Operationelles Programm 'Italien - Slowenien'

Vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziertes Programm im Rahmen des Ziels 'Europäische territoriale Zusammenarbeit'

Italien

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Am 20. Dezember 2007 billigte die Europäische Kommission ein operationelles Programm für die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Italien und Slowenien für den Zeitraum 2007-2013. Das Programm sieht die Bereitstellung von Fördermitteln der Gemeinschaft aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die folgenden Regionen an der italienisch-slowenischen Grenze vor: Trieste, Gorizia, Udine, Venezia, Rovigo, Padova, Ferrara und Ravenna in Italien sowie Goriška, Obalno-Kraška und Gorenjska in Slowenien. Die Regionen Osrednjeslovenska in Slowenien sowie Pordenone und Treviso in Italien können sich als angrenzende Gebiete an den Projekten beteiligen; hierfür sind maximal 20 % der für das Programm eingestellten Fördermittel aus dem EFRE vorgesehen.
Das operationelle Programm fällt unter das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ und verfügt über einen Gesamtetat von rund 136 Mio. EUR. Die Gemeinschaft stellt aus dem EFRE rund 116 Mio. EUR bereit. Dies entspricht etwa 1,3 % der gesamten EU-Fördermittel, die im Rahmen der Kohäsionspolitik im Zeitraum 2007-2013 für das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ vorgesehen sind.

1. Zweck und Ziel des Programms

Mit der Erweiterung der Europäischen Union ist das Fördergebiet vom Rand in das geografische Zentrum des neuen, erweiterten Europa gerückt; damit wächst dem Programm sowohl auf der europäischen als auch auf der internationalen Ebene beträchtliche strategische Bedeutung zu. In den kommenden Jahren wird es nun hauptsächlich darauf ankommen, die bisherigen Erfahrungen dazu zu nutzen, die kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede und Differenzen in „Mehrwert“ umzumünzen.

Das übergeordnete Ziel des Programms besteht daher darin, die Zusammenarbeit in dem Gebiet zu stärken, seine Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und das gesamte Gebiet verstärkt auf eine nachhaltige Entwicklung auszurichten. Hierbei gilt es, der Ausweitung auf weitere neue Gebiete und der damit verbundenen größeren Vielfalt Rechnung zu tragen.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Die Wirkung des Programms und seiner Prioritätsachsen wird anhand einer Reihe spezifischer Indikatoren bewertet. Nachstehend einige Beispiele für die erwartete Wirkung:

  • 20 Kommunen/öffentliche Einrichtungen pro Jahr, die sich für die Verringerung des Energieverbrauchs und die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energieträger engagieren;
  • Einrichtung von 5 grenzübergreifenden Netzen für berufliche Aus- und Weiterbildung pro Jahr;
  • 50 Arbeitnehmer pro Jahr, deren Arbeitsplatz aufgrund eines grenzübergreifenden Projekts zur beruflichen Aus- und Weiterbildung gesichert wird;
  • 5 000 Teilnehmer pro Jahr bei kulturellen Veranstaltungen;
  • Schaffung von 5 Netzwerken im Tourismussektor.

3. Prioritäten

Das operationelle Programm gliedert sich in folgende Prioritätsachsen:

Prioritätsachse 1: Umwelt, Verkehr und nachhaltige territoriale Integration [ca. 37 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse nutzt das Potenzial und die positiven Merkmale des Fördergebiets, die sich weiterentwickeln lassen, um die Lebensqualität für die gegenwärtige Generation und künftige Generationen zu verbessern. Erreicht werden soll dies durch die Bewirtschaftung und nachhaltige Entwicklung der natürlichen Ressourcen, die vermehrte Nutzung erneuerbarer und alternativer Energieträger und den Ausbau von integrierten Verkehrssystemen. Mit dieser Prioritätsachse sollen die folgenden operationellen Ziele verwirklicht werden:

  • Bewahrung der biologischen Vielfalt und Sicherstellung einer nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen;
  • Schutz der Umwelt vor Naturkatastrophen, Gefahren der Technik und Verschmutzung, Verringerung des Energieverbrauchs und vermehrte Nutzung von alternativen erneuerbaren Energieträgern;
  • Verbesserung der Zugänglichkeit und der Verkehrssysteme sowie vermehrte Integration von städtischen und ländlichen Gebieten;
  • verstärkte territoriale Integration innerhalb der Grenzgebiete.

Prioritätsachse 2: Wettbewerbsfähigkeit und Wissensgesellschaft [ca. 29 % der Gesamtförderung]

Diese zweite Prioritätsachse bildet eine Hauptaktionslinie im strategischen Gesamtkonzept des Programms. Ihr Ziel ist es, hauptsächlich durch Anstrengungen zur Modernisierung und Innovation der Wirtschaftsstruktur das Fördergebiet unmittelbar in seiner Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Frühere Erfahrungen haben sich dabei in unterschiedlichen Kontexten als wertvoll erwiesen, ebenso das gesammelte Wissen, doch haben hiervon in der Vergangenheit nicht alle Gebiete gleichermaßen profitiert. Das Konzept für diese Prioritätsachse stützt sich auf gemeinsame Initiativen für Forschung und Innovation, die den Umweltschutzgedanken respektieren und darauf ausgerichtet sind, die Wettbewerbsfähigkeit des Grenzgebiets zu verbessern und den Aufbau einer Wissensgesellschaft zu fördern. Die Prioritätsachse wird zur Verwirklichung der folgenden Ziele beitragen:

  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen;
  • gemeinsame Entwicklung des Tourismuspotenzials;
  • Verbesserung von Beschäftigungsfähigkeit und Qualifikationen durch Koordinierung in Hochschulbildung und Berufsbildung;
  • Förderung von Forschung und Innovation zum Aufbau einer Wissensgesellschaft.

Prioritätsachse 3: Soziale Integration [ca. 28 % der Gesamtförderung]

Eines der wichtigsten Ziele des Programms besteht in der Verbesserung der Kommunikation und der Zusammenarbeit auf sozialem und kulturellem Gebiet, um der wachsenden Nachfrage der Bürger nach besseren Unterstützungsdienstleistungen und der Weitergabe von Wissen gerecht zu werden und die noch bestehenden historischen, kulturellen und sozialen Barrieren abzubauen. Erreicht werden soll dies durch die Intensivierung der Zusammenarbeit zur Bewahrung des historischen, kulturellen und sprachlichen Erbes und durch die Förderung der Vernetzung unter den Einrichtungen auf italienischer und slowenischer Seite. Außerdem sollen mit dieser Prioritätsachse die folgenden operationellen Ziele verwirklicht werden:

  • Stärkung der Kommunikation und der Bildungssysteme;
  • Bewahrung des Wissens und aktive Nutzung des kulturellen Erbes und Intensivierung des Austauschs auf kulturellem Gebiet;
  • Verbesserung der Lebensqualität durch koordinierte Entwicklung der Gesundheits- und Sozialsysteme.

Prioritätsachse 4: Technische Hilfe [ca. 6 % der Gesamtförderung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse wird technische Hilfe zur Durchführung des Programms geleistet. Für die Verwaltung, Überwachung, Bewertung und Kontrolle des Programms steht auch finanzielle Unterstützung zur Verfügung.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Italien - Slowenien'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007CB163PO036

Number of decision

C/2007/6584

Datum der endgültigen Annahme

20/12/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Umwelt, Verkehr und nachhaltige territoriale Integration 42 996 564 7 587 629 50 584 193
Wettbewerbsfähigkeit und Wissensgesellschaft 33 700 010 5 947 060 39 647 070
Soziale Integration 32 537 941 5 741 990 38 279 931
Technische Hilfe 6 972 416 1 230 426 8 202 842
Gesamtausgaben 116 206 931 20 507 105 136 714 036