Operationelles Programm 'Niederlande - Deutschland'

Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland im Rahmen des Ziels 'Europäische territoriale Zusammenarbeit'

Niederlande

 Weitere Extras

 

Am 3. Dezember 2007 billigte die Europäische Kommission das operationelle Programm für die grenzübergreifende europäische Zusammenarbeit zwischen den Niederlanden und Deutschland für den Zeitraum 2007-2013. Mit diesem Programm werden Fördermittel der Gemeinschaft im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für folgende Regionen an der deutsch-niederländischen Grenze bereitgestellt:

Achterhoek, Arnhem/Nijmegen, Delfzijl en omgeving, Midden Limburg, Noord Friesland, Noord Limburg, Noord Overijssel, Noordoost, Noord Brabant, Oost Groningen, Overig Groningen, Twente und Zuidoost Drenthe in den Niederlanden;

Landkreis Aurich, Kreis Borken, Kreisfreie Stadt Emden, Landkreis Emsland, Landkreis Grafschaft Bentheim, Kreis Kleve, Kreisfreie Stadt Krefeld, Landkreis Leer, Kreisfreie Stadt Mönchengladbach, Kreis Steinfurt, Kreis Viersen und Kreis Wesel in Deutschland.

Die an die Fördergebiete angrenzenden Gebiete Landkreis Ammerland, Landkreis Cloppenburg, Kreis Coesfeld, Kreisfreie Stadt Duisburg, Landkreis Friesland, Kreisfreie Stadt Münster, Landkreis Osnabrück, Kreisfreie Stadt Osnabrück, Rhein-Kreis Neuss, Kreis Warendorf und Landkreis Wittmund in Deutschland sowie Flevoland, Noord Drenthe, Veluwe, Zuidwest Drenthe, Zuidoost Friesland, Zuidwest Gelderland und Zuidwest Overijssel in den Niederlanden können ebenfalls an den Projekten teilnehmen und Fördermittel bis zu einer Höhe von 20 % des EFRE-Beitrags zum betreffenden Programm erhalten.

Das operationelle Programm fällt unter das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ und ist mit einem Gesamtetat von rund 294 Mio. EUR ausgestattet. Der Gemeinschaftsbeitrag über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung beläuft sich auf etwa 139 Mio. EUR. Dies entspricht ungefähr 1,6 % der insgesamt für das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik für den Zeitraum 2007-2013 vorgesehenen Mittel.

1. Ziel und Zweck des Programms

Das Programm konzentriert sich auf unterschiedliche Bereiche, wie z. B. „Wirtschaft, Technologie und Innovation“, „Infrastruktur und Umwelt“ sowie „Soziale Integration“, und zielt darauf ab, durch notwendige Verbesserungen und Veränderungen das Programmgebiet zu fördern.

Unter den Stichworten „Wirtschaft, Technologie und Innovation“ werden folgende Themen näher betrachtet:

  • Technologie- und Wissenstransfer,
  • wirtschaftliche Netzwerke sowie
  • für das Fördergebiet bedeutsame Branchen.

Infrastrukturausstattung und Umweltbedingungen sind wichtige Faktoren für das Programmgebiet. Während das infrastrukturelle Angebot ein so genannter „harter“ Standortfaktor ist, gehört der Zustand von Natur- und Landschaft zu den „weichen“ Standortfaktoren. Das Programm legt seinen Schwerpunkt daher Programm seinen Schwerpunkt unter der Unterschrift „Infrastruktur und Umwelt" nicht nur auf das infrastrukturelle Angebot, sondern ebenfalls auf Natur, Landschaft und Umwelt.

Der dritte und letzte Themenbereich schließlich befasst sich mit „gesellschaftlicher Integration“, denn das gesellschaftliche Leben der Bürger im Grenzgebiet ist von besonderer Tragweite, z. B. in Hinblick auf das Gesundheitswesen, den Verbraucherschutz, die grenzübergreifende Arbeitsmarktsituation sowie Bildung und Kultur.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Durch frühere INTERREG-Programme sind die Teilnehmer auf beiden Seiten der Grenze eng mit der Entwicklung und Umsetzung grenzübergreifender Projekte vertraut. In einigen Fällen hat das Programm bereits zur Überwindung von „Grenzbarrieren“ beigetragen. Aus diesem Grund verfolgt das Förderprogramm INTERREG IV A Deutschland-Niederlande (2007-2013) folgende Ziele:

  • Fortsetzung erfolgreicher Kooperationen und Gewährleistung von Kontinuität sowie
  • Entwicklung von Initiativen, die der grenzübergreifenden Zusammenarbeit neue Impulse verleihen.

Vor allen Dingen aber zielt das operationelle Programm darauf ab, das Programmgebiet auf deutscher und niederländischer Seite zu integrieren, d. h. einen europäischen Raum zu schaffen, in dem es weder für den Handel noch für den Austausch zwischen den Menschen Barrieren gibt. In diesem Sinne soll durch das Zusammenwachsen der Grenzregion eine einzige, wettbewerbsfähige Region geschaffen werden. Ziel des Programms INTERREG IV A ist eine nachhaltige, zukunftsweisende Gesamtentwicklung der deutsch-niederländischen Grenzregion. Dabei spielen unterschiedliche Wirtschaft-, Umwelt- und Gesellschaftsfaktoren eine Rolle.

Ferner nutzt das Programm die sogenannten „Großprojekte“, die das gesamte (oder zumindest einen großen Teil des) Programmgebiet(s) abdecken. Diese strategischen Initiativen versprechen Synergien und Verbesserungen in der Qualität der Projekte im gesamten Programmgebiet. Die „Großprojekte" zielen nicht allein auf die deutsch-niederländische Grenzregion ab, sondern sollen auch auf nationaler Ebene einen Mehrwert schaffen.

3. Prioritätsachsen

Das operationelle Programm umfasst folgende Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Wirtschaft, Technologie und Innovation [etwa 58,0 % des Gesamtetats]

Ziel dieser Prioritätsachse ist die Verbesserung der Innovationsfähigkeit. Ebenso sollen wirtschaftliche Zusammenarbeit und Vernetzung verstärkt werden. Darüber hinaus spielt die Qualifizierung von Arbeitskräften eine wichtige Rolle, denn deren Know-how und Fertigkeiten sind eine entscheidende Größe bei der Verbesserung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen im Programmgebiet. Die Prioritätsachse 1 unterteilt sich in die folgenden drei Handlungsfelder:

  • Förderung von Technologie- und Wissenstransfer zwischen Forschung und Unternehmen,
  • Förderung von Wirtschaftsnetzen und
  • Unterstützung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Förderung der Weiterbildung mit dem Ziel der Verbesserung des Innovationspotenzials von Unternehmen.

Prioritätsachse 2: Nachhaltige regionale Entwicklung [etwa 18,0 % des Gesamtetats]

Diese Priorität zielt auf die nachhaltige Entwicklung der Region ab. Es werden drei Handlungsfelder unterschieden:

  • Förderung erneuerbarer Energien und Entwicklung energiesparender Technologien,
  • Förderung der grenzübergreifenden Entwicklung infrastruktureller Angebote und
  • Förderung des grenzübergreifenden Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes.

Prioritätsachse 3: Integration und Gesellschaft [etwa 18,0 % des Gesamtetats]

Gesundheitswesen und Verbraucherschutz sind zentrale Themen, die im täglichen Leben der Bürger eine wichtige Rolle spielen. Die dritte Prioritätsachse des operationellen Programms betrachtet unterschiedliche Themen rund um diese Überschriften. Im Gesundheitswesen werden nationale Grenzen aufgrund unterschiedlicher Systeme sehr deutlich sichtbar. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit im Themenfeld Verbraucherschutz spielt beispielsweise im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Tierseuchen eine große Rolle. Ebenso geht es hierbei um die Verbesserung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Grenzgänger.

Prioritätsachse 4: Technische Hilfe [etwa 6,0 % des Gesamtetats]

Zur Durchführung des Programms ist auch technische Hilfe vorgesehen. Es werden Finanzmittel bereitgestellt, um die Kosten für Verwaltung, Beobachtung, Bewertung und Kontrolle des Programms zu decken.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Niederlande - Deutschland'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007CB163PO023

Number of decision

C/2007/5809

Datum der endgültigen Annahme

03/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Wissenschaft, Technologie und Innovation 80 419 235 79 420 927 159 840 162
Nachhaltige regionale Entwicklung 24 957 694 24 957 694 49 915 388
Integration und Gesellschaft 24 957 694 23 959 386 48 917 080
Technische Hilfe 8 319 230 9 317 538 17 636 768
Gesamtausgaben 138 653 853 137 655 545 276 309 398