Operationelles Programm 'Auvergne'

Programm im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird

Frankreich

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Am 19. Oktober 2007 genehmigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die Region Auvergne (Frankreich) für den Zeitraum 2007-2013.

Dieses operationelle Programm mit einer finanziellen Ausstattung von insgesamt ca. 623 Mio. EUR fällt unter das Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“. Von der Europäischen Union (EU) werden dafür rund 207 Mio. EUR an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt, das sind ca. 1,4 % der Gemeinschaftsbeiträge für Frankreich im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013.

1. Zielsetzung und Zweck des Programms

Die Strategie des operationellen Programms stützt sich insbesondere auf folgende Elemente:

  • Ermittlung der Möglichkeiten der Region anhand einer Diagnose und Analyse des dort vorhandenen Potenzials;
  • Gemeinschaftlicher und nationaler Strategierahmen, in denen die Grundsätze der Zuweisung der Gemeinschaftsmittel festgelegt sind.

Die Auvergne liegt im Herzen des Massif Central und weist die Besonderheit einer geringen Bevölkerungsdichte auf, wobei die Bevölkerung und die Erwerbsmöglichkeiten jedoch gut über das gesamte Gebiet verteilt sind. Allerdings nimmt der Konzentrationsprozess in den städtischen Ballungsgebieten (und damit auch in Clermont-Ferrand) ständig zu.

Die Region steht vor zwei Herausforderungen: der Bevölkerungsschwund und die Erhaltung des Arbeitskräftepotenzials einerseits und der Rückgang der Erwerbsmöglichkeiten aufgrund der steigenden Anzahl von Unternehmen, die zur Übernahme bereitstehen, andererseits. Gleichzeitig besteht ein Bedarf an Umstrukturierungen und an Unternehmensneugründungen in neuen zukunftsträchtigen Wirtschaftssektoren. Angesichts dieser Herausforderungen gilt es, die Auvergne als Standort attraktiver zu machen, indem in den Innovationsbereichen, bei der wissensbasierten Wirtschaft, der Wettbewerbsfähigkeit, beim traditionellen wirtschaftlichen Gefüge, bei der Beschäftigung und bei der nachhaltigen Entwicklung angesetzt wird. Letztendlich geht es darum, in der Auvergne einen nachhaltigen Wachstumsprozess in Gang zu setzen. Das vorliegende Programm steht damit ganz im Zeichen der Lissabon-Strategie und der strategischen Ausrichtung der Gemeinschaft.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Der Erfolg des Programms wird anhand der Entwicklung folgender Indikatoren gemessen:

  • Zunahme der Anzahl der Doktoranden, der Forscher, der wissenschaftlichen und technischen Leistungen und der internationalen Tätigkeiten um 10 % im Zeitraum 2006-2013;
  • Steigerung der Anzahl der innovativen Unternehmen um 10 % im Zeitraum 2006-2013;
  • Steigerung der Anzahl der Unternehmensneugründungen um 8 % im Zeitraum 2006-2013;
  • Flächendeckende Einführung des Breitband-Internetzugangs zu 100 %;
  • Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energieträger von 14 % auf 20 % bis 2013;
  • Reinigung von 75 % aller Gewässer mit schlechter Wasserqualität bis 2013;
  • Verringerung der Emissionen von Treibhausgasen um 10 % im Zeitraum 2006-2013;
  • direkte und indirekte Schaffung von mehr als 1500 Arbeitsplätzen.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm gliedert sich in sieben prioritäre Bereiche:

Priorität 1: Förderung der Innovationstätigkeit und der wissensbasierten Wirtschaft [ca. 29,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Mit dieser Priorität soll die Innovationstätigkeit in den Unternehmen gefördert werden. Vorrang haben dabei:

  • Investitionen;
  • gemeinsame Anstrengungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit (einschließlich der Wettbewerbsfähigkeitspole „Fleisch und Fleischerzeugnisse“ „Innovationen im Bereich Getreide“ und „VIAMECA“);
  • Unterstützung für Kompetenzzentren im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE), die sich in der Auvergne auf die Bereiche Life-Sciences und Ingenieurswissenschaften konzentrieren. In diesem Zusammenhang sollen Unternehmergeist und engere Kontakte zwischen FuE und der Unternehmenswelt gefördert werden.

Priorität 2: Wirtschaftliche Entwicklung und Attraktivität des Standorts Auvergne [ca. 15 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Diese Priorität ist als Ergänzung zur Priorität 1 zu verstehen und teilt sich in zwei Komponenten auf:

  • Finanzierung der Wirtschaftsentwicklung unter dem Aspekt des wirtschaftlichen Wandels: Neugründung oder Übernahme von Kleinstunternehmen und kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), Zugang zu Unternehmensberatung und Verbesserung des Unternehmensumfelds;
  • Erhöhung der Attraktivität des Fördergebiets durch Erhalt und Ausbau der Erwerbsmöglichkeiten und Verhinderung und Umkehr des Abwanderungsprozesses.

Priorität 3: Rationeller Energieeinsatz und Ausbau der erneuerbaren Energieträger [ca. 11 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Für die Auvergne haben der rationelle Energieeinsatz und der Ausbau der erneuerbaren Energieträger absoluten Vorrang. Die Reichhaltigkeit und die Qualität der Landschaft, die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf den Tourismus und die Suche nach einer attraktiven Lebensqualität lassen eine solche Strategie als gerechtfertigt erscheinen, die in Einklang mit den im Programm angestrebten Zielen der Wettbewerbsfähigkeit stehen muss. Konkret heißt das:

  • Sensibilisierung und Beratung der einschlägigen Akteure (private und öffentliche Haushalte und Unternehmen) im Hinblick auf die Inangriffnahme von Maßnahmen zum rationelleren Energieeinsatz und Unterstützung bei der Konzipierung einer Energiepolitik;
  • Abgestufte Unterstützung beim Ausbau der erneuerbaren Energieträger.

Priorität 4: Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten und der Attraktivität [ca. 25,4 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Im Rahmen dieser Priorität werden hauptsächlich folgende Ziele angestrebt:

  • Flächendeckender Breitband-Internetzugang in der gesamten Auvergne unter Einbeziehung der abgelegenen Gebiete im mittleren Bergland und der abgelegensten ländlichen Gebiete;
  • Schaffung von mehr Aufgeschlossenheit bei den Unternehmen und der breiten Öffentlichkeit für den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und Förderung ihrer verstärkten Nutzung;
  • Verbesserung der Eisenbahninfrastruktur durch Anschluss der Auvergne an das Hochgeschwindigkeitsbahnnetz und Verbesserung des multimodalen Verkehrsangebots;
  • Förderung der multimodalen Verkehrsträger und sauberer und nachhaltiger Verkehrsträger durch Nutzung der Eisenbahninfrastruktur und der eigenen bereits vorhandenen Verkehrsnetze.

Priorität 5: Umwelt [ca. 13,5 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

In den Regionalentwicklungsstrategien kommt der Umwelt eine zentrale Funktion zu, die strategiepolitisch auf zweierlei Weise umgesetzt werden soll: zum einen in Form einer besseren Nutzung des vorhandenen Potenzials des Naturhaushalts und zum anderen in einer stärkeren Strukturierung der verschiedenen Umweltschutzmaßnahmen. Im Rahmen dieser Priorität sollen folgende Arten von Maßnahmen finanziert werden:

  • Erweiterung der Kenntnisse über den Naturhaushalt;
  • Wiederherstellung von Landschaftsräumen;
  • Unterstützung der ökologisch ausgerichteten Tätigkeitsbereiche;
  • Anpassung der Unternehmen an eine nachhaltige Entwicklung.

Auch zugunsten der Operation Nationalpark (grand site) Puy-de-Dôme können umfangreiche Investitionen vorgenommen werden.

 

Priorität 6: Attraktive Finanzierungsinstrumente (JEREMIE) [ca. 4 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Durch die Einschaltung des Finanzierungsinstruments JEREMIE lässt sich eine globale Finanzierungsstrategie zugunsten von Kleinstbetrieben sowie kleinen und mittleren Unternehmen in der Auvergne entwickeln, mit der die derzeit bestehenden Mängel in Form eines zu geringen Finanzierungsvolumens oder fehlender Instrumente behoben werden können. Ein Teil dieser Mittel wird der stärkeren finanziellen Unterstützung von innovativ vorgehenden Unternehmen gewidmet. Der andere Teil der Mittel wird zugunsten der traditionellen Wirtschaftsbereiche eingesetzt.

 

Priorität 7: Technische Hilfe [ca. 1,4 % des Gesamtinvestitionsumfangs]

Mit technischer Hilfe können Maßnahmen in den Bereichen Projektmanagement und Überwachung, Evaluierung, Betreuung sowie Informations- und Kommunikationstätigkeiten kofinanziert werden.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Auvergne'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007FR162PO004

Number of decision

C/2007/5220

Datum der endgültigen Annahme

19/10/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Innovation und wissensbasierte Wirtschaft 76 500 459 70 800 000 147 300 459
Wirtschaftliche Entwicklung und Attraktivität des Fördergebiets 23 000 000 48 900 000 71 900 000
Energie 17 000 000 33 500 000 50 500 000
Verbesserte Erreichbarkeit und Attraktivität der Region 42 900 000 108 750 000 151 650 000
Umwelt 22 050 000 61 700 000 130 800 000
Attraktive Finanzierungsinstrumente (JEREMIE) 18 000 000 7 200 000 25 200 000
Technische Hilfe 7 340 000 1 295 000 8 635 000
Gesamtausgaben 206 790 459 332 145 000 585 985 459