Operationelles Programm 'Tirol'

Programm gemäß dem Ziel 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', mitfinanziert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Österreich

 Weitere Extras

 

Die europäische Kommission hat am 4 Mai 2007 ein regionales Entwicklungsprogramm für das österreichische Bundesland Tirol für den Zeitraum 2007-2013 gebilligt, das operationelle Programm „Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit Tirol 2007-2013“. Dieses Programm beinhaltet die Unterstützung der Gemeinschaft für Tirol im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ (unter Ausschluss der Regionen, in denen die Förderung allmählich ausläuft). Die Gesamtausstattung des Programms mit öffentlichen Mitteln beträgt ungefähr 69,5 Millionen €, die Gemeinschaftsunterstützung durch den EFRE 34,8 Millionen € (ungefähr 2,38 % des Gesamtbetrags, den die EU im Rahmen der Kohäsionspolitik in Österreich investiert).

1. Zweck und Ziel der EU-Investitionen

Übergeordnetes Ziel des Programms ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und das Innovationspotenzial der regionalen Wirtschaft zu stärken und Tirol als attraktive Region zu erhalten, und zwar unter Beachtung der Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung und der Gleichstellung. Mit dieser Vorgehensweise sollen die Lebensqualität, das Einkommen und die Beschäftigung der Einwohner dieses Bundeslandes gesichert werden.

Mit einem BIP von 131,4 % des EU-Durchschnitts gehört Tirol zu den reicheren Regionen der Europäischen Union und verfügt über einen hohen Lebensstandard und eine hohe Umweltqualität. Um aber die Herausforderungen der Globalisierung und erhebliche Veränderungen des EU-Binnenmarkts im Gefolge der Osterweiterung der Union im Jahr 2004 bewältigen zu können, ist eine gezielte Förderung bestimmter Sektoren für die zusätzliche Stärkung der breiten wirtschaftlichen Basis wesentlich. Die besondere geographische Lage Tirols zwischen Süddeutschland und Norditalien ist als ein die Wirtschaftskraft stärkender Vorteil anzusehen. Die Schaffung von Netzwerken und die Zunahme von Kooperationen tragen ebenfalls wesentlich zu einer weiteren Verbesserung der Wirtschaft beitragen. Für Tirol mit seiner Berglandschaft ist ein anspruchsvolles und innovatives Tourismusangebot in wirtschaftlicher Hinsicht wesentlich. Mit dem Programm sollen Innovationen und eine wissensbasierte Wirtschaft gefördert, unbefristete Arbeitsverhältnisse geschaffen und dabei das Ziel erreicht werden, Forschung und Entwicklung auszuweiten und so maßgeblich zur Erreichung der Ziele der Lissabon-Strategie beizutragen. Das in Göteborg formulierte Ziel der Nachhaltigkeit und der Grundsatz der durchgängigen Gleichbehandlung der Geschlechter („gender mainstreaming“) genießen in dem Programm einen besonderen Status als horizontale Prioritäten.

2. Welche Wirkung ist durch diese Investition zu erwarten?

Mit dem Programm wird die Schaffung von 383 neuen Arbeitsplätzen gesichert, von denen 34 im Bereich von Forschung und Entwicklung entstehen werden. Es wird mit Folgeinvestitionen von insgesamt 253 Mio. EUR gerechnet (siebenmal mehr als die EU-Fördermittel). Ferner wird eine zusätzliche Quelle zur Erzeugung erneuerbarer Energie mit einer Leistung von 8 Megawatt erschlossen und eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 80 000 Tonnen pro Jahr erreicht.

3. Prioritätsachsen

Die Hauptziele des Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit Tirol 2007-2013“ sind folgende: Schaffung innovativer und wissensbasierter Unternehmen und Erhöhung der Attraktivität aller Regionen Tirols. Das Programm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit Tirol 2007-2013“ ist in folgende Prioritätsachsen untergliedert:

Prioritätsachse 1: Innovation, Zusammenarbeit und wissensbasierte Wirtschaft

In der derzeitigen Globalisierungsphase müssen sich die Unternehmen in Tirol gegen starke Konkurrenz in der EU und auf den Weltmärkten behaupten. Vor diesem Hintergrund kommt der Stärkung von Innovation und der Förderung der auf Wissen gestützten Wirtschaft entscheidende Bedeutung zu. Auch die Verbesserung von Qualitäts- und Technologiestandards in Bereichen, wo komparative Vorteile bestehen, ist zwingend notwendig. Einer der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der praktischen Anwendung der Ergebnisse von Forschung und Entwicklung. Kleine und mittlere Unternehmen sind der entscheidende Erfolgsfaktor, und auf sie konzentriert sich das Programm mit einem breiten Spektrum von Fördermaßnahmen, die von Firmengründungen bis hin zur Vernetzung und Gruppenbildung mit anderen Unternehmen sowie zu innovationsorientierten Schlüsselinvestitionen reichen.

Prioritätsachse 2: Attraktivität der Regionen als Standortfaktor

Zur Verbesserung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit muss auch für die Umwelt gesorgt werden. Eine klare Ausrichtung auf nachhaltige Entwicklung hin bietet wirtschaftliche Chancen. Im Mittelpunkt der zweiten Prioritätsachse des Programms steht die Bewahrung des hohen Lebensstandard der Einwohner, der hohen Umweltqualität und der regionalen Erreichbarkeit Tirols. Ein bedeutender Bereich der Wirtschaft Tirols ist der Fremdenverkehr. Innovative Schlüsselprojekte werden zur Optimierung und Verbesserung der Qualitätsmaßstäbe beitragen. Diese Prioritätsachse umfasst auch Pilotprojekte, mit denen die in der Region vorhandenen Potenziale genutzt werden sollen. Da naturbedingte Risiken in Tirol eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, dürfe die Erarbeitung entsprechender Pläne und Maßnahmen mit Gewissheit dazu beitragen, solche Risiken auszuschalten. Das Programm ermöglicht in vollständigem Einklang mit den umweltpolitischen Ansätzen der EU und Österreichs eine größere Förderung erneuerbarer Energieträger und die Steigerung der Energieeffizienz. Vom Programm werden insbesondere geographisch und von der Natur benachteiligte Gebiete (z. B. aus Tirol) berücksichtigt.

Prioritätsachse 3: Technische Unterstützung

Zur Durchführung des Programms ist ferner eine technische Unterstützung vorgesehen. Fondsmittel stehen bereit, um die Kosten für Verwaltung, Überwachung, Bewertung und Kontrolle zu finanzieren.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Tirol'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007AT162PO008

Number of decision

C/2007/2052

Datum der endgültigen Annahme

04/05/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Innovation, Zusammenarbeit und wissensbasierte Wirtschaft 19 163 653 19 163 653 38 327 306
Attraktivität der Regionen als Standortfaktor 15 109 335 15 109 335 30 218 670
Technische Unterstützung 500 000 500 000 1 000 000
Gesamtausgaben 34 772 988 34 772 988 69 545 976