Operationelles Programm 'Frankreich (Kanal) – England'

Programm im Rahmen des Ziels 'Europäische territoriale Zusammenarbeit', kofinanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Vereinigte Königreich

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 Am 19. September 2008 hat die Europäische Kommission ein Programm für die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich im Zeitraum 2007-2013 genehmigt. Das Programm sieht eine Unterstützung der Gemeinschaft für die folgenden Regionen vor: Somme, Seine-Maritime, Calvados, Manche, Côtes-d'Armor, Finisterre, Ille-et-Vilaine (Frankreich); Norfolk, Suffolk, Southend-on-Sea, Thurrock, Essex CC, Brighton und Hove, East Sussex CC, West Sussex, Portsmouth, Southampton, Hampshire CC, Isle of Wight, Medway Towns, Kent CC, Bournemouth und Poole, Dorset CC, Cornwall und Isles of Scilly, Plymouth, Torbay und Devon CC (Vereinigtes Königreich).

Die französischen Regionen Oise, Eure, Orne, Morbihan und Pas de Calais sowie die britischen Regionen Somerset, Wiltshire CC, Surrey und Cambridgeshire CC, die als angrenzende Gebiete in die Projekte einbezogen werden können, erhalten maximal 20 % der für dieses Programm aus dem EFRE vorgesehenen Mittel.

Der Gesamtetat des Programms beläuft sich auf ca. 328 Mio. EUR. Die Gemeinschaftshilfe aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beträgt rund 173 Mio. EUR. Das sind etwa 1,98 % der gesamten EU-Gelder, die für das Ziel „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 vorgesehen sind..

1. Zweck und Ziel des Programms

Das operationelle Programm Frankreich (Kanal) – England ist ein Meeresprogramm. Der Ärmelkanal, der einerseits eine Grenze und andererseits einen internationalen und grenzübergreifenden Verkehrskorridor darstellt, wird zunehmend zum verbindenden Element zwischen den Küstenregionen Frankreichs und Englands. Aus einer ganzen Reihe von Gründen sind mit dem „Kanal“ konkrete Herausforderungen und Chancen verbunden. Vor diesem Hintergrund haben frühere Bemühungen – im Rahmen der Programme Interreg III A Frankreich – Vereinigtes Königreich, Rives-Manche und Transmanche – die Bedeutung eines Programms zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit vor Augen geführt, bei dem das Meer im Mittelpunkt stehen sollte.

Eines der gemeinsamen Merkmale der beiden zu fördernden Regionen ist die Nähe zur Hauptstadt des jeweiligen Landes. Damit gehen gewisse Vorteile einher (z. B. die ausgeprägten Auswirkungen im Bereich der Wirtschaft). Die dicht besiedelten und häufig verstopften Regionen bringen allerdings auch bestimmte soziale und ökologische Probleme mit sich. Die Fördergebiete haben nun regionale Entwicklungspläne beschlossen, welche die Strategien von Lissabon und von Göteborg unterstützen sollen.

Das strategische Ziel des operationellen Programms Frankreich (Kanal) – England 2007-2013 soll die Entstehung einer Region gemeinsamer Bürgerschaft unterstützen und das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Grenzregion mit einzigartiger Identität fördern. Dazu soll eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen Partnern auf beiden Seiten der Grenzregion entwickelt werden. Die entsprechenden Maßnahmen setzen in drei Bereichen an: Förderung unternehmerischer Innovation und Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung des sozialen Zusammenhalts und Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung.

Die Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit muss auf dem Bewusstsein gemeinsamer Interessen sowie auf gemeinsamen Projektmaßnahmen beruhen. Dies war eine eindeutige Lehre aus den Erfahrungen mit dem vorherigen Programm. Durch die Ausweitung des Fördergebiets gewann dieser Aspekt insoweit zusätzliche Bedeutung, als nun auch die Mobilität und die Ausbildung der Bürger sowie das Verständnis füreinander gefördert werden mussten.

2. Erwartete Wirkung der Investitionen

Von dem Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England werden folgende Wirkungen erwartet:

  • Förderung der Aneignung von Kenntnissen im Bereich der Sprache und der Kultur des jeweils anderen Landes (einschließlich gemeinsamer Aktivitäten im Zusammenhang mit der Kultur und dem Erbe der beiden Länder);
  • Stärkung des wechselseitigen Verständnisses durch gemeinsame Ansätze und durch die Bestimmung gemeinsamer Anliegen; dies wird dazu beitragen, dass sich die vom Programm abgedeckte Region zu einer „Lernregion“ entwickelt; außerdem werden die Wirtschaft und hervorragende Leistungen in der Forschung gefördert;
  • Förderung der Gründung von Produktions- und Dienstleistungsunternehmen;
  • Förderung einer langfristig angelegten Zusammenarbeit in maritimen Angelegenheiten;
  • Entwicklung konkreter Lösungen im Bereich der sozialen Eingliederung;
  • Diversifizierung der Fremdenverkehrsangebote;
  • Förderung erneuerbarer Energiequellen;
  • Verbesserung des Managements von Umweltrisiken und Sensibilisierung für den Umweltschutz.

3. Prioritätsachsen

Das operationelle Programm ist an den folgenden Prioritätsachsen ausgerichtet:

Prioritätsachse 1: Stärkung des Gefühls der Zugehörigkeit zu einer Region gemeinsamer Bürgerschaft und Sensibilisierung für gemeinsame Interessen [ca. 10,1 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse soll unter Berücksichtigung der Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zum Entstehen kooperativer Maßnahmen über Seegrenzen hinweg sowie zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der kulturellen Identität beitragen. In diesem Zusammenhang werden Netze grenzübergreifender Organisationen gegründet, welche die Kooperationsmaßnahmen unterstützen sollen.

Prioritätsachse 2: Aufbau von Partnerschaften für die grenzübergreifende wirtschaftliche Entwicklung sowie Aufbau von Exzellenzzentren [ca. 32,1 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse soll

  • „Cluster“ bestimmen und fördern, in denen sich grenzübergreifende wirtschaftliche Exzellenz manifestiert;
  • zur grenzübergreifenden wirtschaftlichen Entwicklung (einschließlich der Entwicklung des Handels) beitragen; dazu sollen ein Dienstleistungssystem zur Unterstützung von Unternehmen sowie die Gründung neuer Unternehmen gefördert werden;
  • die Zusammenarbeit im maritimen Sektor fördern.

Prioritätsachse 3: Entwicklung einer für die Bevölkerung und für Besucher attraktiven Region [ca. 23,3 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse soll zur Entwicklung von Lösungen für Fragen der sozialen Eingliederung sowie zur Gestaltung gemeinsamer kultureller Aktivitäten beitragen und den Fremdenverkehr durch die Diversifizierung der Angebotsplatte fördern.

Prioritätsachse 4: Sicherstellen einer nachhaltigen ökologischen Entwicklung der gemeinsamen Region [ca. 30,4 % der Gesamtförderung]

Diese Prioritätsachse soll zur Förderung erneuerbarer Energiequellen und zum Schutz der Umwelt beitragen. Dazu soll u. a. für Fragen des Umweltschutzes und des Risikomanagements zur Vermeidung von Umweltschäden sensibilisiert werden.

Prioritätsachse 5: Technische Hilfe [ca. 4 % der Gesamtförderung]

Die technische Hilfe bei der Umsetzung des operationellen Programms unterliegt gewissen Regelungen. Für Maßnahmen in den Bereichen Verwaltung, Überwachung, Evaluierung und Kontrolle sowie für den Bereich Information und Kommunikation wird finanzielle Unterstützung angeboten.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Frankreich (Kanal) – England'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007CB163PO040

Number of decision

C/2008/5089

Datum der endgültigen Annahme

19/09/2008

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Stärkung des Gefühls der Zugehörigkeit zu einem Raum gemeinsamer Bürgerschaft und Sensibilisierung für gemeinsame Interessen 17 275 194 15 946 333 33 221 527
Aufbau von Partnerschaften für die grenzübergreifende wirtschaftliche Entwicklung sowie Aufbau von Exzellenzzentren 54 691 464 50 484 428 105 175 892
Entwicklung einer für die Bevölkerung und für Besucher attraktiven Region 39 732 946 36 676 566 76 409 512
Sicherstellung einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung des gemeinsamen Raums 51 825 582 47 838 998 99 664 580
Technische Hilfe 9 930 660 3 310 220 13 240 880
Gesamtausgaben 173 455 846 154 256 545 327 712 391