Operationelles Programm 'Nordseeregion'

Durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit in der Nordseeregion im Rahmen des Ziels 'Europäische territoriale Zusammenarbeit'

Niederlande

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Am 3. Oktober 2007 billigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm zwischen Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und dem Vereinigten Königreich (unter Beteiligung Norwegens). Das Programm für die Nordseeregion fällt unter das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ und ist mit einem Gesamtetat von rund 274 Mio. EUR ausgestattet.

Über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) stellt die Gemeinschaft Mittel in Höhe von 134 Mio. EUR bereit. Dies entspricht ungefähr 1,5 % der insgesamt für das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik für den Zeitraum 2007-2013 vorgesehenen Mittel.

Das Programm für die Nordseeregion läuft von 2007 bis 2013 und sieht die Bereitstellung von Fördermitteln der Gemeinschaft für 38 Gebiete der NUTS-II- Ebene in den beteiligten Mitgliedstaaten vor (zusammen mit dem gesamten Gebiet Norwegens). Das Programmgebiet umfasst eine Fläche von 664 000 km² mit einer Bevölkerung von rund 60 Mio. Menschen.

1. Zweck und Ziel des Programms

Das Programm zielt darauf ab, die Nordseeregion lebenswerter zu machen, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und die Attraktivität für Investoren zu verbessern. Entscheidend verbessert werden sollen:

  • das allgemeine Innovationsniveau in der gesamten Region,
  • die Umweltqualität und
  • die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Gemeinden.

Das operationelle Programm für die Nordseeregion 2007-2013 verspricht einen langfristigen strategischen Ansatz zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Es soll Impulsgeber sein für gemeinschaftliche Projekte, die Investitionen in die grenzübergreifende Infrastruktur unterstützen. Ferner sollen Synergien zwischen Projekten unterschiedlicher Zielsetzung angeregt werden, die wiederum andere Programme ergänzen – unabhängig davon, ob diese von europaweiter, nationaler oder regionaler Tragweite sind.

Ebenso soll das Programm die Bündelung von Ressourcen vorantreiben, um die kritische Masse bei grenzübergreifenden Angelegenheiten zu bilden, die für die gesamte Region relevant sind.

2. Erwartete Auswirkungen der Investitionen

Das Programm für die Nordseeregion wird Maßnahmen unterstützen, die der Region einen klaren Mehrwert verschaffen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Stimulierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit konkreten Vorteilen für die Region. Projekte aus früheren Programmen werden nicht ohne Weiteres im Rahmen des neuen Programms ausgebaut werden können; vielmehr liegt der Schwerpunkt auf der Unterstützung innovativer und greifbarer grenzübergreifender Initiativen.

Es werden Anstrengungen unternommen, um mit wichtigen Akteuren zu kooperieren, die im Rahmen früherer INTERREG-Programme keine Partnerschaften bilden konnten.

Die Leistungen des Programms und die Verwirklichung der Programmziele werden mithilfe einer Reihe von Indikatoren verfolgt und gemessen.

3. Prioritätsachsen

Das Programm umfasst folgende Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Aufbauen auf unserer Innovationskapazität [etwa 20,9 % des Gesamtetats]

Über diese Prioritätsachse sollen Innovationen auf allen politischen Ebenen und in allen Sektoren gefördert werden. Ziel ist die Schaffung von Anreizen für grenzübergreifende Partnerschaften zwischen Unternehmen, Industrie, Forschung, Universitäten und Behörden. Entsprechend den Zielen von Lissabon und Göteborg geht es hierbei um die Verbesserung der Innovationsleistung.

Durch die Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Clusters und Netzwerken in den Unternehmen und in der Gesellschaft werden innovationsbasierte Projekte günstige Voraussetzungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), für die Entwicklung von Geschäftstätigkeiten sowie für das Wirtschaftswachstum schaffen. Verbesserte Einführung und Nutzung von IKT werden beim Ausbau der Innovationsfähigkeit der Region eine entscheidende Rolle spielen.

Prioritätsachse 2: Das nachhaltige Management unserer Umwelt fördern [etwa 28,5 % des Gesamtetats]

Die grenzübergreifende Kooperation konzentriert sich auf Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung der akuten und chronischen Meeresverschmutzung. Der Schwerpunkt liegt ferner auf dem integrierten Management der Küstengebiete und dem bestmöglichen Schutz der Meere und marinen Ökosysteme.

Überdies wird den Risiken des Klimawandels für Mensch und Umwelt Rechnung getragen und es werden Anstrengungen unternommen, die Effizienz umweltverträglicher Energieerzeugungsverfahren zu steigern und folglich den CO²-Ausstoß zu senken.

Prioritätsachse 3: Die Erreichbarkeit von Orten in der Nordseeregion verbessern [etwa 28,5 % des Gesamtetats]

Ziel der dritten Prioritätsachse ist die Verbesserung der Erreichbarkeit in der gesamten Nordseeregion und im Zuge dessen die Schaffung wirtschaftlicher und sozialer Vorteile. Des Weiteren wird die Entwicklung öffentlicher und privater Partnerschaften unterstützt, die wiederum das Ziel haben, grenzübergreifende Konzepte für effiziente Verkehrskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Die Maßnahmen gelten der Überwindung von „Grenzbarrieren“ in den Bereichen Technologie, Finanzen, Planung und Verwaltung.

Um die Erreichbarkeit der Region zu verbessern, werden Innovationen bei der Verkehrs- und Transportlogistik unterstützt. Ferner können Projekte zur Förderung multimodaler Verkehrskorridore und zur Verbesserung von Verkehrsüberwachungssystemen finanzielle Mittel erhalten.

Prioritätsachse 4: Nachhaltige und wettbewerbsfähige Gemeinschaften fördern [etwa 17,1 % des Gesamtetats]

Im Rahmen der Prioritätsachse 4 erhalten städtische und ländliche Gebiete Beihilfen zur Entwicklung der Innovationsfähigkeit und der Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Wachstumssteigerung. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit konzentriert sich auf Gebiete mit wirtschaftlichem Abschwung, rückläufigen Bevölkerungszahlen und damit einhergehendem sozialen Druck. In Angriff genommen werden müssen die Problemfelder: Versorgung, Integration ausländischer Arbeitskräfte und Umstrukturierung der Wirtschaft. Ferner wird der effiziente Umgang mit Energie unterstützt.

Prioritätsachse 5: Technische Hilfe [etwa 5,0% des Gesamtetats]

Für die Umsetzung des Programms wird technische Hilfe bereit gestellt. Diese kann für Verwaltung, Beobachtung, Bewertung und Kontrolle gewährt werden.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Nordseeregion'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007CB163PO055

Number of decision

C/2007/4479

Datum der endgültigen Annahme

03/10/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Aufbauen auf unserer Innovationskapazität 28 600 000 28 600 000 57 200 000
Das nachhaltige Management unserer Umwelt fördern 39 100 000 39 100 000 78 200 000
Die Erreichbarkeit von Orten in der Nordseeregion verbessern 39 100 000 39 100 000 78 200 000
Nachhaltige und wettbewerbsfähige Gemeinschaften fördern 23 400 000 23 400 000 46 800 000
Technische Hilfe 8 300 000 5 500 000 13 800 000
Gesamtausgaben 138 500 000 135 700 000 274 200 000