Operationelles Programm 'Bretagne'

Im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

 Weitere Extras

 

Die Europäische Kommission genehmigte am 27. Dezember 2007 das operationelle Programm für die Region Bretagne in Frankreich im Zeitraum 2007-2013.

Das Gesamtvolumen dieses operationellen Programms im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" beläuft sich auf etwa 878 Mio. EUR. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 302 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt; dies entspricht etwa 2,1 % der Fördermittel der Gemeinschaft, die im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Frankreich vorgesehen sind.

1. Zweck und Ziel des Programms

Die Region Bretagne liegt an der Atlantikküste Frankreichs. Ihrer Lage auf einer Halbinsel entsprechend ist sie weitgehend – im Norden, Westen und zum Teil im Süden – von Meer umgeben, was ihre Randlage weiter verschärft. Die Arbeitslosenquote der Region liegt unter dem Landesdurchschnitt (7,9 % gegenüber 9,5 %), doch die städtischen und industriellen Beschäftigungszentren von Brest und Lorient befinden sich in einer weniger positiven Lage. In den ländlichen Gebieten ist die Arbeitslosenquote wiederum erheblich geringer.

Die regionale Wirtschaft der Bretagne ist immer noch in starkem Maße von Landwirtschaft und Agroindustrie geprägt, in denen über ein Viertel der Beschäftigten tätig sind, sowie durch die Abhängigkeit von der sich rasch wandelnden Rüstungsindustrie. Eine bedeutende Herausforderung stellt auch der Wandel der landwirtschaftlichen Produktionsmethoden für die Wasserqualität dar. Zwei Schlüsselsektoren der regionalen Wirtschaft lassen Anzeichen des Abschwungs erkennen: die Agrarlebensmittelindustrie sowie der Spitzentechnologiesektor.

Im Zeitraum 2007-2013 besteht die größte Gefahr für die Bretagne in einer Abkoppelung von den europäischen und globalen Wirtschaftsräumen aufgrund seiner geografischen Lage abseits der wichtigsten europäischen Güter- und Personenströme. Daher wurde für die Bretagne ein operationelles Programm vorgelegt, dessen besonderer Schwerpunkt ein Großprojekt im Bereich der Eisenbahninfrastruktur darstellt, für das EFRE-Mittel in Höhe von 100 Mio. EUR, d. h. ein Drittel der für die Bretagne für 2007-2013 vorgesehenen Gesamtmittel, eingesetzt werden sollen.

Die Strategie des operationellen Programms gliedert sich in folgende Bereiche:

  • Erreichbarkeit der Region;
  • Anfälligkeit für Wirtschaftskrisen;
  • Erschließung des Innovationspotenzials;
  • Auswirkungen des Klimawandels und der Dringlichkeit der Umweltfragen.

2. Die erwarteten Auswirkungen der Investitionen

Das Programm hat sich bis 2013 folgende Ziele gesteckt:

  • Erhöhung des Anteils der Bahn an der Personenbeförderung (Beförderungsströme zwischen der Bretagne und der Ile-de-France) von 43,5 % auf 48,5 %;
  • Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen (CO2 und CO2-Äquivalent) auf 100 000 t;
  • Erhöhung des Anteils der Personen, die für die Fahrt zum Arbeitsplatz öffentliche Verkehrsmittel nutzen, von 3,4 (1999) auf 5 %;
  • ein durchschnittliches jährliches Wachstum der Beschäftigung in den städtischen Regionen von 5 %.

3. Prioritätsachsen

Das operationelle Programm ist in fünf Prioritätsachsen gegliedert:

Prioritätsachse 1: Ausbau der Bretagne zu einer gut erreichbaren und attraktiven europäischen Region mit dem Ziel der Stärkung einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung [etwa 39,0 % der Gesamtinvestitionen]

Ziele im Rahmen dieser Prioritätsachse sind insbesondere:

  • eine bessere Vernetzung abgeschiedener Regionen;
  • Förderung nachhaltiger und umweltfreundlicher Beförderungsmittel;
  • Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung der massiven Probleme in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales in städtischen Ballungsgebieten;
  • Förderung von Verkehrsnetzen, die aus der Perspektive des Umweltschutzes tragfähig sind;
  • Sanierung der natürlichen Umwelt durch Umwandlung von Industriebrachen unter Wahrung und Erschließung des historischen und kulturellen Erbes;
  • Schaffung eines attraktiven Umfelds für hochqualifiziertes Personal durch Bildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie durch die Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) und die Erschließung des Innovationspotenzials.

Prioritätsachse 2: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der regionalen Wirtschaftsleistung durch Innovation und Wissen [etwa 40,1 % der Gesamtinvestitionen]

Die wichtigsten Ziele im Rahmen dieser Prioritätsachse sind:

  • Förderung eines wirtschaftlichen Klimas, das die Schaffung, die Verbreitung und den Einsatz neuer Kenntnisse seitens der Unternehmen begünstigt;
  • Aufbau effizienter regionaler Innovationssysteme;
  • Verbesserung der nationalen und regionalen FuE-Kapazitäten;
  • Verbreitung von Technologie und Wissen durch geeignete Mittel des Technologietransfers und des Wissensaustauschs;
  • Erhöhung der privaten und öffentlichen Investitionen im Bereich Innovation und FuE;
  • Erhöhung der Arbeitsintensität der Unternehmen und insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU);
  • Bekämpfung der Umweltverschmutzung mit den Schwerpunkten Abfallvermeidung, Wiederverwertung und biologischer Abbau;
  • Förderung der Informationsgesellschaft durch Unterstützung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Unternehmen und privaten Haushalten;
  • Förderung von Investitionen in die IKT-Infrastruktur.

Prioritätsachse 3: Ausbau der besonderen Stärken der Bretagne im Bereich Seefahrt und Meereswissenschaften unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung der Küstenregion [etwa 8,8 % der Gesamtinvestitionen]

Diese Prioritätsachse erfüllt zwei große Ziele: zum einen die Stärkung der führenden Stellung der Bretagne im Bereich Meereswissenschaften und Meereswirtschaft und zum anderen den Aufbau eines integrierten Managements der Küstenregion und der Hafenzonen.

Prioritätsachse 4: Erhaltung der Umwelt und Verhütung von natürlichen Risiken [etwa 11,8 % der Gesamtinvestitionen]

Ziele der im Rahmen dieser Prioritätsachse geplanten Maßnahmen sind:

  • Erschließung der biologischen Vielfalt der Region;
  • Unterstützung beim Kampf gegen die Klimaerwärmung;
  • Verhütung von natürlichen Risiken (in Bezug auf Energieressourcen und Hochwasserschutz);
  • Verbesserung und Verbreitung regionalen Wissens in Bezug auf die Umwelt.

Prioritätsachse 5: Technische Hilfe [etwa 0.4 % der Gesamtinvestitionen]

Technische Hilfe ist für die Umsetzung des Programms vorgesehen. Die Mittel können für die Verwaltung, die Betreuung, die Bewertung und die Überwachung des operationellen Programms verwendet werden.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Bretagne'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO007

Number of decision

C/2007/6909

Datum der endgültigen Annahme

27/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Ausbau der Bretagne zu einer gut erreichbaren und attraktiven europäischen Region mit dem Ziel der Stärkung einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung 346 150 000 132 150 000 214 000 000
Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der regionalen Wirtschaftsleistung durch Innovation und Wissen 347 950 000 103 950 000 220 000 000
Ausbau der besonderen Stärken der Bretagne im Bereich Seefahrt und Meereswissenschaften unter dem Aspekt einer nachhaltigen Entwicklung der Küstenregion 77 000 000 27 000 000 48 000 000
Erhaltung der Umwelt und Vorbeugung von natürlichen Risiken 96 420 000 29 920 000 64 500 000
Technische Hilfe 10 673 854 8 673 854 2 000 000
Gesamtausgaben 878 193 854 301 693 854 548 500 000