Operationelles Programm 'Rhône-Alpes'

Programm im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung' das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

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Am 14. August 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Rhône-Alpes (Frankreich) im Zeitraum 2007-2013 (Entscheidung modifiziert C(2009)10482 - 17/12/2009 and C(2011)2069 - 30/03/2011).

Dieses operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 812 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 334 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 2,3 % der Gemeinschaftsbeiträge, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Frankreich vorgesehen sind.

Der Teil der Beiträge, der sich auf die Ziele der Lissabon-Strategie im Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung bezieht, beläuft sich auf 67,8 % der aus dem EFRE für die Region bereitgestellten Mittel.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Der Vorschlagsentwurf für eine Entscheidung der Europäischen Kommission zur Genehmigung des operationellen Programms ist das Ergebnis von Gesprächen und Verhandlungen zwischen der Kommission und Frankreich.

Die Strategie des operationellen Programms stützt sich insbesondere auf:

  • die Chancen für die Region, wie sie bei der Diagnose und Analyse der Schwächen und des Potenzials des Gebiets deutlich geworden sind,
  • die strategische Ausrichtung der Gemeinschaft und den nationalen strategischen Rahmen, in denen die Grundsätze der Zweckbindung der Fördermittel festgelegt sind;
  • die Diagnose für die Region Rhône-Alpes, die die Notwendigkeit einer zweigleisigen Strategie aufzeigt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu sichern;
  • Sicherung des Wirtschaftswachstums in der Region, indem die Kompetenzbereiche gestärkt werden;
  • Umsetzung einer Strategie zur aktiven Stärkung des territorialen Zusammenhalts und einer nachhaltigen Entwicklung, indem die Ziele des sozialen Zusammenhalts und des Umweltschutzes gefördert werden.

Auf dem Gebiet der Innovation und der wissensbasierten Wirtschaft kann die Region Rhône-Alpes ein ausgezeichnetes Wachstumspotenzial (mit 15 Kompetenzzentren) vorweisen und steht damit unter den französischen Regionen auf Platz 2 und europaweit auf Platz 33. Die Region Rhône-Alpes verfügt damit über besondere Stärken in Wirtschaftszweigen wie Biotechnologie, Informatik, elektronische Bauteile, Gesundheitswesen und Pharmazie. Unabhängig hiervon gilt es, die Anstrengungen in den Bereichen Forschung und Innovation fortzuführen, damit Langzeitarbeitsplätze entstehen und ein Abfallen gegenüber den besonders leistungsfähigen Regionen Europas vermieden wird.

Die Region Rhône-Alpes ist auch durch territoriale Vielfalt gekennzeichnet. Bei genauer Betrachtung werden die beträchtlichen Disparitäten zwischen den Gebieten der Region deutlich, die sich insbesondere an den deutlichen Unterschieden bei den Arbeitslosenquoten ablesen lassen. Es kommt daher darauf an, die schwächeren Gebiete in die dynamische Entwicklung der Wachstumsgebiete einzubinden und Partnerschaften innerhalb der Region zu fördern, mit denen der Zusammenhalt der gesamten Region gestärkt werden kann. In den ländlichen Gebieten stellen sich hierbei besondere Herausforderungen, die im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung dieser Gebiete berücksichtigt werden müssen. Auch die Herausforderungen in den städtischen Gebieten werden berücksichtigt, insbesondere die Problemfelder der wirtschaftlichen Entwicklung, der nachhaltigen Entwicklung und des sozialen Zusammenhalts. Mit Blick auf die geschilderten Herausforderungen wird für diese Gebiete ein integrierter Ansatz favorisiert.

Für die Ausrichtung der EFRE-Intervention für den neuen Programmplanungszeitraum wurden verschiedene Grundsätze formuliert, die u. a. folgende Aspekte betreffen:

  • Mehrwert für die Gemeinschaft;
  • Beschäftigung und sozialer Zusammenhalt;
  • nachhaltige Entwicklung und Innovation als dynamische Strukturelemente für die Entwicklung der Region;
  • Antizipation von Veränderungen in Gesellschaft, Landwirtschaft, Wirtschaft und Umwelt;
  • Projektlogik und insbesondere Projektplanung auf territorialer Ebene.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Durch das finanzielle Engagement der Gemeinschaft dürften sich vor allem folgende Ziele erreichen lassen:

  • das Potenzial in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Innovation zu stärken – bis zum Jahr 2013 sind 150 Kooperationsprojekte von Forschungseinrichtungen und Industrie sowie 150 Maßnahmen zur Sensibilisierung und zur Förderung unternehmerischer Initiative vorgesehen;
  • die Entwicklung der Unternehmen zu fördern, indem 1 200 innovative Unternehmen begleitende Unterstützung erhalten und in den schwächeren Bereichen, insbesondere den städtischen Problemgebieten, die Zahl der Unternehmensgründungen auf dem derzeitigen Niveau gehalten wird, mit der Schaffung von 800 Arbeitsplätzen;
  • durch die Verringerung der Treibhausgasemissionen (um 2 % bis zum Jahr 2013) die Qualität der Umwelt zu verbessern und eine nachhaltige Entwicklung der Region Rhône-Alpes zu gewährleisten;
  • durch die Bereitstellung von 30 Mio. EUR aus dem EFRE (bei Gesamtinvestitionen zwischen 75 und 100 Mio. EUR) für die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und die Bereitstellung von Breitband-Kommunikationsdiensten für 100 % der Unternehmen und Kommunen in der Region bis 2013 die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm für die Region Rhône-Alpes gliedert sich in sechs Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Innovation und wissensbasierte Wirtschaft [ca. 38 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Die Prioritätsachse 1 ist auf zwei Hauptziele ausgerichtet:

  • durch Hilfe für die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit (FuE) der Unternehmen die technologische Innovation zugunsten der Unternehmen zu unterstützen, indem die Nutzung von Forschung und Technologietransfers gefördert wird. Weiter soll der Zugang von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu Forschung und Innovation verbessert und durch Förderung der Ingenieurwissenschaften und von sektorbezogenen Vorgehensweisen der Aufholprozess der KMU unterstützt werden;
  • Antizipation von Veränderungen zur begleitenden Unterstützung von KMU und Kleinstunternehmen in ihrer Entwicklung.

Prioritätsachse 2: Diversifizierung und Förderung der Wirtschaftstätigkeit [ca. 25 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Diese Prioritätsachse zielt darauf ab, die nachhaltige Entwicklung der Region zu stärken und durch Förderung der Wirtschaftstätigkeit die Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen, indem Dienstleistungen für die Bevölkerung und die Wirtschaftsteilnehmer zugänglich gemacht und die Nutzung von IKT gefördert werden.

Prioritätsachse 3: Umweltschutz und Gefahrenvermeidung [ca. 13 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Ziele der vorgeschlagenen Interventionen im Rahmen der Prioritätsachse 3:

  • Kampf gegen die Klimaerwärmung durch Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Verkehr;
  • Steigerung der Attraktivität des Lebensumfelds und der Umwelt.

Prioritätsachse 4: Zugänglichkeit – Verkehr und IKT [ca. 15 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Die Ziele der Prioritätsachse 4 sind:

  • Ausbau des multimodalen Verkehrs und von umweltverträglichen Verkehrsträgern;
  • Begleitung von innovativen Verkehrsprojekten;
  • Unterstützung des Zugangs von Unternehmen und Bevölkerung zur Informationsgesellschaft durch Sensibilisierung der Akteure für die IKT, die Entwicklung leistungsfähiger Dienste, den Ausbau des Studiengangs Informatik und Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Region.

Prioritätsachse 5: Die Rhône als Achse für wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz [ca. 7 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Ziel der Prioritätsachse 5 ist es, einen Beitrag zur Umsetzung einer Strategie für eine nachhaltige Entwicklung der Rhône und des Rhônetals zu leisten.

Prioritätsachse 6: Technische Hilfe [ca. 2 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Die technische Hilfe dient zur Kofinanzierung der Verwaltungs-, Begleit-, Bewertungs-, Förder-, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Rhône-Alpes'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO022

Number of decision

C/2007/3950

Datum der endgültigen Annahme

14/08/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Innovation und wissensbasierte Wirtschaft 121 000 000 123 643 067 244 643 067
Diversifizierung und Förderung der Wirtschaftstätigkeit 85 000 000 104 767 442 189 767 442
Umwelt und Gefahrenvermeidung 46 000 000 49 450 000 95 450 000
Zugänglichkeit – Verkehr und IKT 48 000 000 73 627 273 121 627 273
Die Rhône als Achse für wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz 24 000 000 22 000 000 46 000 000
Technische Hilfe 10 049 596 3 349 865 13 399 461
Gesamtausgaben 334 049 596 376 837 647 710 887 243