanten Maßnahmen sind auf die Bedürfnisse der örtlichen Stellen und KMU im Bereich der Innovation und der digitalen Konvergenz ausgerichtet. Sie umfassen die Einführung und Nutzung von IKT sowie die Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien in der örtlichen öffentlichen Verwaltung zur Verbesserung der organisatorischen Kapazitäten. Darüber hinaus sollen im Rahmen des Programms KMU beim Zugang zu neuen, modernen Hilfsmitteln der IKT, einschließlich bei Investitionen in technische Ausrüstung und bei der Installation von PC, unterstützt werden.

Priorität 6: Digitale Konvergenz und unternehmerische Initiative auf den Ionischen Inseln

Ziel dieser Priorität ist es, wirtschaftliche Aktivitäten durch die Förderung des alternativen Fremdenverkehrs sowie die Einführung von Qualitätsstandards und neuer Technologien zu unterstützen, indem die Wirtschaft zur Anwendung innovativer Verfahren ermutigt wird.

Priorität 7: Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität in Westgriechenland

Im Rahmen dieser Priorität wird der Schutz der Umwelt, die Sicherstellung einer ausreichenden Wasserversorgung von hoher Qualität, die eine rationelle Nutzung von Wasser gewährleistet, die Sanierung von Deponien sowie der Einsatz neuer Technologien zur Verhütung und Bewältigung von ökologischen und technologischen Risiken angestrebt. Ihre strategischen Ziele bestehen im Schutz des kulturellen Erbes und der Kulturdenkmäler, in der Verringerung von Infrastrukturdefiziten im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialwesen und der Verbesserung der Lebensbedingungen in ländlichen Gebieten.

Priorität 8: Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität auf dem Peloponnes

Im Rahmen dieser Priorität werden Maßnahmen in den Bereichen Kultur, Gesundheit, soziale Infrastruktur und Umwelt kofinanziert. Mit den kulturellen Maßnahmen sollen Infrastruktureinrichtungen und vor allem archäologische Museen sowie die zeitgenössische Kultur gefördert werden, um das Fremdenverkehrsangebot der Region auszuweiten und zu differenzieren. Im Gesundheits- und Sozialwesen sollen Infrastruktureinrichtungen für die Primar- und Sekundarbildung sowie Gesundheits- und Sozialhilfezentren verbessert und errichtet werden. Eine integrierte Bewirtschaftung fester Abfälle und moderne Abwasserbehandlungsanlagen zählen neben der rationellen Nutzung der Wasserressourcen zu den Schwerpunkten der ökologischen Investitionen.

Priorität 9: Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität auf den Ionischen Inseln

Im Bereich der Umwelt liegt das Hauptaugenmerk auf der rationellen Nutzung der Wasserressourcen, der Förderung moderner Technologien für die Bewirtschaftung fester Abfälle und der Sanierung verschmutzter Gebiete.

Mit den kulturellen Maßnahmen sollen Pläne zum Schutz des Natur- und Kulturerbes gefördert, der Zugang zu archäologischen Stätten und Monumenten erleichtert und Dienstleistungen im Bereich von Fremdenverkehr und Kultur verbessert werden. Bei der sozialen Infrastruktur besteht das Ziel in der Verbesserung und Errichtung von Infrastruktureinrichtungen für die Primar- und Sekundarbildung. Schließlich zählen die Verbesserung und der Ausbau von Infrastruktureinrichtungen für die sekundäre soziale Betreuung sowie die Anschaffung ergänzender medizinischer Ausrüstung für Krankenhäuser und Gesundheitszentren zu den geplanten Maßnahmen.

Priorität 10: Technische Unterstützung

Der Schwerpunkt dieser Priorität liegt darauf, die Ausarbeitung ausgereifter Projekte zu unterstützen und den Begünstigten und den Verwaltungsbehörden bei der Vorbereitung, Umsetzung, Überwachung, Kontrolle, Evaluierung und Bekanntmachung der kofinanzierten Maßnahmen zu helfen.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Westgriechenland - Peloponnes - Ionische Inseln'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007GR161PO007

Number of decision

C(2007)5441

Datum der endgültigen Annahme

05/11/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Infrastrukturvorhaben und Zugänglichkeit in Westgriechenland 87 100 000 15 370 588 102 470 588
Infrastrukturvorhaben und Zugänglichkeit auf dem Peloponnes 93 000 000 18 000 000 111 000 000
Infrastrukturvorhaben und Zugänglichkeit auf den Ionischen Inseln 46 050 000 11 512 500 57 562 500
Digitale Konvergenz und unternehmerische Initiative in Westgriechenland 46 850 000 18 219 000 65 069 000
Digitale Konvergenz und unternehmerische Initiative auf dem Peloponnes 26 000 000 6 600 000 32 600 000
Digitale Konvergenz und unternehmerische Initiative auf den Ionischen Inseln 29 200 000 5 152 747 34 352 747
Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität in Westgriechenland 217 870 000 55 143 353 273 013 353
Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität auf dem Peloponnes 190 000 000 52 400 000 242 400 000
Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität auf den Ionischen Inseln 163 450 000 43 752 500 207 202 500
Technische Unterstützung 14 480 000 2 849 312 17 329 312
Gesamtausgaben 914 000 000 229 000 000 1 143 000 000