Operationelles Programm 'Guadeloupe'

Operationelles Programm 2007-2013 für die Region Guadeloupe im Rahmen des Ziels 'Konvergenz' das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

 Weitere Extras

 

Am 20. Dezember 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Guadeloupe (Frankreich) im Zeitraum 2007-2013.

Das operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 986 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Konvergenz“. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 543 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 3,8 % der Fördermittel der Gemeinschaft, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Frankreich vorgesehen sind.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Guadeloupe ist ein aus acht Hauptinseln bestehender Archipel mit einer Gesamtfläche von 1 705 km²; die Entfernung zu Paris beträgt 7 000 km. Diese Inselgruppe wird durch ein doppeltes Handicap belastet: ihre Entfernung zum „Mutterland“ und ihre Insellage.

Die Einwohnerzahl verzeichnet eine steigende Tendenz (Schätzung vom 1. Januar 2005: 453 028 Einwohner). Die jährliche Steigerungsrate beträgt 1 %, wobei als besondere Merkmale eine nur schwer in den Griff zu bekommende Zuwanderung und der hohe Anteil junger Menschen hinzukommen. Diese Faktoren stellen vor dem Hintergrund der angestrebten Vollbeschäftigung eine gewaltige Herausforderung dar.

Die Entfernung zu Europa, die Bürde der Insellage, mögliche Naturgefahren (Erdbeben, Wirbelstürme usw.), die begrenzte Landfläche des Gebiets, verbunden mit einer geografischen Zersplitterung, ziehen erhebliche Mehrkosten nach sich und erklären auch die relative Schwäche des Produktionsapparates. Diese Umstände wirkten sich bisher als Faktoren aus, die für eine rasche wirtschaftliche Entwicklung denkbar ungünstig sind.

Die lokale wirtschaftliche Situation lässt dennoch ermutigende Entwicklungen erkennen. Guadeloupe verzeichnet spürbare Wachstumsraten, als deren Folge das Pro-Kopf-BIP seit 1993 jährlich um 4,8 % steigt, wobei diese Steigerungsraten zu 80 % aus Aktivitäten des Dienstleistungssektors und des Handels gespeist werden. Behindert wird die wirtschaftliche Dynamik durch eine um sich greifende Arbeitslosigkeit (Ende 2005 betrug die Arbeitslosenquote 26 %), deren Ausmaß jedoch begrenzt werden kann.

Die Strategie des operationellen Programms stützt sich insbesondere auf:

  • die Chancen für die Region, wie sie bei der Diagnose und Analyse der Schwächen und des Potenzials des Gebiets deutlich geworden sind,
  • die strategische Ausrichtung der Gemeinschaft und den nationalen strategischen Rahmen, in denen die Grundsätze der Zweckbindung der Fördermittel festgelegt sind.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Durch das finanzielle Engagement der Gemeinschaft dürften sich vor allem folgende Ziele erreichen lassen:

  • die Steigerung der Touristenzahlen um ca. 20 % und eine spürbare Aufwertung des Angebots im Tourismussektor;
  • 400 direkt bezuschusste Projekte;
  • 300 neu geschaffene direkte Arbeitsplätze;
  • 5 000 Arbeitsplätze, die im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) geschaffen werden;
  • 30 Projekte im IKT-Bereich;
  • 1 700 Unternehmen, die Finanzierungsmittel erhalten;
  • Investitionen mit einem Volumen von 250 Mio. EUR;
  • eine Steigerung der Zahl der in Forschungseinrichtungen geschaffenen Stellen für im Forschungsbereich tätige Wissenschaftler um 30 %;
  • 500 Unternehmen, die im Rahmen einer gemeinsamen Maßnahme unterstützt werden;
  • eine Abfallverwertungsquote von 35 % (stoffliche und energetische Verwertung);
  • 45 000 zusätzliche Personen werden an Abwasserbehandlungsanlagen angeschlossen;
  • 1 500 Projekte zur Nutzung erneuerbarer Energieträger;
  • 210 000 zusätzliche Personen werden an ein verbessertes städtisches Nahverkehrsnetz angeschlossen;
  • 31 Projekte, mit denen Primarschulen auf den nach den Erdbebenschutznormen vorgeschriebenen Standard gebracht werden sollen.

3. Prioritäten

Ziel des operationellen Programms ist es, Guadeloupe in eine wettbewerbsfähige Position innerhalb der EU und in ihrem regionalen Umfeld zu bringen, indem zukunftsorientierte Wirtschaftszweige unterstützt werden und parallel hierzu die erforderliche Modernisierung unter Bewahrung und Aufwertung des einzigartigen Naturerbes des Archipels fortgeführt wird.

Das operationelle Programm baut auf drei Prioritätsachsen auf:

  • Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung und Stärkung des Wettbewerbs, vor allem durch Tourismus, Unternehmensförderung sowie Forschung, Entwicklung und Innovationen (FuEuI);
  • Verbesserung der Umweltqualität als flankierende Maßnahme zur Wettbewerbsfähigkeitsstrategie, wobei vor allem die Probleme der Wasserversorgung, Abfallbehandlung und biologischen Vielfalt angegangen werden sollen;
  • Stärkung des sozialen und territorialen Zusammenhalts durch eine bessere öffentliche Nahverkehrspolitik, Stadterneuerung und Verbesserung des Bildungsangebots.

Ziele der Komponente „Wettbewerbsfähigkeit“ sind insbesondere:

  • die Steigerung der Zahl der im Forschungsbereich tätigen Wissenschaftler und der Kooperationsprojekte zwischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie der Zahl der Patentanmeldungen;
  • der weitere Ausbau des Tourismus in der Region;
  • Einbeziehung sämtlicher Gewerbe- bzw. Wirtschaftsgebiete in Breitbandnetze und Senkung der Gebühren.

Hauptziele der Umweltkomponente sind:

  • die Steigerung der Abfallverwertungsquote;
  • der Ausbau der Leistungsfähigkeit der Trinkwasserversorgungsnetze;
  • der Anschluss eines größeren Teils der Bevölkerung an eine Abwasserbehandlungsanlage;
  • die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energieträger an der Stromerzeugung.

Die Ziele der Komponente für sozialen und territorialen Zusammenhalt sind:

  • die Steigerung des Teils der Bevölkerung, der eine Anbindung an ein verbessertes öffentliches innerstädtisches und Fernverkehrsnetz erhält;
  • ein Beitrag zur Belebung der Wirtschaftstätigkeit in städtischen Problemgebieten;
  • die Wiederherstellung des Gleichgewichts in der demografischen Entwicklung in den Städten des Archipels.

Das operationelle Programm gliedert sich in sieben Themenbereiche:

  • Wettbewerbsfähigkeit und Anziehungskraft (ca. 24,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs);
  • Umwelt (ca. 28 % des Gesamtinvestitionsumfangs);
  • sozialer und territorialer Zusammenhalt (ca. 17 % des Gesamtinvestitionsumfangs);
  • Saint-Martin und Saint-Barthélemy (ca. 4,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs);
  • zusätzliche Betriebskosten (ca. 12 % des Gesamtinvestitionsumfangs);
  • Mehrkosten bei Investitionen (ca. 12 % des Gesamtinvestitionsumfangs);
  • technische Hilfe (ca. 2 % des Gesamtinvestitionsumfangs).

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Guadeloupe'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR161PO002

Number of decision

C/2007/6822

Datum der endgültigen Annahme

20/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Wettbewerbsfähigkeit und Anziehungskraft 140 371 441 102 404 900 242 776 341
Umwelt 144 361 366 129 750 055 274 111 421
Sozialer und territorialer Zusammenhalt 93 551 338 74 979 179 168 530 517
Saint-Martin und Saint-Barthélemy 30 118 174 13 122 183 43 240 357
Zusätzliche Betriebskosten 60 149 608 60 149 608 120 299 216
Mehrkosten bei Investitionen 60 149 607 60 150 000 120 299 607
Technische Hilfe 14 000 000 3 073 170 17 073 170
Gesamtausgaben 542 701 534 443 629 095 986 330 629