Operationelles Programm 'Lothringen'

Programm im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung' das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

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Am 7. August 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Lothringen (Frankreich) im Zeitraum 2007-2013.

Das operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 1,1 Mrd. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 330 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 2,3 % der Fördermittel der Gemeinschaft, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2003 für Frankreich vorgesehen sind.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Die Strategie für das operationelle Programm verfolgt im Zuge der strategischen Ausrichtungen der Gemeinschaft und des nationalen strategischen Rahmens die nachstehenden Ziele:

  • Begleitung des wirtschaftlichen Wandels im Gefolge des Niedergangs nach der Einstellung der Tätigkeit der Grundstoffindustrien (Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie und Textilindustrie).
  • Ausbau der Attraktivität der Region.

Die Region Lothringen wandelte sich von einer Wirtschaft mit industriell einseitiger Ausrichtung zu einem Wirtschaftsgefüge, das durch die Ansiedelung von überwiegend ausländischen Industrieunternehmen ein diversifizierteres Bild bietet. Die vorrangige Aufgabe ist, die Wirtschaft der Region Lothringen auf der Grundlage ihrer Stärken weiterzuentwickeln und sie im Einklang mit den Forschungsaktivitäten, deren Schwerpunkt auf den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) liegt, wettbewerbsfähiger und nachhaltiger zu gestalten.

Darüber hinaus zeichnet sich die Notwendigkeit ab,

  • das Niveau des Dienstleistungssektors zu verbessern und zu steigern,
  • Maßnahmen für eine nachhaltige Raumordnung einzuleiten,
  • die Qualität der Umwelt zu bewahren.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Als Beispiel seien die Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich von Innovation, Forschung, Wettbewerbsfähigkeit und neuen Technologien genannt, die die Schaffung von rund 6 800 neuen Arbeitsplätzen sowie von 2 800 bis 3 500 neuen Unternehmen ermöglichen dürften, welche aus der Zusammenarbeit von Forschung und Industrie entstehen.

Außerdem dürften ca. 200 bis 250 Patentanmeldungen eingereicht und 2 050 Hochschulabschlüsse im Bereich der E-Education erworben werden.

Die durch die Gemeinschaft gewährte Unterstützung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und der Bekämpfung des Treibhauseffekts dürfte dazu beitragen, dass die Treibhausgasemissionen um 80 000 Tonnen CO2 verringert werden können.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm für die regionale Entwicklung der Region Lothringen baut auf sechs Prioritätsachsen auf:

Prioritätsachse 1: Entwicklung von Innovationen, Forschung, Wettbewerbsfähigkeit und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) [ca. 65,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Diese Prioritätsachse umfasst mehrere Aktionen:

  • Ausarbeitung einer regionalen Innovationsstrategie;
  • Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben und Ausbau von ausgewiesenen Kompetenzzentren sowie Schaffung neuer Kompetenzzentren;
  • Verbesserung der Zusammenarbeit der Akteure im Bereich Forschung und Innovation;
  • Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Verbreitung innovativer Technologien;
  • Technologietransfer und Einsatz von IKT.

Prioritätsachse 2: Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und der Bekämpfung des Treibhauseffekts [ca. 15 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Ziel dieser Prioritätsachse ist die Förderung der folgenden Bereiche:

  • Energieeffizienz und Entwicklung erneuerbarer Energieträger;
  • Erhalt der biologischen Vielfalt und besonders schützenswerter Gebiete;
  • vorbeugende Maßnahmen gegen besondere Risiken, denen die Bevölkerung in Lothringen ausgesetzt ist (Hochwasser, Folgen der Industrie- und Bergbautätigkeit sowie kontaminierte Standorte und Böden).

Der Umweltschutz wird außerdem durch eine Politik für sauberen Verkehr unterstützt, insbesondere durch Förderung des intermodalen Verkehrs und alternativer Verkehrsmittel, des Ausbaus der städtischen Verkehrsnetze auf getrennten Gleiskörpern sowie des Schienen- und Binnenschifffahrtsgüterverkehrs.

Prioritätsachse 3: Unterstützung der Kommunalpolitik [ca. 4,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Diese Prioritätsachse wird über eine Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt, bei der der Schwerpunkt auf Aktionen liegt, mit denen die Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit gefördert wird und zugleich durch geeignete Maßnahmen die soziale Ausgrenzung verringert und Umweltprobleme bekämpft werden sollen, um auf diese Weise einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten zu können.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Governance der Projekte, die spezifische Aktionen beispielsweise in den folgenden Bereichen umfassen sollen:

  • Entwicklung der Wirtschaftstätigkeit;
  • Lenkung der Energieversorgung;
  • zusätzliche Dienstleistungsangebote für die Bevölkerung;
  • Sanierung der natürlichen Umwelt.

Empfänger der Aufforderung zur Teilnahme am Projekt sind die Kommunen, die sich bereits im Rahmen eines Stadtvertrags zur Förderung des sozialen Zusammenhalts (CUCS) engagieren.

Prioritätsachse 4: Förderung der vorrangigen Aufgaben für die Entwicklung der Region Lothringen [ca. 10,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Die vierte Prioritätsachse umfasst im Einzelnen:

  • die Sanierung der betroffenen Gebiete, um die negativen Folgen der Betriebsstilllegungen im Bereich des Bergbaus, der Eisen- und Stahlindustrie und der Textilindustrie weiter zu verringern;
  • Valorisierungsmaßnahmen im Bereich der angefahrenen Bahnhöfe im Zuge der Aufnahme des TGV-Betriebs;
  • Beteiligung an der Entwicklung ausgewiesener grenzüberschreitender kommunaler Gebiete.

Prioritätsachse 5: Regionenübergreifendes Programm für den Gebirgsraum der Vogesen [ca. 2,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Die Ziele dieser Prioritätsachse sind um fünf Themenbereiche angelegt:

  • Flankierende Unterstützung der Diversifizierung und Erneuerung des Angebots an Aktivitäten und der Beherbergungsangebote für einen nachhaltigen Tourismus;
  • Integration der energie- und klimapolitischen Herausforderungen in das Wirtschaftsgefüge der Gebirgsregion;
  • Begleitung der Modernisierung des Dienstleistungsangebots für die Bevölkerung;
  • Stärkung von Maßnahmen zur Sicherung der Verfügbarkeit von Bodenflächen und Stärkung der Flächennutzung;
  • Optimierung des Angebots im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel und Ausbau des intermodalen Verkehrs.

Prioritätsachse 6: Technische Hilfe [ca. 2 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Diese Prioritätsachse dient zur Unterstützung:

  • des Aufbaus eines leistungsfähigen Verwaltungs-, Begleitungs- und Kontrollsystems;
  • der Programm- und Projektevaluierung;
  • der Darstellung, Kommunikation und Werbung für das Programm und der in diesem Rahmen durchgeführten Maßnahmen.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Lothringen'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO015

Number of decision

C/2007/3869

Datum der endgültigen Annahme

07/08/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Entwicklung von Innovationen, Forschung, Wettbewerbsfähigkeit und IKT 156 750 000 156 750 000 313 500 000
Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und der Bekämpfung des Treibhauseffekts 70 100 000 70 100 000 140 200 000
Unterstützung der Kommunalpolitik 24 000 000 24 000 000 48 000 000
Förderung der vorrangigen Aufgaben für die Entwicklung der Region Lothringen 55 996 415 60 277 213 116 273 628
Regionenübergreifendes Programm für den Gebirgsraum der Vogesen 10 870 000 15 624 000 26 494 000
Technische Hilfe 11 690 000 11 490 000 23 180 000
Gesamtausgaben 329 406 415 338 241 213 667 647 628