Operationelles Programm 'Korsika'

Programm im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

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Am 24. Januar 2008 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Korsika (Frankreich) im Zeitraum 2007-2013.

Dieses operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 425 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union werden dafür rund 150 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 1,1 % der Fördermittel der Gemeinschaft, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Frankreich vorgesehen sind.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Die 8 680 km² große Insel Korsika liegt 160 km von Nizza und 90 km von der italienischen Küste entfernt. 2006 lebten nach Angaben des französischen Amts für Statistik (INSEE) 272 600 Einwohner auf der Insel. Die Bevölkerung Korsikas wächst schneller als im Landesdurchschnitt, in erster Linie aufgrund des Zuzugs von Erwerbstätigen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren und Rentnern über 60 Jahren. Der natürliche Bevölkerungszuwachs liegt bei nahezu null.

Korsika verzeichnete in den letzten Jahren eine anhaltend starke Wachstumsdynamik beim BIP, die höher als im Landesdurchschnitt ausfiel. Mit einem Pro-Kopf-BIP von 20 918 EUR im Jahre 2004 ist die Region aber immer noch das Schlusslicht im Mutterland Frankreich (77,5 % des Landesdurchschnitts).

Das BIP Korsikas ist sehr stark vom tertiären Sektor abhängig. Es wird größtenteils durch Dienstleistungen erwirtschaftet (83 % des BIP gegenüber 72 % in Frankreich); daran ist das hohe strukturelle Gewicht öffentlicher Kredite und des Fremdenverkehrs abzulesen. Die Arbeitslosenquote lag jahrelang um ca. 3 Prozentpunkte über der Quote des Mutterlands. Die Lage hat sich 2004 und 2005 deutlich verbessert, und der Abstand betrug gegen Ende 2005 und zu Beginn 2006 nur noch einen halben Prozentpunkt (Frankreich 9,6 %, Korsika 10,1 %).

Die Strategie des operationellen Programms stützt sich vor allem auf:

  • die Chancen für die Region, wie sie bei der Diagnose und Analyse des Potenzials des Gebiets deutlich geworden sind, einerseits, und auf;
  • die strategischen Ausrichtungen der Gemeinschaft und den nationalen strategischen Rahmen, in denen die Grundsätze der Zweckbindung der Fördermittel festgelegt sind, andererseits.

Die Ziele des Programms lauten:

  • Entwicklung und Organisation der Innovationskapazitäten der Insel, weiterer Ausbau der wissensbasierten Wirtschaft nicht nur für die Bewohner, sondern auch für besonders wettbewerbsfähige Unternehmen in ihrem Wirtschaftszweig;
  • Entwicklung und Organisation einer nachhaltigen Umwelt durch Erhalt des wertvollen Kultur- und Naturerbes im Dienste einer umweltverträglichen Energieversorgung und Wirtschaftsentwicklung;
  • verbesserte Verkehrsanbindung und Verbund der Gebiete untereinander durch den Ausbau umweltverträglicher Netze (beim Verkehrsangebot und den Informationstechnologien), die die Lebensqualität der Inselbewohner durch Dienste verbessern, die sie miteinander und mit dem übrigen Europa und dem Rest der Welt verbinden.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Mit dem Abschnitt „Wettbewerbsfähigkeit“ des operationellen Programms wird insbesondere eine Erhöhung der Zahl der in den Unternehmen eingesetzten Forschungsmitarbeiter, der Kooperationsprojekte zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen sowie der Zahl industriell verwertbarer Patente angestrebt.

Im Bereich „Umweltschutz“ lauten die wichtigsten Zielvorgaben: Einbeziehung von mehr Menschen in die Brandschutzmaßnahmen, Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung, Energieeinsparung sowie Ausweitung der Zahl der Schutzgebiete nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens.

Im Rahmen des Abschnitts „Verkehrsanbindung und Verkehrsverbund“ der Gebiete wird angestrebt, mehr Menschen an ein verbessertes Nahverkehrsnetz anzubinden, mehr Menschen den Anschluss an das Breitbandnetz zu ermöglichen und den Treibhausgasausstoß zu reduzieren.

3. Prioritäten

Mit der Entscheidung der Kommission wird das gemeinschaftliche Förderprogramm des EFRE im Sinne des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ für die französische Region Korsika angenommen. Die Entscheidung ist das Ergebnis von Gesprächen und Verhandlungen zwischen der Kommission und Frankreich, die offiziell zwischen der Vorlage des ersten Entwurfs für das operationelle Programm am 25. Juni 2007 und der Übersendung der endgültigen Programmfassung am 19. Dezember 2007 stattfanden.

Das operationelle Programm baut auf vier Prioritätsachsen auf:

  • Entwicklung und Organisation von Innovation auf der Insel [ca. 55,7 % des Gesamtinvestitionsumfangs];
  • Erhalt und Aufwertung einer nachhaltigen Umwelt [ca. 23 % des Gesamtinvestitionsumfangs];
  • bessere Verkehranbindung und Verkehrsverbund der Gebiete untereinander [ca. 19 % des Gesamtinvestitionsumfangs];
  • technische Hilfe [ca. 2,4 % des Gesamtinvestitionsumfangs].

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Korsika'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO009

Number of decision

C/2007/6603

Datum der endgültigen Annahme

21/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Ausbau und Organisation von Innovation auf der Insel 71 850 000 164 764 000 236 614 000
Erhalt und Aufwertung einer nachhaltigen Umwelt 38 200 000 59 465 000 97 665 000
Bessere Verkehrsanbindung und Verbund der Gebiete untereinander 35 300 000 45 262 000 80 562 000
Technische Hilfe 5 115 376 5 115 376 10 230 752
Gesamtausgaben 150 465 376 274 606 376 425 071 752