Operationelles Programm 'Griechenland-Bulgarien'

Programm im Rahmen des Ziels 'Europäische territoriale Zusammenarbeit', kofinanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Griechenland

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Am 28. März 2008 hat die Europäische Kommission ein Programm für die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Bulgarien im Zeitraum 2007-2013 genehmigt. Das Programm sieht eine Unterstützung der Gemeinschaft für die griechischen Regionen Evros, Xanthi, Rodopi, Drama, Thessaloniki und Serres und die bulgarischen Regionen Blagoevgrad, Smolyan, Kardzhali und Haskovo vor. Die griechische Region Kavala kann sich an Projekten in einem angrenzenden Gebiet beteiligen; sie erhält dafür maximal 20 % der für das Programm ausgewiesenen Finanzmittel.

Der Gesamtetat des Programms beläuft sich auf ca. 130 Mio. EUR. Die Gemeinschaftshilfe aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beträgt rund 111 Mio. EUR. Das sind etwa 1,3 % der gesamten EU-Gelder, die für das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 vorgesehen sind.

1. Zweck und Ziel des Programms

Die hohen Berge im Fördergebiet erschweren den Zugang zu den Regionen beiderseits der Grenze. Die Wasserressourcen speisen empfindliche Ökosysteme (Feuchtgebiete, Uferwälder usw.), die sorgfältig betreut werden müssen. Die Grenzregion weist eine heterogene Wirtschaftsstruktur auf, was vor allem dadurch bedingt ist, dass Bulgarien seine Wirtschaftsstruktur, das Steuersystem und die Institutionen reformiert und sich in einem Übergangsstadium befindet. Wegen der Überalterung der Bevölkerung im Fördergebiet geht die Zahl der Erwerbstätigen zurück. Außerdem sind trotz bzw. gerade wegen des zunehmenden Bedarfs an spezialisierten Arbeitskräften für einen wissensbasierten Arbeitsmarkt infolge der mangelnden Qualifikation oder der unzureichenden Spezialisierung der Arbeitnehmer viele Arbeitsplätze in der Region verlorengegangen.

Das Programm soll die grenzübergreifende Zusammenarbeit fördern und dazu die verschiedenen Akteure in dem Gebiet zusammenbringen. Ziel ist es, der Region zu einem Entwicklungsschub zu verhelfen und sie zu einem Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Erweiterung des Europäischen Wirtschaftsraums im Hinterland des Balkans, des Schwarzmeergebiets und des östlichen Mittelmeerraums zu machen.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Das Programm für Griechenland und Bulgarien soll eine stärkere Vernetzung und Kooperation in der Grenzsicherung und der Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen fördern und zur Entwicklung von Unternehmens- und Forschungsnetzwerken mit tragfähigen Lösungen für eine nahtlose Kommunikation mit Hilfe moderner Infrastruktur beitragen. Von einer harmonischen, ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung und einem Abbau der wirtschaftlichen und sozialen Disparitäten kann das grenzübergreifende Gebiet nur profitieren. Es wird damit gerechnet, dass sich der Prozess der wirtschaftlichen und sozialen Umstrukturierung in diesen Gebieten beschleunigen wird.

3. Prioritätsachsen

Das operationelle Programm ist an vier Prioritätsachsen ausgerichtet:

Prioritätsachse 1: Lebensqualität [ca. 46 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse zielt in erster Linie darauf ab, die ökologischen und kulturellen Besonderheiten auszubauen und zu pflegen und auch gesundheitliche und soziale Aspekte einzubeziehen, um die Lebensqualität und den Wohlstand der Bewohner des grenzübergreifenden Gebiets zu steigern. Weitere Ziele sind 1. der Schutz und die Förderung der reichen und vielfältigen natürlichen Ressourcen des Gebiets als Grundlage einer ausgewogenen wirtschaftlichen Entwicklung, 2. die Förderung eines gemeinsamen Vorgehens in den Bereichen Wassermanagement, Abfallmanagement und Risikomanagement zur Abwehr von Naturkatastrophen und anthropogenen Katastrophen, 3. die Förderung und der Schutz der Kulturgüter und die Zusammenarbeit in kulturellen Angelegenheiten in der grenzübergreifenden Region und 4. die Zusammenarbeit in Fragen des Gesundheits- und Sozialschutzes.

Drei Interventionsbereiche werden von möglichen Maßnahmen abgedeckt: Umweltaspekte, kulturelle Aspekte, Gesundheits- und Sozialschutzaspekte.

Prioritätsachse 2: Erreichbarkeit [ca. 24 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse zielt in erster Linie auf den Ausbau der Verkehrs- und Kommunikationsnetze und auf einen einfachen und sicheren Verkehr von Gütern, Dienstleistungen und Personen im grenzübergreifenden Gebiet ab. Weitere Ziele sind 1. die Verbesserung der Straßen- und Schienennetze zur Unterstützung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des grenzübergreifenden Gebiets, 2. die Verbesserung der Mobilität von Gütern, Dienstleistungen und Personen im grenzübergreifenden Gebiet und 3. die Koordinierung der Infrastrukturvorhaben im grenzübergreifenden Gebiet zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur Ermöglichung einer ausgewogenen räumlichen Entwicklung.

Zwei Interventionsbereiche werden von möglichen Maßnahmen abgedeckt: der Ausbau des Straßen-/Schienennetzes und der Bau bzw. Ausbau von grenzübergreifenden Einrichtungen im Programmplanungsgebiet.

Prioritätsachse 3: Wettbewerbsfähigkeit und Humanressourcen [ca. 24 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse zielt in erster Linie darauf ab, unternehmerische Initiative anzuregen, in das Humankapital zu investieren und Forschung und Innovation zu fördern, um die Wettbewerbsfähigkeit sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im grenzübergreifenden Gebiet zu verbessern. Weitere Ziele sind 1. die Nutzung der wirtschaftlichen Umstrukturierung als Chance für eine nachhaltige Entwicklung und für die räumliche Entwicklung, 2. Investitionen in das Humankapital als eine der wertvollsten Ressourcen im grenzübergreifenden Gebiet zur Ankurbelung der Wirtschaft, 3. die Anregung unternehmerischer Initiative und die Einbeziehung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und neuer Technologien in alle Wirtschaftsbereiche, 4. die Einführung von Innovation in das produzierende Gewerbe und 5. die Unterstützung von Initiativen im Hinblick auf den kommenden offenen Arbeitsmarkt im grenzübergreifenden Gebiet.

Drei Interventionsbereiche werden von möglichen Maßnahmen abgedeckt: die Förderung und die Entwicklung von Humanressourcen (Unterstützung von Maßnahmen zur Vorbereitung auf den offenen Arbeitsmarkt); die Anregung von unternehmerischer Initiative und Maßnahmen zur Förderung der wirtschaftlichen Umstrukturierung; die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Forschungs-, Technologie- und Hochschuleinrichtungen und Unternehmensverbänden.

Prioritätsachse 4: Technische Hilfe [ca. 6 % der Gesamtförderung]

Im Rahmen dieser Prioritätsachse werden die Verwaltung und die Durchführung des Programms unterstützt. Hilfe wird für die Vorbereitung, Verwaltung und Durchführung des Programms sowie für Öffentlichkeitsarbeit und die Bewertung des Programms gewährt.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Griechenland-Bulgarien'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007CB163PO059

Number of decision

C/2008/1129

Datum der endgültigen Annahme

28/03/2008

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Lebensqualität 50 938 541 8 989 154 59 927 695
Erreichbarkeit 26 576 630 4 689 994 31 266 624
Wettbewerbsfähigkeit und Humanressourcen 26 576 630 4 689 994 31 266 624
Technische Hilfe 6 644 157 1 172 498 7 816 655
Gesamtausgaben 110 735 958 19 541 640 130 277 598