Operationelles Programm 'Niederösterreich'

Im Rahmen des Ziels 'Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung', mitfinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Österreich

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Die Europäische Kommission hat am 4. Mai 2007 ein Programm zur regionalen Entwicklung des österreichischen Bundeslandes Niederösterreich für den Zeitraum 2007-2013 genehmigt. Es handelt sich um das operationelle Programm „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region Niederösterreich 2007-2013“. Mit diesem Programm werden für Niederösterreich Fördermittel der Gemeinschaft im Rahmen des Ziels „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ verfügbar gemacht (die sogenannten „Phasing-out-Regionen“, also die schrittweise aus der Förderung herausfallenden Regionen, sind nicht darin eingeschlossen). Die insgesamt zur Verfügung stehenden Finanzmittel des Programms betragen rund 291,2 Mio. EUR und die Förderung durch die Gemeinschaft (EFRE) beläuft sich auf 145,6 Mio. EUR (dies entspricht ca. 10 % der gesamten in Österreich im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 investierten EU-Fördergelder).

1. Welche Ziele werden mit dieser EU-Investition angestrebt?

Das übergeordnete Ziel des Programms besteht darin, unter Beachtung der Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung und der Gleichbehandlung der Geschlechter die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft in allen Regionen Niederösterreichs zu stärken. Auf diese Weise sollen die Lebensqualität, das Einkommen und die Beschäftigung aller Einwohner des Bundeslandes garantiert werden.

Trotz der positiven Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre und eines Pro-Kopf-BIP von über 104 % im Vergleich zum EU-Durchschnitt zählt Niederösterreich im Kontext der wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren des Landes zu den Regionen mit einer schwächeren Leistung. Als Nachbarregion von zwei neuen EU-Mitgliedstaaten konnte Niederösterreich von der im Jahr 2004 erfolgten Erweiterung der EU nach Osten profitieren. Jedoch ist es angesichts der Herausforderungen durch die Globalisierung und die bedeutenden, durch diese Erweiterung verursachten Veränderungen im EU-Binnenmarkt unerlässlich, bestimmte Bereiche durch eine zielgerichtete Förderung zu unterstützen, um den in den vergangenen Jahren erzielten Schwung beizubehalten. Mit diesem Programm sollen die Innovation und die auf Wissen gestützte Wirtschaft gefördert sowie dauerhafte Arbeitsplätze geschaffen werden, um so einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung der Ziele der Lissabonner Strategie zu leisten. Die Verringerung der Unterschiede zwischen den städtisch geprägten Gebieten und den strukturell schwächeren Grenzregionen des Bundeslandes ist ebenfalls ein wichtiges Ziel dieser Förderung. Die in Göteborg formulierten Ziele in Bezug auf die Nachhaltigkeit und der Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter („gender mainstreaming“) genießen in der Programmdurchführung einen besonderen Status als horizontale Prioritäten.

2. Welche Wirkung ist durch diese Investition zu erwarten?

Mit dem Programm wird die Schaffung von 1 800 neuen Arbeitsplätzen gesichert, davon 200 im Bereich Forschung und Entwicklung. Weitere 10 000 Einwohner werden an Breitbandinternet angeschlossen. Ferner wird mit Folgeinvestitionen von insgesamt 850 Mio. EUR gerechnet (beinahe sechsmal mehr als die EU-Fördermittel). Darüber hinaus wird eine zusätzliche Quelle zur Erzeugung erneuerbarer Energie mit einer Leistung von 25 Megawatt erschlossen und eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 25 000 Tonnen pro Jahr erreicht.

3. Prioritätsachsen

Die Hauptziele des Programms 'Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region Niederösterreich 2007-2013' sind folgende: Stärkung der regionalen Wettbewerbfähigkeit und Attraktivität aller Regionen des Bundeslandes. Das Programm „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Region Niederösterreich 2007-2013“ ist in folgende Prioritätsachsen untergliedert:

Prioritätsachse 1: Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und wissensbasierte Wirtschaft

In der derzeitigen Globalisierungsphase müssen sich die Unternehmen aus Niederösterreich gegen eine starke Konkurrenz in der EU und auf den Weltmärkten behaupten. Vor diesem Hintergrund kommt der Stärkung von Innovation und der Förderung der auf Wissen gestützten Wirtschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Auch die Verbesserung von Qualitäts- und Technologiestandards in Bereichen, wo komparative Vorteile bestehen, ist zwingend notwendig. Einer der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der praktischen Anwendung der Ergebnisse von Forschung und Entwicklung. Kleine und mittlere Unternehmen sind für die erfolgreiche Umsetzung des Programms von entscheidender Bedeutung und stehen daher in dessen Mittelpunkt: Die unterstützenden Aktivitäten reichen von der Unternehmensgründung über die Teilnahme an Netzwerken bis zu sogenannten Unternehmensclustern.

Prioritätsachse 2: Stärkung der Regionen und Standorte durch die Mobilisierung des vorhandenen Potenzials, einen wettbewerbsfähigen Fremdenverkehr sowie bessere Umweltschutz-, Energieverbrauchs- und Risikovermeidungsmaßnahmen

Im Mittelpunkt der zweiten Prioritätsachse des Programms steht die Bewahrung des hohen Lebensstandards der Einwohner, der hohen Umweltqualität und der regionalen Erreichbarkeit Niederösterreichs. Das Ziel, die Region für Unternehmen und Menschen attraktiver zu machen, wird durch eine gezielte und ausgewogene Unterstützung der regionalen Regierungsstrukturen umgesetzt werden. In vollem Einklang mit der EU-Politik wie auch der österreichischen Politik im Umweltsektor sieht das Programm eine verstärkte Unterstützung für erneuerbare Energien und die Steigerung der Energieeffizienz vor. Die EU-Mittel werden es dem Bundesland ermöglichen, die Entwicklung innovativer Projekte in den Bereichen Fremdenverkehr und Hochwasserschutz gezielt zu fördern.

Prioritätsachse 3: Technische Unterstützung

Zur Durchführung des Programms ist ferner eine technische Unterstützung vorgesehen. Fondsmittel stehen bereit, um die Kosten für Verwaltung, Überwachung, Bewertung und Kontrolle zu finanzieren.

Sach- und Finanzdaten

Operationelles Programm 'Niederösterreich'

Interventionsform

Operationelles Programm

CCI

2007AT162PO001

Number of decision

C/2007/2059

Datum der endgültigen Annahme

04/05/2007

Mittelaufschlüsselung nach Prioritätsachse

Prioritätsachse EU-Investitionen Nationaler öffentlicher Finanzierungsbeitrag Öffentliche Beiträge insgesamt
Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und wissensbasierte Wirtschaft 99 540 000 99 540 000 199 080 000
Stärkung der Regionen und Standorte durch die Mobilisierung des vorhandenen Potenzials, einen wettbewerbsfähigen Fremdenverkehr sowie, bessere Umweltschutz-, Energieverbrauchs- und Risikovermeidungsmaßnahmen 44 750 000 44 750 000 89 500 000
Technische Unterstützung 1 356 798 1 356 798 2 713 596
Gesamtausgaben 145 646 798 145 646 798 291 293 596