Operationelles Programm 'Schleswig-Holstein'

Programm unter Beteiligung des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels 'Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung'

Deutschland

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Die Europäische Kommission genehmigte am 5 Juli 2007 ein regionales Entwicklungsprogramm für Schleswig-Holstein für die Periode 2007-2013, das "Operationelle Programm EFRE Schleswig-Holstein 2007-2013".

Am 12.4.2012 wurde eine OP-Änderung mit Entscheidung der Kommission K(2012)2341 angenommen.

Dieses Programm beinhaltet Gemeinschaftsunterstützung für Schleswig-Holstein im Rahmen des Ziels "Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung". Das Gesamtbudget des Programms beläuft sich auf 1.191.963.748. EUR und die Gemeinschaftsbeteiligung aus dem EFRE beträgt 373.888.769 EUR (ungefähr 1,41% der gesamten EU-Mittel, die in Deutschland im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 eingesetzt werden).

1. Zweck und Ziel der Investitionen durch die EU

Die Steigerung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung ist Oberziel und Kern der gesamten EFRE-Förderung in Schleswig-Holstein. Zur Zielerfüllung tragen unter Berücksichtigung der Querschnittsziele „Umwelt“ und „Chancengleichheit“ als Ergebnis der SWOT-Analyse sechs Strategieziele bei, die durch spezifische Ziele konkretisiert werden. Dieses Zielsystem wurde in eine Programmstruktur mit vier inhaltlichen Prioritätsachsen übertragen. Die 5. Prioritätsachse beinhaltet die Technische Hilfe sowie programm- und projektbezogene Studien / Gutachten.

Strategieziel 1 - Verbesserung der Wissensentwicklung und des Wissenstransfers, vor allem aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, bei gleichzeitiger Erhöhung der Wissensverwertung zur Steigerung der Innovationskraft und -geschwindigkeit der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

Strategieziel 2 - Erhöhung der Dynamik in der schleswig-holsteinischen Wirtschaft (Modernisierung und Erweiterung des unternehmerischen Kapitalstocks, Exportorientierung, Gründungen sowie Stärkung des Humankapitals).

Strategieziel 3 - Verfestigung bestehender und sich entwickelnder Clusterstrukturen und Netzwerke als Motoren einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Strategieziel 4 - Verbesserung regionaler Standortqualitäten.

Strategieziel 5 - Stärkung der Städte als Träger des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels.

Strategieziel 6 - Erschließung der Potenziale für die Entwicklung der Tourismus- und Kulturwirtschaft.

2. Die erwarteten Auswirkungen der Investitionen

Das EFRE-OP soll dazu beitragen, die öffentlichen und privaten FuE-Ausgaben am BIP in Schleswig-Holstein bis zum Ende der Förderperiode auf mindestens 3% zu steigern. Unterstützt werden die FuE-Aktivitäten im Rahmen des Programms insbesondere durch die Vorhaben Förderung von Kompetenzzentren, Verbundprojekte Wissenschaft - Wirtschaft, Innovationsassistenzen, Technologie- und Gründerzentren, Netzwerke Wissenschaft - Wirtschaft, betriebliche Innovationen und Regional-Clustermanagement. Dabei soll auch der Anteil der Beschäftigten in den wissensintensiven Branchen auf 34% erhöht werden.

Zur Bewältigung des Strukturwandels und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und damit für die Sicherung und den Aufbau von Beschäftigung, ist eine Modernisierung und Erweiterung der Wirtschafts- und Produktionsstrukturen entscheidend. Die Dynamik der schleswig-holsteinischen Wirtschaft soll durch die Modernisierung und Erweiterung des unternehmerischen Kapitalstocks, Gründungen und durch die Exportorientierung erhöht werden. Dabei sollen die Bruttoanlageinvestitionen in Schleswig-Holstein bis zum Ende der Förderperiode auf das durchschnittliche gesamtdeutsche Niveau gebracht werden. Die bestehenden und sich entwickelnden Cluster- bzw. Netzwerkstrukturen in Schleswig-Holstein sollen zu einer verstärkten Produktivitätssteigerung in den relevanten Bereichen der Wirtschaft Schleswig-Holsteins führen.

Die Städte als Träger des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels und als Wachstumskerne regionaler Entwicklungen sollen gestärkt werden. Dabei sollen die Ober- und Mittelzentren in Schleswig-Holstein in ihrer Funktion als Wachstumskerne überdurchschnittlich Beschäftigung generieren und sich insgesamt der Bevölkerungsentwicklung des Landes annähern.

Der Tourismus soll vor allem in den strukturschwachen ländlichen Regionen des Landes, gefördert werden.

3. Prioritätsachsen

Dieses Zielsystem bildet sich in einer Programmstruktur mit vier inhaltlichen Prioritätsachsen ab. Die 5. Prioritätsachse beinhaltet die Technische Hilfe sowie programm- und projektbezogene Studien / Gutachten

Prioritätsachse 1: Wissen und Innovation stärken

Ziel der ersten Prioritätsachse ist die Stärkung von Wissen und Innovation. Es kommt darauf an, den technologischen Wandel mit kurzen Innovationszyklen voranzutreiben. Die Entwicklung und Umsetzung von neuen Ideen, Wissen und Technologien in marktfähige Produkte und effiziente Verfahren ist dabei der zentrale Entwicklungspfad in Wissenschaft wie Wirtschaft. Die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein zentrales Element dieser Prioritätsachse. Die Förderung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen, die Förderung betrieblicher Innovationen und die Entwicklung der Humanressourcen rundet hierbei die inhaltliche Ausgestaltung ab. Hiermit soll die wesentliche Grundlage für mehr Beschäftigung und regionale Wettbewerbsfähigkeit in Schleswig-Holstein gelegt werden.

Prioritätsachse 2: Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen und die unternehmerische Basis stärken

Ziel der zweiten Prioritätsachse ist die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Stärkung der unternehmerischen Basis, was vor dem Hintergrund einer zunehmenden internationalen Arbeitsteilung und eines wachsenden Wettbewerbs- und Anpassungsdrucks für schleswig-holsteinische Unternehmen und Teilregionen von enormer Wichtigkeit ist. Die Bereitstellung von Kapital zur Modernisierung und Erweiterung des unternehmerischen Kapitalstocks und die Förderung der Gründertätigkeit sind zentrale Elemente zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der Stärkung der unternehmerischen Basis im Land.

Prioritätsachse 3: Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur und Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung

Ziel der dritten Prioritätsachse ist die Verbesserung und der Ausbau der infrastrukturellen Standortfaktoren im Land. Hierzu zählen insbesondere der bedarfsgerechte Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur und die Umsetzung von Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung, wo gewerblicher Bedarf besteht. Diese Prioritätensetzung resultiert aus der regional sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht unterschiedlich vorhandener bzw. ausgebauter wirtschaftsnaher Infrastruktur. Gleichzeitig sollen über die Prioritätsachse bestehende gewerbliche Infrastrukturen gesichert und modernisiert sowie die Standort- und Ansiedlungsbedingungen für Unternehmen verbessert werden.

Prioritätsachse 4: Entwicklung der spezifischen regionalen Potenziale

Ziel der vierten Prioritätsachse ist die Entwicklung spezifischer regionaler Potenziale Schleswig-Holsteins. Diese Prioritätensetzung resultiert aus den regional sehr unterschiedlich gelagerten Stärken und Schwächen und den sich hieraus ergebenden spezifischen Chancen und Risiken. Hierzu zählt insbesondere der regional deutlich in drei der strukturschwachen Landkreise konzentrierte Tourismus, dessen Stärkung dazu beitragen soll neuen Anforderungen an die Tourismus- und Kulturwirtschaft gerecht zu werden. Die Prioritätsachse soll zudem die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Städte des Landes als erhöhen und einen Beitrag dazu leisten, das natürliche und kulturelle Erbe Schleswig-Holsteins auch für künftige Generationen zu sichern und dauerhaft in Wert zu setzen.

Prioritätsachse 5: Technische Hilfe und programm- und projektbezogene Studien/Gutachten

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Schleswig-Holstein'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007DE162PO003

Number of decision

K/2007/3359 + K/2012/2341

Datum der endgültigen Annahme

05/07/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Wissen und Innovation stärken 150 535 036 89 406 940 239 941 976
Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen und die unternehmerische Basis stärken 108 543 996 27 709 367 136 253 363
Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur und Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung 50 020 968 69 725 066 119 746 034
Entwicklung der spezifischen regionalen Potenziale 52 900 000 61 692 090 114 592 090
Technical assistance 11 888 769 13 665 453 25 554 222
Gesamtausgaben 373 888 769 262 198 916 636 087 685