Operationelles Programm 'Languedoc-Roussillon'

Im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

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Am 18. Oktober 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Languedoc-Roussillon (Frankreich) im Zeitraum 2007-2013.

Das operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 817 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 270 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 1,9 % der Fördermittel der Gemeinschaft, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Frankreich vorgesehen sind.

Der vorgesehene nationale Beitrag beläuft sich auf ca. 386,3 Mio. EUR und kann teilweise aus Gemeinschaftsdarlehen, ausgereicht von der Europäischen Investitionsbank (EIB), sowie aus anderen Darlehensinstrumenten gebildet werden.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Die Strategie des operationellen Programms stützt sich insbesondere auf:

  • die Chancen für die Region, wie sie bei der Diagnose und Analyse der Schwächen und des Potenzials des Gebiets deutlich geworden sind,
  • die strategische Ausrichtung der Gemeinschaft und den nationalen strategischen Rahmen, in denen die Grundsätze der Zweckbindung der Fördermittel festgelegt sind.

Die regionale Strategie baut auf fünf Themen auf, die zugleich die Prioritätsachsen des Programms bestimmen:

  • Innovation, Technologietransfer und wirtschaftliche Entwicklung;
  • Umwelt und vorbeugende Risikovermeidung;
  • alternative Verkehrsträger zum Straßenverkehr;
  • Informations- und Kommunikationstechnologien;
  • Zugänglichkeit und territorialer Zusammenhalt.
  • Der für die Ziele der Lissabon-Strategie bestimmte Anteil an Gemeinschaftsmitteln lässt sich anhand der detaillierten Beschreibung der strategischen Ausrichtungen auf mehr als 67 % der bereitgestellten Mittel schätzen.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Durch das finanzielle Engagement der Gemeinschaft dürften fast 440 neue Arbeitsplätze geschaffen und 140 innovative Unternehmen gegründet werden sowie 70 Projekte durchgeführt werden können, bei denen Unternehmen und Forschung zusammenarbeiten; außerdem könnten 4 000 Unternehmen im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung eingebunden werden.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm gliedert sich in vier Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Entwicklung von Innovation und Wissensgesellschaft, Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeitsfaktoren [ca. 42,4 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Innovation ist ein Prozess, bei dem die Möglichkeiten, die der Markt bietet, für die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse genutzt werden. Ein hoher Wettbewerbsdruck ist daher unverzichtbar, um den Unternehmen starke Anreize für ständige Innovation und Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten (FuE) zu geben, aber auch, um andere, nicht technologiegestützte Innovationsformen zu entwickeln, beispielsweise in den Bereichen Marketing, Design, Organisation, Soziales, Governance, Dienstleistungen oder Umwelt.

Durch die erste Prioritätsachse sollen insbesondere:

  • konzertierte Maßnahmen zur Betreuung des Innovationssektors gefördert werden;
  • die Schaffung der erforderlichen Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen der Region in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien gefördert werden;
  • regionale Forschungsaktivitäten zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unterstützt werden.

Prioritätsachse 2: Verringerung der Gefährdung der Fördergebiete, Sicherung ihrer Anziehungskraft und ihrer ökologischen Qualität und Begrenzung der Treibhausgasemissionen [ca. 32,3 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Aufgrund der Vielfalt der klimatischen Einflüsse (mediterrane, atlantische, kontinentale Einflüsse), aber auch aufgrund des Geländeprofils und der geologischen Besonderheiten profitiert die Region Languedoc-Roussillon von einer besonders reichen und vielfältigen Umwelt und Natur. Dieses ökologische Kapital bildet neben seinem kulturhistorischen Wert – dem nicht selten nationale Bedeutung zukommt – nicht nur die Existenzgrundlage für bestimmte Wirtschaftstätigkeiten (Fischerei, Muschelzucht, Landwirtschaft, Tourismus), sondern ist auch ein wichtiger Faktor, der die Anziehungskraft und Besonderheit für die Ansiedelung von Menschen und Unternehmen ausmacht.

Das häufig sehr empfindliche Gleichgewicht dieser Milieus ist durch erheblichen äußeren Druck und Zielkonflikte bei ihrer Nutzung bedroht: Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung, Naturgefahren, Erosion der Meeresböden, Qualität der Wasserressourcen, Kommunikationsinfrastrukturen usw. Die Frage des Verhältnisses zwischen den unterschiedlichen Wirtschaftstätigkeiten des Menschen und den davon ausgehenden Belastungen der Natur stellt sich somit mit besonderer Dringlichkeit.

Die Ziele dieser Prioritätsachse sind:

  • vorbeugende Maßnahmen gegen Risiken für Bevölkerung und Wirtschaft;
  • Schutz der Küstenregionen und Wiederherstellung besonders symbolträchtiger Orte;
  • Förderung der Energieeffizienz und der Entwicklung erneuerbarer Energieträger;
  • Beitrag zur Verminderung der Treibhausgasemissionen;
  • Schutz der Wasserqualität und der Meeresumwelt;
  • Maßnahmen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen;
  • Maßnahmen, mit denen Schutz und Valorisierung der Arten, der unter Naturschutzgesichtspunkten besonders wertvollen Orte und der Landschaften gewährleistet werden können.

Prioritätsachse 3: Förderung der Zugänglichkeit (Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Infrastrukturen) und einer ausgewogenen Entwicklung der Fördergebiete [ca. 24,1 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Region Languedoc-Roussillon und der Gebiete, die diese Region bilden, ist einerseits die Verbesserung ihrer Zugänglichkeit – sowohl hinsichtlich der IKT als auch der Verkehrsinfrastruktur – und andererseits ihre Attraktivität im Gesamtkontext einer ausgewogenen Raumordnung.

Darüber hinaus gilt es auch, die Chancengleichheit und den sozialen Zusammenhalt zu fördern, und zwar sowohl bei der Aufwertung der Stadtgebiete als auch der flankierenden Begleitung der Flächen und Gebieten im Rahmen des Konzepts der „excellence territoriale“, der Anhebung der Qualität des geografischen Gebiets auf ein herausragendes Niveau. Durch dieses auf das geografische Gebiet zugeschnittene Konzept sollen die sektoralen politischen Maßnahmen und die Formen der vertraglichen Bindungen in ihrem räumlichen Zusammenwirken gezielt aufeinander abgestimmt werden.

Die vorrangigen Ziele dieser dritten Prioritätsachse sind:

  • Stärkung der Netze und Infrastrukturen im Bereich der IKT;
  • Entwicklung innovativer Nutzungsformen für IKT;
  • eine bessere Versorgung des Fördergebiets;
  • Förderung und Entwicklung alternativer Verkehrsträger zum Straßenverkehr;
  • Streben nach Wettbewerbsfähigkeit in Kombination mit einer ausgewogenen Entwicklung und dem Zusammenhalt der Fördergebiete.

Prioritätsachse 4: Technische Hilfe [ca. 1,2 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Gegenstand dieser Prioritätsachse ist eine wirksame Verwaltung der Gemeinschaftsmittel für die Durchführung und Begleitung des Programms und der Projekte durch:

  • Unterstützung des Verwaltungs-, Begleitungs- und Kontrollsystems sowie der Bewertung des operationellen Programms und der Projekte;
  • Unterstützung von Betreuungs-, Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeitsmaßnahmen für das operationelle Programm und die kofinanzierten Maßnahmen.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Languedoc-Roussillon'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO013

Number of decision

C/2007/5206

Datum der endgültigen Annahme

18/10/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Entwicklung von Innovation und Wissensgesellschaft, Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeitsfaktoren 99 015 151 107 656 473 206 671 624
Verringerung der Gefährdung der Fördergebiete, Sicherung ihrer Anziehungskraft und ihrer ökologischen Qualität und Begrenzung der Treibhausgasemissionen 93 611 000 153 452 309 247 063 309
Förderung der Zugänglichkeit (IKT und Infrastrukturen) und einer ausgewogenen Entwicklung der Fördergebiete 71 493 876 121 078 338 192 572 214
Technische Hilfe 6 300 000 4 200 000 10 500 000
Gesamtausgaben 270 420 027 386 387 120 656 807 147