Operationelles Programm 'Italien-Schweiz'

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm im Rahmen des Ziels 'Europäische territoriale Zusammenarbeit'

Italien

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Am 20. Dezember 2007 genehmigte die Europäische Kommission das operationelle Programm zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit „Italien – Schweiz“ mit Gemeinschaftsmitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ in Italien und der Schweiz. Die Gesamtkosten des Programms belaufen sich auf rund 92 Mio. EUR. Der Beitrag aus dem EFRE zum operationellen Programm beläuft sich auf höchstens 69 Mio. EUR und entspricht damit rund 0,8 % der Fördermittel der Gemeinschaft, die im Rahmen des Ziels „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ vorgesehen sind.

Das Programm betrifft auf italienischer Seite: die autonome Region Aostatal, die Region Piemont (mit den Provinzen Verbano-Cusio-Ossola, Biella, Vercelli, Novara), die Region Lombardei (mit den Provinzen Varese, Como, Lecce und Sondrio), ferner die autonome Provinz Bozen und als angrenzende Gebiete die Provinzen Turin und Alessandria (Piemont) sowie die Provinzen Pavia, Mailand, Bergamo und Brescia (Lombardei). Auf schweizerischer Seite: die Kantone Wallis, Tessin und Graubünden.

Das gesamte Kooperationsgebiet ist ein dünn besiedeltes alpines Berggebiet, das aber zum einen über ein außergewöhnliches Natur- und Umwelterbe und zum anderen über das Seengebiet verfügt, das aufgrund seiner weniger ausgeprägten geografischen Form das Bindeglied zwischen den wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsadern mit einer privilegierten Lage darstellt.

Das Programm „Italien – Schweiz“ betrifft ein 61 000 km2 großes Territorium, wovon 38 000 km2 auf die angrenzenden Gebiete entlang der rund 700 Kilometer langen Grenze entfallen. Dieses Territorium stellt eine der Außengrenzen der Europäischen Union (EU) dar und hat im Hinblick auf Europa und auf die Gebiete für eine transnationale Zusammenarbeit des Mittelmeerraums, des Zentrums von Europa und des Alpenraums eine zentrale und strategische Position.

1. Ziel und Zweck des Programms

Mit der Strategie für grenzübergreifende Zusammenarbeit des Programms „Italien – Schweiz“ wird das Ziel verfolgt, die Zusammenarbeit zwischen den Grenzgebieten in den Bereichen Zugang, Innovation, Aufwertung der natürlichen und kulturellen Ressourcen sowie der gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen und integrierten Diensten zu verbessern, um so die Wettbewerbsfähigkeit auf südeuropäischer und weltweiter Ebene zu steigern. Ferner sollen mit dieser Strategie der Zusammenhalt der Gebiete gewährleistet und die Beschäftigung und nachhaltige Entwicklung gefördert werden.

Die strategischen Ziele des Programms, die im Einklang mit dem globalen Ziel und den in den Verordnungen angegebenen Prioritäten stehen, sehen wie folgt aus:

  • Vereinigung der territorialen Entwicklung mit der nachhaltigen Bewirtschaftung der Umwelt über die gemeinsame Bewältigung naturbedingter Risiken, die Erhaltung, Bewirtschaftung und Aufwertung der Umweltressourcen, die Integration von Land- und Forstwirtschaft sowie die Förderung von Innovation und gemeinsamen Erfahrungen;
  • Stimulierung der Entwicklung einer Wirtschaft auf der Grundlage von Innovation und Integration touristischer Ressourcen und den Netzen und Verkehrsdienstleistungen im grenzüberschreitenden Gebiet über Anreize für die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) auf beiden Seiten und die Verbesserung der Netze und Dienste;
  • Entwicklung der Lebensqualität in dem Gebiet durch die Stärkung der Kooperationsprozesse im sozialen und institutionellen Bereich und die Aufwertung des kulturellen Erbes über die Stärkung der gemeinsamen Identität durch die Erhaltung und Aufwertung des kulturellen Erbes, die Unterstützung von Informations- und Kommunikationsinitiativen für die Bürger, die Integration in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt und die Stärkung der Kooperationsprozesse im sozialen und institutionellen Rahmen;
  • Gewährleistung einer Verbesserung der Wirksamkeit der Programmplanung und der Durchführung des operationellen Programms und die Sicherheit angemessener Informations- und Kommunikationsebenen.

2. Voraussichtliche Auswirkungen der Investitionen

Das Programm wird abzielen auf die Förderung:

  • des gemeinsamen Schutzes und der gemeinsamen Bewirtschaftung und Aufwertung der natürlichen und kulturellen Ressourcen;
  • der Vermeidung von naturbedingten und technologischen Risiken.

Dies wird die Durchführung eines gemeinsamen Programms für die nachhaltige Entwicklung und die kulturelle Förderung des Kooperationsgebiets ermöglichen.

Zudem wird es dem Ausbau der Zusammenarbeit dienen und die Einrichtung von Netzen fördern für einen verbesserten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Kultur, Fremdenverkehr, Lebensqualität und Bildung. Weiterhin wird es die Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten stärken und so einen Beitrag zum territorialen Zusammenhalt leisten.

Die Durchführung des Programms wird schließlich den Zugang zu materiellen und immateriellen Netzen und Verkehrsdienstleistungen verbessern, um eine Integration dieser Netze voranzutreiben und sie wettbewerbsfähig zu machen. Durch das Programm wird ebenfalls die gemeinsame Entwicklung von Innovation und unternehmerischer Initiative angesichts eines umfassenderen Ziels, nämlich der Wettbewerbsfähigkeit der KMU, gefördert.

3. Prioritätsachsen

Das operationelle Programm gliedert sich in vier Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Umwelt und Territorium [rund 25,2 % der Gesamtförderung]

An dieser Stelle geht es um die Förderung des gemeinsamen Schutzes und der gemeinsamen Bewirtschaftung und Aufwertung der Natur- und Umweltressourcen sowie der Vermeidung naturbedingter und technologischer Risiken. Gleichfalls geht es um eine harmonische Integration im Bereich Agro-Umwelt zur Stärkung der Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten, um so einen Beitrag zum territorialen Zusammenhalt für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten.

Im Rahmen dieser Prioritätsachse soll der Zugang zu materiellen und immateriellen Netzen und Verkehrsdienstleistungen verbessert werden, um eine Integration dieser Netze voranzutreiben und diese wettbewerbsfähig zu machen.

Prioritätsachse 2: Wettbewerbsfähigkeit [rund 38,8 % der Gesamtförderung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse soll die gemeinsame Entwicklung von Innovation und unternehmerischer Initiative gefördert werden im Rahmen der Wettbewerbsfähigkeit der KMU, der Industrie, der Landwirtschaft, des Handwerks, des Fremdenverkehrs und des grenzüberschreitenden Handels, um die Wettbewerbsfähigkeit des grenzüberschreitenden Gebiets herzustellen.

Im Rahmen dieser Prioritätsachse geht es auch um die Verbesserung des Zugangs zu materiellen und immateriellen Netzen und Verkehrsdienstleistungen, um eine Integration dieser Netze voranzutreiben und sie wettbewerbsfähig zu machen.

Prioritätsachse 3: Lebensqualität [rund 30,1 % der Gesamtförderung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse wird das Ziel verfolgt:

  • die Lebensqualität durch eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit, Kultur, Fremdenverkehr und Bildung zu verbessern;
  • die Einrichtung von Netzen zu fördern, um den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu verbessern;
  • die Verbindungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten zu stärken, um zum territorialen Zusammenhalt beizutragen.

Prioritätsachse 4: Technische Hilfe [rund 6,0 % der Gesamtförderung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse werden die Umsetzung eines wirksamen Verwaltungs-, Begleitungs- und Kontrollsystems zur Bewertung des Programms und der Projekte sowie die Kommunikation und Werbeaktionen im Rahmen des Programms unterstützt.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Italien-Schweiz'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007CB163PO035

Number of decision

C/2007/6556

Datum der endgültigen Annahme

20/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Umwelt und Territorium 17 334 750 5 778 250 23 113 000
Wettbewerbsfähigkeit 26 683 500 8 894 500 35 578 000
Lebensqualität 20 685 750 6 895 250 27 581 000
Technische Hilfe 4 107 858 1 369 286 5 477 144
Gesamtausgaben 68 811 858 22 937 286 91 749 144