Regionalpolitik und Gebiete in äußerster Randlage
Kommissar Hahn nimmt an Jahreskonferenz der Präsidenten der EU-Regionen in äußerster Randlage auf den Azoren (Portugal) teil
12/09/2012
Der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, nimmt heute an der 18. Konferenz der Präsidenten der EU-Regionen in äußerster Randlage teil. Gastgeber ist Carlos Cesar, Präsident der Regionalregierung und derzeit Vorsitzender der Gruppe der acht Regionen in äußerster Randlage (Guadeloupe, Französisch Guyana, Réunion, Martinique, die Überseekörperschaft St. Martin, die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln). Die Regierungen Spaniens, Portugals und Frankreichs werden auf der Konferenz ebenso vertreten sein wie die zyprische Ratspräsidentschaft der EU. Ebenfalls teilnehmen werden Mayotte, das 2014 den Status einer Region in äußerster Randlage erhalten wird, und der Premierminister von Kap Verde.
Für Kommissar Hahn ist dies der Beginn einer dreitägigen Reise über die Azorischen Inseln (den Anfang macht São Miguel, dann folgen Faial, Pico, Flores und Corvo), auf der er durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierte Projekte besuchen wird, zum Beispiel:
Die Escola de Formação Turística e Hoteleira auf São Miguel – Schule für die Ausbildung im Tourismus und im Gastgewerbe (EFTH), die geothermische Anlage am Pico Vermelho (Insel São Miguel, Ribeira Grande) und den Tower der Flugverkehrskontrolle auf der Insel Corvo.
Study on migration and demographic trends in the outermost regions
12/07/2012
The study is aimed at deepening the understanding, the knowledge and the projections of the demographic and migratory trends in the Outermost Regions. The report describes the major short and medium-term impacts of the demographic and migratory trends as well as their probable impact on the economic and social cohesion. Using the result of the analysis, the experts outline the main risks and the opportunities associated with these phenomena.
Call for tender under 7th Research and Development Framework Programme
11/07/2012
Identifier: FP7-ENV-2013-two-stage
Publication Date: 10 July 2012
Budget: € 248 000 000
Deadline: 16 October 2012 at 17:00:00 (Brussels local time)
28 February 2013 at 17:00:00 (Brussels local time) - 2nd deadline (for 2-stage procedure)
OJ Reference: OJ C202 of 10 July 2012
Specific Programme(s): COOPERATION
Theme(s): Environment (including Climate Change)
See item "g" under the topic ENV.2013.6.5-2 Mobilising environmental knowledge for policy and society
g) Research partnerships to sustainably manage the biodiversity in EU Outermost Regions (OR) and Overseas Countries and Territories (OCT)
Conditions, application form and more information
In der Europäischen Union gibt es 8 Gebiete in äußerster Randlage. Dabei handelt es sich um Gebiete, die räumlich gesehen vom europäischen Kontinent weit entfernt liegen, die aber dennoch integraler Bestandteil der Mitgliedstaaten sind, zu denen sie gehören.
Somit gelten für sie die Rechtsvorschriften und der Gemeinschaft. Außerdem werden hier – im Gegensatz zu den überseeischen Ländern und Gebieten
, die einen anderen Rechtsstatus besitzen – die aus dem Gemeinschaftsrecht erwachsenden Rechte und Pflichten uneingeschränkt angewandt.
Zu den Gebieten in äußerster Randlage gehören:
- die vier Überseedepartements (Martinique, Guadeloupe, Französisch-Guyana und Réunion. Saint-Martin("collectivités d'Outre-mer")
- die beiden autonomen portugiesischen Regionen (Azoren und Madeira),
- die autonome spanische Region der Kanarischen Inseln.
| Lage | Hauptstadt | Fläche | Bevölkerungszahl (Einwohner) | Index BIP/Einwohner | |
| Azoren | Atlantik | Ponta Delgada | 2 333 km2 | 237 900 | 66,7 |
| Kanarische Inseln | Atlantik | Las Palmas | 7 447 km2 | 1 715 700 | 93,7 |
| Guadeloupe | Karibik | Basse Terre | 1 710 km2 | 425 700 | 70,6 |
| Französisch-Guyana | Südamerika | Cayenne | 84 000 km2 | 161 100 | 50,5 |
| Madeira | Atlantik | Funchal | 795 km2 | 244 800 | 94,9 |
| Martinique | Karibik | Fort-de-France | 1 080 km2 | 383 300 | 75,6 |
| Réunion | Indischer Ozean | Saint-Denis | 2 510 km2 | 715 900 | 61,6 |
| Saint-Martin | Karibik | Marigot | 53 km2 | 35 000 | 61.9 |
Quelle: 2006
Rechtsgrundlage: In Artikel 299 Absatz 2 des Vertrags von Amsterdam ist festgelegt, was unter Gebieten in äußerster Randlage zu verstehen ist. In diesem Artikel wird die Besonderheit der Gebiete in äußerster Randlage und die Notwendigkeit anerkannt, die Gemeinschaftsstrategien an ihre besonderen Gegebenheiten und Schwierigkeiten anzupassen.
Schwierigkeiten und Vorteile
Die Abgelegenheit, die Insellage, die Oberflächenstruktur, das schwierige Klima und die wirtschaftliche Abhängigkeit aufgrund der geringen Zahl selbst hergestellter Waren behindern eine volle Entfaltung dieser Regionen.
Sie haben jedoch auch Vorteile zu bieten:
- Diversifizierung: Die Gebiete in äußerster Randlage ermöglichen es der EU, über ein sehr weitläufiges Meeresgebiet und eine diversifizierte Wirtschaft zu verfügen. So werden in diesen Regionen beispielsweise landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Rum, Rohrzucker, Bananen und anderes tropisches Obst und Gemüse erzeugt, die der Nachfrage der europäischen Verbraucher entsprechen,
- geostrategische Lage: die Gebiete in äußerster Randlage bieten der EU umfangreiche Möglichkeiten, die Beziehungen zu ihren Nachbarländern auszubauen (Makaronesien, Karibik und südwestlicher Indischer Ozean),
- Potenzial für bestimmte Aktivitäten im Bereich der Forschung und Spitzentechnologie: Beispiele: Institut für Astrophysik der Kanarischen Inseln, Weltraumzentrum Guyana, Fachbereich für Ozeanographie und Fischerei der Universität der Azoren, Zentrum für Forschung und Überwachung neu auftretender Krankheiten in der Region Indischer Ozean (CRVOI) auf La Réunion, das von Guadeloupe ausgehende Netz sehr leistungsstarker digitaler Unterwasserkabel, die Einrichtung für Agrarumwelt-Forschung von Martinique (PRAM), das multifunktionale Elektrizitätswerk auf Madeira.
Maßnahmen der Europäischen Union
Entwicklungen
In der Vergangenheit wurden speziell auf die Bedürfnisse dieser Regionen abgestimmte Unterstützungsprogramme ausgearbeitet: POSEIDOM für die französischen überseeischen Departments (1989), POSEICAN für die Kanarischen Inseln (1991) und POSEIMA für die Azoren und Madeira (1991). Sie zielten darauf ab, die Infrastrukturen zu verbessern, diejenigen Produktionssektoren zu fördern, die Arbeitsplätze schaffen, und die Entwicklung von Humanressourcen zu unterstützen.
Diese Art der Unterstützung wurde 2006 überarbeitet. An ihre Stelle sind die allgemeinen POSEI-Programme getreten, die für jeden der drei Mitgliedstaaten ein eigenes Budget enthalten.
Seit 2004 verfügt die EU über eine integrierte Strategie, die auf einer aktiven Partnerschaft zwischen den europäischen Institutionen, den Mitgliedstaaten und den Gebieten in äußerster Randlage basiert und drei Schwerpunkte umfasst: die Förderung der Anbindung, Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und regionale Einbindung der Gebiete. In der Mitteilung Strategie für die Regionen in äußerster Randlage: Fortschritte und Ausblick
(KOM(2007) 507 endg.) wurden ergänzende Maßnahmen vorgeschlagen.
Derzeitiger Stand
Im Oktober 2008 hat die Kommission eine neue Mitteilung angenommen. Mit ihr werden zwei Ziele verfolgt:
- Integration der neuen Schwierigkeiten¸ mit denen die Gebiete in äußerster Randlage konfrontiert sind: Globalisierung, Klimawandel, demografische Entwicklung, die Migrationsströme und die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, wie der Meeresressourcen und der landwirtschaftlichen Erzeugnisse,
- Nutzung der Vorteile, die die Gebiete in äußerster Randlage bieten. In Bereichen mit hohem Mehrwert wie dem Lebensmittelsektor, der bilogogischen Vielfalt, den erneuerbaren Energien, der Astrophysik, der Luft- und Raumfahrt, der Meereskunde, der Vulkanologie oder der Seismologie, aber auch in ihrer Rolle als Voposten der Europäischen Union in der Welt können sie eine Hebelwirkung für die Entwicklung der Wirtschaft entfalten.
Mittelansatz
Im Zeitraum 2007–2013 werden für die Gebiete in äußerster Randlage Gemeinschaftsmittel in Höhe von insgesamt 7,84 Milliarden Euro bereitgestellt. Diese Mittel stammen aus dem EFRE, dem ESF, dem EFLL, dem EFF und dem POSEI-Programm. Allein aus den Programmen des EFRE und des ESF werden für diese Gebiete Budgets von 4,5 Milliarden Euro bzw. 1,3 Milliarden Euro bereitgestellt.
Außerhalb von Programmen der Strukturfonds berücksichtigen zahlreiche europäische Inititativen die Besonderheiten dieser Regionen insbesondere im Hinblick auf die Bereiche Wettbewerb, Landwirtschaft, Forschung, Wirtschaft und Verkehr.
Mehr hierzu
- Ressourcenzentrum zu den Gebieten in äußerster Randlage der Europäischen Union



- Studie über den Einfluss der IKT auf Ebene der Regionen in extremer Randlage in Europa



