Operationelles Programm 'Midi-Pyrénées'

Strukturinterventionen der Gemeinschaft unter Beteiligung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung'

Frankreich

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Am 25. Juli 2007 hat die Europäische Kommission das operationelle Programm für die Strukturinterventionen der Gemeinschaft unter Beteiligung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ in der Region Midi-Pyrénées angenommen (Entscheidung modifiziert C(2011) 3815 - 07/06/2011). Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf über 1,2 Milliarde €, der Höchstbeitrag des EFRE zum operationellen Programm beträgt 430,02 Mio. €, und der Höchstsatz der Kofinanzierung ist auf 35,01 % festgelegt. Der vorgesehene nationale Beitrag von 478,3 Mio. € kann teilweise durch Inanspruchnahme von Gemeinschaftsdarlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der sonstigen Darlehensinstrumente gedeckt werden.

1. Strategische Ziele und Prioritäten des operationellen Programms

Kernstück des operationellen Programms sind die Herausforderungen, die in der Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation, in einer maßvolleren und umweltgerechteren Entwicklung sowie im Zusammenhalt in einer solidarischen Region liegen.

Das Programm wird eine Konzentration der Mittel dadurch ermöglichen, dass weniger, dafür aber wirksamere Projekte gefördert werden. Da darauf geachtet wurde, dass es die regionalen Komponenten des operationellen Programms „Beschäftigung“, des Plans für die ländliche Entwicklung und die anderen gebietspolitischen Maßnahmen (insbesondere den Contrat de projets Etat-région) ergänzt, ist es für die Entwicklung der Region Midi-Pyrénées von erheblicher Bedeutung.

Drei Hauptziele bilden die Grundlage für die Prioritäten des operationellen Programms:

  • Anreize für die Innovation und die wissensbasierte Wirtschaft
  • Förderung der nachhaltigen Entwicklung und des Kampfes gegen den Klimawandel
  • Stärkung des räumlichen Zusammenhalts und der Erreichbarkeit der Region als wesentliche Faktoren einer solidarischen Entwicklung.

Aufgrund der ausführlichen Beschreibung der strategischen Ziele kann der Anteil der für die Lissabon-Prioritäten bestimmten Gemeinschaftsmittel für den EFRE auf 67 % und für die beiden Fonds EFRE und ESF zusammen auf 76 % geschätzt werden.

2. Abschätzung der Folgen der Investition durch die EU

Durch die Gemeinschaftsfinanzierung sollen 7000 Arbeitsplätze in den Bereichen „Spitzentechnologie“ und „hochwertige Technologie“ sowie bei den spitzentechnologischen und wissensintensiven Dienstleistungen geschaffen werden. Vorgesehen sind die Veröffentlichung von 600 Patenten und die Schaffung von 130 Unternehmen mit Hilfe des regionalen Gründerzentrums im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE). Weitere Ziele sind die Verringerung der CO2-Emissionen um 7 %, eine Zunahme der Reisenden pro Kilometer um 10 %, die Versorgung von 95 % der Bevölkerung mit öffentlichen, örtlichen und überörtlichen digitalen Inhalten und die Steigerung des Anteils ökologisch einwandfreier Wassermassen um 20 %.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm ist in sieben Prioritäten unterteilt:

Priorität 1. Stärkung des Forschungspotenzials der Wettbewerbsfähigkeitspole der regionalen Leistungszentren und Modernisierung der mit ihnen verbundenen Einrichtungen der höheren Bildung

Durch die Konzentration der Aktivitäten auf die Stärkung des Forschungspotenzials der Wettbewerbsfähigkeitspole und der Leistungszentren der Region Midi-Pyrénées, auf Projekte der Zusammenarbeit zwischen Vertretern der Forschung und der Wirtschaft und auf die Förderung der Aufgeschlossenheit der Jugendlichen und der Öffentlichkeit für die Naturwissenschaften entspricht dieser Schwerpunkt in seiner Ausrichtung den europäischen und nationalen Zielen in diesen Bereichen.

Priorität 2. Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch eine systematisch zielgerechte Unterstützung für Projekte, Innovationen und die Professionalisierung der Beteiligten

Diese Priorität zielt auf die Ermutigung zur Innovation und zum Unternehmergeist in den Unternehmen ab und soll die Schaffung von mehr und besseren Arbeitsplätzen durch Berücksichtigung des Kriteriums „dauerhafte Entwicklung“ bewirken. Maßnahmen, die zur Verwirklichung dieser Ziele beitragen, bestehen z. B. darin, mehr Menschen zum Eintritt in den Arbeitsmarkt oder zur Gründung eines Unternehmens zu veranlassen, die Anpassungsfähigkeit von Arbeitnehmern und Unternehmen zu verbessern und die Investitionen in das Humankapital zu erhöhen.

Priorität 3. Bewahrung und Nutzung des Umweltkapitals der Region Midi-Pyrénées

Die Beteiligung der Region am weltweiten Kampf gegen die Klimaerwärmung stellt die Programmpriorität auf dem Gebiet der Umwelt dar. Sie ist umso dringlicher, als im Zeitraum 1990-2003 in dieser Region eine Zunahme der CO2-Emissionen um 10% zu verzeichnen ist. Die Qualität der natürlichen Ressourcen (vor allem der Gewässer) ist für die Region Midi-Pyrénées eines der wichtigsten Umweltthemen. Bis 2015 soll der gute Umweltzustand erreicht werden, den die auf europäischer Ebene angenommene Wasserrahmenrichtlinie vorsieht.

Priorität 4. Dynamisierung der Entwicklung in der Gebirgsregion der Pyrenäen durch eine die Regionen übergreifende Politik der Ausgewogenheit und Nachhaltigkeit

Unterstützt werden sowohl die überregionalen Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft und der Wettbewerbsfähigkeit in der Gebirgsregion der Pyrenäen als auch örtliche Projekte, die zur nachhaltigen Entwicklung des Gebietes beitragen. Beispielsweise werden Initiativen unterstützt, mit denen in die örtliche Bevölkerung und die Touristen für die natürlichen Gefahren des Hochgebirges sensibilisiert werden, sowie Regionen übergreifende Vorhaben, die zur Nutzbarmachung des Natur- und Kulturerbes der Pyrenäen beitragen.

Priorität 5. Verbesserungen der Verkehrsanbindung, der Attraktivität und der Verkehrsbedienung des Gebiets der Region

Die Lage der Infrastruktureinrichtungen, die Ausdehnung des Gebiets, die Zersiedlung und die starke Bevölkerungszunahme führen in der Region Midi-Pyrénées zu einer – ökologisch besonders bedenklichen – intensiven Nutzung von Kraftfahrzeugen und einer alle Verkehrsträger betreffenden starken Zunahme der Verkehrsnachfrage. Von unabdingbarer Bedeutung für eine ausgewogene Entwicklung der Region, aber auch für den Kampf gegen den Klimawandel, ist daher die Verbesserung des Zugangs zum Eisenbahnnetz für mehrere Arbeitsmarktgebiete der Region. Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bietet eine weitere Chance dazu, die Region Midi-Pyrénées in der Fläche verkehrsmäßig besser zu erschließen und die Zunahme des Individualverkehrs zu begrenzen.

Priorität 6. Unterstützung der städtischen Projekte zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der Multimodalität

Dieser Schwerpunkt betrifft speziell die Maßnahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung mit dem Ziel, den Zusammenhalt von strukturschwachen Gebieten zu stärken. Zwei Ziele tragen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts zwischen den Städten und den Problemvierteln bei: Unterstützung der Projekte zur integrierten Entwicklung ausgegrenzter oder im Niedergang begriffener Stadtteile und Förderung einer nachhaltigeren und leistungsfähigeren städtischen Verkehrsinfrastruktur.

Priorität 7. Technische Unterstützung

Im Rahmen dieser Priorität werden die Einrichtung eines effizienten Verwaltungs-, Überwachungs- und Kontrollsystems, die Programm- und Projektbewertung sowie die Öffentlichkeitsarbeit und die Maßnahmen zur Bewerbung des Programms und der durchgeführten Aktionen unterstützt.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Midi-Pyrénées'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO021

Number of decision

C/2007/3688 + C(2011) 3815

Datum der endgültigen Annahme

25/07/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Stärkung des Forschungspotenzials der Wettbewerbsfähigkeitspole der regionalen Leistungszentren und Modernisierung der mit ihnen verbundenen Einrichtungen der höheren Bildung 97 500 000 131 625 000 229 125 000
Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch eine systematisch zielgerechte Unterstützung für Projekte, Innovationen und die Professionalisierung der Beteiligten 140 000 000 140 000 000 280 000 000
Bewahrung und Nutzung des Umweltkapitals der Region Midi-Pyrénées 60 388 895 82 974 016 143 362 911
Dynamisierung der Entwicklung in der Gebirgsregion der Pyrenäen durch eine die Regionen übergreifende Politik der Ausgewogenheit und Nachhaltigkeit 19 158 743 24 000 000 43 158 743
Verbesserungen der Verkehrsanbindung, der Attraktivität und der Verkehrsbedienung des Gebiets der Region 74 000 000 74 000 000 148 000 000
Unterstützung der städtischen Projekte zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der Multimodalität 26 000 000 22 533 333 48 533 333
Technische Hilfe 12 975 991 3 249 571 16 225 562
Gesamtausgaben 430 023 629 478 381 920 908 405 549