Programmleitfaden online

Inhaltsverzeichnis

Mobilitätsprojekte für junge Menschen: Freiwilligenprojekte

Freiwilligenaktivitäten bieten jungen Menschen im Alter von 17 bis 30 Jahren die Möglichkeit, sich durch unbezahlte freiwillige Vollzeittätigkeit in einem anderen Land innerhalb oder außerhalb der Europäischen Union zu engagieren. Junge Freiwillige können sich in normale Arbeitsabläufe von Organisationen einbringen, die mit Informationen und politischen Maßnahmen im Jugendbereich, mit der persönlichen, sozialen und bildungsbezogenen Entwicklung, bürgerschaftlichem Engagement, Pflege und Betreuung, der Inklusion benachteiligter Personen oder Gruppen, Umweltthemen, Programmen zur nichtformalen Bildung, IKT- und Medienkompetenz, Kultur und Kreativität, Entwicklungszusammenarbeit usw. zusammenhängen. Die Freiwilligen können ihren Freiwilligendienst als Einzelpersonen oder in Gruppen leisten.

Die Beteiligung an einer Freiwilligenaktivität muss für Freiwillige kostenlos sein, abgesehen von einer möglichen Beteiligung an den Reisekosten (wenn diese Kosten durch die Finanzhilfe im Rahmen von Erasmus+ nicht vollständig gedeckt sind) und von zusätzlichen Kosten, die mit der Durchführung der jeweiligen Aktivität nicht in Zusammenhang stehen. Die Hauptkosten der Teilnahme von Freiwilligen an einer Aktivität werden durch Finanzmittel aus Erasmus+ oder durch sonstige Mittel der teilnehmenden Organisationen gedeckt. Junge Menschen mit geringeren Chancen können dabei zusätzliche Unterstützung bekommen, um ihre Teilnahme zu ermöglichen.

Die folgenden Tätigkeiten gelten nicht als Freiwilligenaktivitäten im Rahmen von Erasmus+: gelegentliche, unstrukturierte und in Teilzeit ausgeübte Freiwilligenaktivitäten, Praktika in einem Unternehmen, bezahlte Tätigkeiten, Aktivitäten zu Erholungs- oder touristischen Zwecken, Sprachkurse, Maßnahmen zur Ausnutzung billiger Arbeitskräfte und Auslandsaufenthalte zu Studien- oder Berufsbildungszwecken.

BEITRAG VON ERASMUS+ ZUR INITIATIVE „EUROPÄISCHES SOLIDARITITÄTSKORPS“

Zur Stärkung des Zusammenhalts und zur Förderung der Solidarität in der europäischen Gesellschaft hat die Europäische Kommission ein Europäisches Solidaritätskorps eingerichtet1, um eine Gemeinschaft junger Menschen zu schaffen, die an vielerlei Solidaritätsaktivitäten teilnehmen und entweder durch Freiwilligenarbeit oder in Beschäftigungsprojekten dabei helfen wollen, Herausforderungen in der gesamten Europäischen Union und darüber hinaus zu meistern.

Das Europäische Solidaritätskorps wird in seiner Anfangsphase auf derzeit bestehenden EU-Programmen aufbauen. Eines der grundlegenden Förderprogramme, das einen Beitrag zum Europäischen Solidaritätskorps leistet, ist Erasmus+ im Rahmen seiner Freiwilligenaktivitäten zwischen Programmländern. Das Europäische Solidaritätskorps wird den Tätigkeiten von Erasmus+ Impulse und mehr Sichtbarkeit verleihen, während auf europäischer Ebene ein größerer Rahmen für die Freiwilligenarbeit geschaffen wird und weitere Freiwilligenaktivitäten hinzugefügt werden.

  • Nach dem Inkrafttreten der Rechtsgrundlage des Europäischen Solidaritätskorps müssen Organisationen aus der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Türkei ihre Vorschläge für die dritte Runde der Aufforderung 2018 unter dem Programm Erasmus+ bei der zuständigen nationalen Agentur einreichen.
  • Organisationen aus den EU-Mitgliedstaaten reichen ihre Vorschläge im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps ein.

In einem Freiwilligenprojekt können eine oder mehrere der folgenden Aktivitäten kombiniert werden:

Individuelle Freiwilligenaktivitäten:

Individuelle Freiwilligenaktivitäten werden über Zeiträume von zwei bis zwölf Monaten durchgeführt. Junge Menschen mit geringeren Chancen können für kürzere Zeiträume von 2 Wochen aufwärts Freiwilligenarbeit im Ausland leisten.

Zusätzlich zur Unterstützung der Freiwilligen durch die teilnehmenden Organisationen organisieren die Nationalen Agenturen oder die regionalen SALTO-Zentren Schulungs- und Evaluationsveranstaltungen2, an denen alle Freiwilligen teilnehmen müssen und die Folgendes umfassen: a) eine Einführungsschulung (on-arrival training) für Einsätze von zwei Monaten Dauer und darüber; und b) eine Halbzeitbewertung für Freiwilligendienste von sechs Monaten oder länger. Die Organisationen können eventuell Einführungsschulungen für Aktivitäten von weniger als zwei Monaten Dauer, an denen auch junge Menschen mit geringeren Chancen beteiligt sind, veranstalten.

Freiwilligenaktivitäten von Gruppen

Diese Aktivitäten werden in Gruppen von mindestens 10 und höchstens 40 jungen Menschen für einen Zeitraum zwischen zwei Wochen und zwei Monaten durchgeführt. Die Freiwilligen einer bestimmten Gruppe üben ihre Tätigkeit gemeinsam innerhalb desselben zeitlichen und örtlichen Rahmens aus und ihre Aufgaben sind mit einem gemeinsamen Thema verknüpft.

Ergänzende Tätigkeiten zur Verstärkung der Wirkung des Projekts

Bestandteil des Projekts kann auch die Organisation relevanter begleitender Aktivitäten zur Erreichung der Ziele des Projekts sowie zur Verstärkung seiner systemischen Wirkung auf lokaler, regionaler bzw. europäischer Ebene sein. Ein weiteres Ziel dieser begleitenden Aktivitäten kann darin bestehen, das Bewusstsein für den Wert der Freiwilligenarbeit für junge Menschen und Gemeinschaften zu schärfen und die Anerkennung der Fertigkeiten und Kompetenzen, die die Freiwilligen dabei erwerben, zu erhöhen. Zu diesen Aktivitäten können „Job Shadowing“/Hospitationen, Tagungen, Workshops, Konferenzen, Seminare, Schulungen oder Coaching zählen.

 

Welche Funktion kommt den an diesem Projekt teilnehmenden Organisationen zu?

An dem Mobilitätsprojekt teilnehmende Organisationen haben folgende Aufgaben:

  • Koordinator eines Projekts: Antragstellung für das gesamte Projekt im Namen aller Partnerorganisationen und Verantwortung für das allgemeine Management des Projekts.
  • Entsendende Organisation: zuständig für die Entsendung des/der Freiwilligen ins Ausland (dies schließt Folgendes ein: Regelung praktischer Angelegenheiten, Vorbereitung von Teilnehmern vor der Abreise und Unterstützung von Teilnehmern in allen Projektphasen).
  • Aufnehmende Organisation: zuständig für die Aufnahme des/der Freiwilligen, Entwicklung eines Aktivitätsprogramms, Unterstützung der Teilnehmer in allen Projektphasen.

Assoziierte Partner: Zusätzlich zu den Organisationen, die offiziell an den Freiwilligenaktivitäten teilnehmen, können an einem strategischen Projekt auch assoziierte Partner aus dem öffentlichen oder privaten Sektor beteiligt sein, die zur Umsetzung spezifischer Projektaufgaben/-aktivitäten beitragen oder die Verbreitung der Projektergebnisse und Nachhaltigkeit des Projekts unterstützen. Vertraglich gesehen sind „assoziierte Partner“ keine Mitglieder der Projektpartner und erhalten keine Finanzmittel. Ihre Beteiligung am und ihre Funktion im Projekt und bei verschiedenen Aktivitäten müssen jedoch deutlich beschrieben werden. Auch muss angegeben werden, in welcher Weise sie durch die Investitionen von Ressourcen und Knowhow zusätzlichen Mehrwert in die geplanten Aktivitäten einbringen können.

 

Nach welchen Kriterien wird dieses Projekt bewertet?

Im Folgenden werden die formalen Anforderungen erläutert, die Projekte erfüllen müssen, damit sie für eine Förderung im Rahmen von Erasmus+ in Betracht kommen:

 

Allgemeine Förderkriterien

Förderfähige teilnehmende Organisationen

Als teilnehmende Organisationen kommen in Betracht:

  • gemeinnützige Organisationen, Verbände, NROs,
  • europäische Jugend-NROs,
  • gemeinwirtschaftliche Unternehmen,
  • öffentliche Stellen auf lokaler Ebene

sowie

  • regionale oder nationale öffentliche Stellen3;
  • Regionalverbände,
  • Europäische Verbünde für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ),
  • kommerzielle Einrichtungen, die sich dem Grundsatz der sozialen Verantwortung in Unternehmen verpflichtet haben,

die in einem Programmland oder einem benachbarten Partnerland der EU ansässig sind (Regionen 1 bis 4; siehe Abschnitt „Förderfähige Länder“ in Teil A dieses Leitfadens).

Wer ist antragsberechtigt?

Jede teilnehmende Organisation, die ihren Sitz in einem Programmland außerhalb der EU hat und bei Ablauf der maßgeblichen Antragsfrist im Besitz einer gültigen Akkreditierung als koordinierende Organisation ist.

Anzahl der teilnehmenden Organisationen

Mobilitätsaktivitäten sind länderübergreifende Aktivitäten, an denen immer mindestens zwei Organisationen (jeweils mindestens eine entsendende und eine aufnehmende Organisation) aus verschiedenen Ländern beteiligt sind, von denen mindestens eines ein Nicht-EU-Programmland oder ein benachbartes Partnerland der EU sein muss.

Akkreditierung

Mit Ausnahme der antragstellenden Organisationen müssen teilnehmende Organisationen am ersten Tag der Freiwilligenaktivität, an der die betreffende Organisation beteiligt ist, im Besitz einer gültigen Akkreditierung oder eines Gütesiegels sein.

Projektdauer

3 bis 24 Monate.

In allen Fällen muss das Projekt spätestens am 31. August 2021 abgeschlossen sein.

Dauer des Dienstes

Individuelle Freiwilligenaktivitäten: Zwischen zwei4und zwölf Monaten, ohne Reisezeit.
Bei jungen Menschen mit geringeren Chancen kann der Dienst bereits ab zwei Wochen Dauer beginnen.

Freiwilligenaktivitäten von Gruppen: Zwischen zwei Wochen und zwei Monaten5, ohne Reisezeit.

Ort(e) des Freiwilligendienstes 6

Die Aktivität muss im Land einer der am Projekt beteiligten Organisationen stattfinden.

Ein Freiwilliger aus einem Programmland muss seinen Dienst in einem anderen Programmland oder in einem benachbarten Partnerland der EU ableisten.

Freiwillige aus einem benachbarten Partnerland der EU müssen ihren Dienst in einem Programmland ableisten.

Förderfähige Teilnehmer

junge Menschen im Alter von 17 bis 30 Jahren7 mit Wohnsitz im Land der jeweiligen entsendenden Organisation.

Teilnehmer aus Programmländern, die in einem anderen Programmland Freiwilligenarbeit leisten, müssen sich auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps8 registrieren.

Freiwillige, die bereits an einer Freiwilligenaktivität im Rahmen von Erasmus+ oder einem Europäischen Freiwilligendienst teilgenommen haben, kommen für eine Förderung nicht in Frage.

Ausnahme: Freiwillige, die eine Freiwilligenaktivität oder einen Europäischen Freiwilligendienst mit einer Dauer von höchstens zwei Monaten durchgeführt haben, können an einer weiteren Aktivität dieser Art teilnehmen.

Anzahl der Teilnehmer Freiwilligenaktivitäten von Gruppen: Mindestens 10 und höchstens 40 Freiwillige pro Aktivität.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Bei der Nationalen Agentur des Landes, in dem die antragstellende Organisation ansässig ist.

Wann wird der Antrag gestellt?

Antragsteller müssen ihren Finanzhilfeantrag spätestens zu den folgenden Zeitpunkten einreichen:

  • 15. Februar 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) bei Projekten, die zwischen dem 1. Mai eines Jahres und dem 30. September desselben Jahres beginnen.
  • 26. April 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) bei Projekten, die zwischen dem 1. August eines Jahres und dem 31. Dezember desselben Jahres beginnen.
  • 4. Oktober 12.00 Uhr (Mittag Brüsseler Zeit) bei Projekten, die zwischen dem 1. Januar eines Jahres und dem 31. Mai des folgenden Jahres beginnen.

Wie ist der Antrag zu stellen?

Nähere Informationen zur Antragstellung finden Sie in Teil C dieses Leitfadens.

Sonstige Kriterien

Der Antrag ist bei der Nationalen Agentur des Landes der antragstellenden Organisation einzureichen.

Damit eine eindeutige, klare Verbindung zu dem Land gewährleistet ist, in dem die jeweilige Nationale Agentur ansässig ist, muss entweder die entsendende oder die aufnehmende Organisationen aus dem Land der Nationalen Agentur stammen, bei der der Antrag eingereicht wird.

Für Aktivitäten in Programmländern müssen die Organisationen ihre Freiwilligen aus der Datenbank des Europäischen Solidaritätskorps auswählen9.

Vorbereitender Planungsbesuch (APV = Advanced Planning Visit):

Wenn bei einem Projekt ein vorbereitender Planungsbesuch vorgesehen ist, sind folgende Förderkriterien einzuhalten:

  • Dauer des vorbereitenden Planungsbesuchs: höchstens zwei Tage, ohne Reisetage;
  • Anzahl der Teilnehmer: 1 Teilnehmer pro entsendender Organisation. Die Anzahl der Teilnehmer kann unter der Voraussetzung erhöht werden, dass es sich bei allen zusätzlichen Teilnehmern um an der betreffenden Aktivität teilnehmende junge Menschen mit geringeren Chancen handelt.

Dem Antragsformular muss eine ehrenwörtliche Erklärung des gesetzlichen Vertreters beigefügt werden.

 

Antragstellende Einrichtungen werden anhand der relevanten Ausschluss- und Auswahlkriterien bewertet. Weitere Informationen sind Teil C dieses Leitfadens zu entnehmen.

 

Gewährungskriterien

Die Projekte werden nach den folgenden Kriterien bewertet:

Relevanz des Projekts

(maximal 30 Punkte)

 

Relevanz des Vorschlags im Hinblick auf:

  • Ziele der Aktion (siehe Abschnitt „Welche Ziele werden mit Mobilitätsprojekten verfolgt?“) und
  • Erfordernisse und Zielsetzungen der teilnehmenden Organisationen und der einzelnen Teilnehmer:
  • nachgewiesenes Verständnis der in der Erasmus+-Charta für die Freiwilligenarbeit niedergelegten Grundsätze von Erasmus+.

Grad der Eignung des Vorschlags, um

  • junge Menschen mit geringeren Chancen, inklusive Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten, zu erreichen,
  • kulturelle Diversität, den interkulturellen und religiösen Dialog, gemeinsame Werte und Freiheit zu fördern, Toleranz und Achtung vor Menschenrechten zu entwickeln sowie Medienkompetenzen, kritisches Denken und den unternehmerischen Sinn junger Menschen zu erhöhen.

Grad der Eignung des Vorschlags, um

  • die Teilnehmer zu hochwertigen Lernergebnissen zu führen,
  • die Kapazitäten und den internationalen Rahmen der teilnehmenden Organisationen zu stärken.
  • In Fällen mit Beteiligung assoziierter Partner: Einbeziehung der assoziierten Partner in relevante Aufgaben.

Das Ausmaß, in dem neue Teilnehmer in die Aktion einbezogen werden.

Qualität der Projektkonzeption und ‑durchführung

(maximal 40 Punkte)

 

 

  • Angemessene Erfahrung der Organisation, damit die Projektziele erreicht werden können,
  • Übereinstimmung zwischen den Projektzielen und den vorgeschlagenen Aktivitäten,
  • Klarheit, Vollständigkeit und Qualität sämtlicher Phasen des vorgeschlagenen Projekts (Vorbereitung, Durchführung und weitere Verfolgung der Mobilitätsaktivitäten),
  • Qualität der praktischen Regelungen, des Managements und der Unterstützungsangebote,
  • Qualität der Teilnehmervorbereitung,
  • Qualität der vorgeschlagenen nichtformalen Methoden der Teilnahme,
  • Ausmaß, in dem die Teilnehmer auf allen Projektebenen aktiv beteiligt sind.
  • Eignung der Maßnahmen zur Auswahl und/oder Einbeziehung von Teilnehmern in die Mobilitätsaktivitäten;
  • Qualität der Regelungen zur Anerkennung und Validierung der Lernergebnisse der Teilnehmer sowie konsistenter Einsatz der europäischen Transparenz- und Anerkennungsinstrumente,
  • Bei Aktivitäten unter Beteiligung von benachbarten Partnerländern: quantitativ ausgewogene Beteiligung von Freiwilligen aus Programm- und Partnerländern;
  • Qualität der Auswahl, Zusammenarbeit und Kommunikation mit Projektpartnern.

Wirkung und Verbreitung

(maximal 30 Punkte)

 

  • Qualität der Maßnahmen zur Bewertung der Projektergebnisse.
  • Mögliche Wirkung des Projekts:
  • auf Teilnehmer und teilnehmende Organisationen während der Dauer eines Projekts und nach dem Projekt,
  • über die unmittelbar an einem Projekt teilnehmenden Organisationen und Personen hinaus auf lokaler, regionaler, nationaler und/oder europäischer Ebene,
  • Eignung und Qualität von Maßnahmen zur Verbreitung der Projektergebnisse innerhalb der teilnehmenden Organisationen und darüber hinaus.

 

Projekte können nur dann gefördert werden, wenn sie mindestens 60 Punkte erzielen. Außerdem muss jeweils mindestens die Hälfte der Höchstpunktzahl für die oben genannten Gewährungskriterien erreicht werden (d. h. mindestens 17,5 Punkte in den Kategorien „Relevanz des Projekts“ und „Wirkung und Verbreitung“ und 15 Punkte für das Kriterium „Qualität der Projektkonzeption und -durchführung“).

 

Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten

Online-Sprachhilfe

Junge Menschen, die einen Freiwilligendienst von mindestens zwei Monaten leisten, können Unterstützung zur sprachlichen Vorbereitung erhalten. Während des Programmzeitraums wird schrittweise ein Online-Dienst zur sprachlichen Unterstützung eingeführt. Bei Bedarf gewährt die Europäische Kommission förderfähigen Teilnehmern Zugang zu diesem Dienst, damit sie ihre Fremdsprachenkenntnisse überprüfen können und damit ihnen bei Bedarf vor und/oder während der Mobilitätsphase ein geeigneter Sprachkurs angeboten werden kann (siehe auch Anhang I dieses Leitfadens).

 

Teilnehmer an Mobilitätsaktivitäten

Antragssteller von Mobilitätsprojekten können unter dem Haushaltsposten „außergewöhnliche Kosten“ finanzielle Unterstützung für Reisekosten von Teilnehmern bis in Höhe von 80 % der gesamten förderfähigen Kosten in Anspruch nehmen. Siehe „Welche Regeln bestehen für die Finanzierung von Aktivitäten?"). Diese Kosten werden anerkannt, sofern der Antragsteller nachweisen kann, dass die Standard-Finanzierungsregelung (basierend auf dem Zuschuss pro Einheit für das betreffende Entfernungs-/Distanzband) nicht mindestens 70 % der Reisekosten der Teilnehmer abdeckt.

 

Weitere Hinweise

Weitere obligatorische Kriterien sowie ergänzende hilfreiche Informationen im Zusammenhang mit dieser Aktion sind dem Anhang I dieses Leitfadens zu entnehmen. Interessierten Organisationen wird empfohlen, die Erläuterungen zu den betreffenden Abschnitten in diesem Anhang sorgfältig zu lesen, bevor sie Finanzhilfen beantragen.

 

Welche Regeln bestehen für die Finanzierung von Aktivitäten?

Grundlage für die Aufstellung des Budgets (in EUR) sind die folgenden Regelungen:

 

A) Freiwilligenprojekte

Förderfähige Kosten

Finanzierungsmechanismus

Betrag

Zuweisungsregel

Reisekosten

Zuschuss zu den Kosten, die den Teilnehmern einschließlich der Begleitpersonen für die Reise von ihrem Herkunftsort zum Ort der jeweiligen Aktivität und zurück entstehen

Zusätzlich gegebenenfalls Reisekosten im Zusammenhang mit einem vorbereitenden Planungsbesuch.

Zuschüsse je Einheit

Entfernungen zwischen 10 und 99 km:

20 EUR/Teilnehmer

Je nach Entfernung und pro Teilnehmer. Die Entfernungen werden mit dem Entfernungsrechner der Kommission ermittelt10. Der Antragsteller muss die Entfernung der einfachen Strecke angeben, um die Höhe des EU-Zuschusses für die Hin- und Rückreise zu berechnen.11.

 

Entfernungen zwischen 100 und 499 km:

180 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 500 und 1999 km:

275 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 2000 und 2999 km:

360 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 3000 und 3999 km:

530 EUR/Teilnehmer

Entfernungen zwischen 4000 und 7999 km:

820 EUR/Teilnehmer

Entfernungen von 8000 km und mehr:

1500 EUR/Teilnehmer

Organisatorische Unterstützung

Direkt mit der Durchführung der Mobilitätsaktivitäten verbundenen Kosten

Zuschüsse je Einheit

A5.3 pro Tag und Teilnehmer12.

Auf der Grundlage der Aufenthaltsdauer pro Teilnehmer (gegebenenfalls einschließlich eines Reisetags vor der Aktivität und eines Reisetags im Anschluss an die Aktivität).

Individuelle Unterstützung „Taschengeld“ für zusätzliche persönliche Ausgaben des Freiwilligen. Zuschüsse je Einheit A5.4 pro Tag und Teilnehmer Auf der Grundlage der Aufenthaltsdauer pro Teilnehmer (gegebenenfalls einschließlich eines Reisetags vor der Aktivität und eines Reisetags im Anschluss an die Aktivität)
Unterstützung zur sprachlichen Vorbereitung Kosten in Verbindung mit Angeboten an die Teilnehmer (vor der Abreise bzw. während einer Mobilitätsphase) zur Verbesserung der Kenntnisse in der Sprache, die sie während der Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen ihres Freiwilligendienstes verwenden. Zuschüsse je Einheit Nur für Aktivitäten mit einer Dauer von 2-12 Monaten:
150 EUR/Teilnehmer (für Teilnehmer, die Unterstützung zur sprachlichen Vorbereitung benötigen)
Voraussetzung: die Antragsteller müssen die Unterstützung für die Unterrichtssprache der jeweiligen Aktivität beantragen; maßgeblich sind dabei die Bedürfnisse der Teilnehmer im Hinblick auf Sprachen, die vom Erasmus+ Onlinetool zur Sprachunterstützung (OLS) nicht abgedeckt werden.

Unterstützung bei besonderem Bedarf

Aufenthaltskosten von Begleitpersonen und Reisekosten sofern gerechtfertigt und sofern für diese Teilnehmer keine Finanzhilfe in der Kategorie „Reisekosten“ beantragt wird. Zusätzliche Kosten, die unmittelbar mit Aufwendungen für Teilnehmende mit Behinderung im Zusammenhang stehen (einschließlich Aufenthalts- und Reisekosten sofern gerechtfertigt und sofern für diese Teilnehmer keine Finanzhilfe in den Kategorien „Reisekosten“ und „organisatorische Unterstützung“ beantragt wird).

Tatsächliche Kosten

100 % der förderfähigen Kosten

Voraussetzung: Der Antrag auf finanzielle Förderung zur Deckung der Unterstützung aufgrund besonderer Bedürfnisse und der Sonderkosten muss auf dem Antragsformular begründet werden.

Außergewöhnliche Kosten

Gebühren und sonstige Kosten in Verbindung mit der Erteilung von Visa, Aufenthaltsgenehmigungen, Impfungen, ärztliche Bescheinigungen.

Kosten, um die Teilnahme junger Menschen mit geringeren Chancen zu gleichen Bedingungen wie für andere junge Menschen zu ermöglichen, einschließlich besonderer Vorbereitungen und besonderer Betreuung (außer Reisekosten und organisatorischer Unterstützung für Teilnehmer und Begleitpersonen).

Kosten in Verbindung mit der Unterbringung und Verpflegung von Teilnehmern während eines vorbereitenden Planungsbesuchs. 
Kosten für die Bereitstellung von Finanzsicherheiten, falls die Nationale Agentur solche anfordert.

Hohe Reisekosten von Teilnehmern (Einzelheiten sind dem Abschnitt „Was Sie sonst noch über diese Aktion wissen sollten“ zu entnehmen.).

Tatsächliche Kosten

Kosten für Finanzsicherheiten: 75 % der förderfähigen Kosten

Hohe Reisekosten: höchstens 80 % der förderfähigen Kosten

Sonstige Aufwendungen: 100 % der förderfähigen Kosten

 

Kosten ergänzender Aktivitäten

Direkt mit der Durchführung der ergänzenden Projektaktivitäten verbundene Kosten.

Indirekte Kosten:
zur Deckung indirekter Kosten kann ein Pauschalbetrag in Höhe von maximal 7 % der förderfähigen Direktkosten ergänzender Aktivitäten gewährt werden, die Bestandteil der allgemeinen Verwaltungskosten des Begünstigten sind und den ergänzenden Aktivitäten zugeordnet werden können (z. B. Strom- oder Internetkosten, Mieten oder Pacht oder ständige Personalkosten)

Tatsächliche Kosten höchstens bis zu 80 % der förderfähigen Kosten Voraussetzung: der Antrag auf finanzielle Förderung muss auf dem Antragsformular in Bezug auf die geplanten Aktivitäten begründet werden.

 

B) Organisatorische Unterstützung

Die Höhe der Beträge richtet sich nach dem Land der Mobilitätsaktivität. Bei Projekten von regionalen oder nationalen öffentlichen Stellen, Regionalverbänden, Europäischen Verbünden für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), und kommerziellen Einrichtungen, die sich dem Grundsatz der sozialen Verantwortung in Unternehmen verpflichtet haben, werden die im Folgenden genannten Beträge um 50 % reduziert.

 

 

Freiwilligenaktivitäten

(EUR/Tag)

 

 

 

A5.3

Belgien

26

Bulgarien

17

Tschechische Republik

17

Dänemark

26

Deutschland

23

Estland

18

Irland

26

Griechenland

21

Spanien

18

Frankreich

20

Kroatien

19

Italien

21

Zypern

21

Lettland

19

Litauen

18

Luxemburg

26

Ungarn

17

Malta

22

Niederlande

26

Österreich

23

Polen

18

Portugal

20

Rumänien

17

Slowenien

20

Slowakei

19

Finnland

26

Schweden

26

Vereinigtes Königreich

26

Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

15

Island

21

Liechtenstein

24

Norwegen

26

Türkei

17

Partnerländer

15

 

C) Individuelle Unterstützung

Die Höhe der Beträge richtet sich nach dem Land der Mobilitätsaktivität.

 

 

Freiwilligenaktivitäten

(EUR/Tag)

 

 

A5.4

Belgien

4

Bulgarien

4

Tschechische Republik

5

Dänemark

6

Deutschland

5

Estland

4

Irland

6

Griechenland

5

Spanien

5

Frankreich

6

Kroatien

5

Italien

5

Zypern

5

Lettland

4

Litauen

4

Luxemburg

5

Ungarn

5

Malta

5

Niederlande

5

Österreich

5

Polen

4

Portugal

5

Rumänien

3

Slowenien

4

Slowakei

5

Finnland

5

Schweden

5

Vereinigtes Königreich

6

Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

3

Island

6

Liechtenstein

6

Norwegen

6

Türkei

4

Partnerländer

3

 

  • 1.  http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=COM:2016:942:FIN
  • 2. Detaillierte Informationen dazu finden sich im Dokument „Training and Evaluation Cycle Guidelines and minimum quality standards for Erasmus+ volunteering activities": http://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/sites/erasmusplus/files/library//evs-training-evaluation-guidelines_en.pdf
  • 3. In diesem Zusammenhang werden regionale oder nationale öffentliche Stellen als öffentliche Stellen betrachtet, die 1) Dienstleistungen bereitstellen oder über einen Zuständigkeitsbereich verfügen, mit dem das gesamte nationale oder regionale Hoheitsgebiet abgedeckt wird und b) insofern, als keine andere Stellen dieselben Funktionen im Land oder der Region ausüben, über ein Monopol verfügen (typische Beispiele: Ministerien, staatliche Stellen, regionale öffentliche Stellen usw.). In diesem Sinne sind Schulen, Universitäten oder andere Stellen von dieser Kategorie ausgeschlossen und gelten als öffentliche lokale Stellen, auch dann, wenn sie nach Maßgabe der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften eingerichtet wurden.
  • 4. Ab 60 Tagen ohne Reisezeit
  • 5. Bis 59 Tage ohne Reisezeit.
  • 6. Zwischen EU-Mitgliedstaaten geleistete Freiwilligendienste werden durch das Programm des Europäischen Solidaritätskorps finanziert.
  • 7. Beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:
    - untere Altersgrenze: Die Teilnehmer müssen bei Beginn der Tätigkeit das Mindestalter erreicht haben.
    - obere Altersgrenze: Die Teilnehmer dürfen bei Ablauf der Antragsfrist das angegebene Höchstalter nicht überschritten haben.
  • 8. https://europa.eu/youth/solidarity_en
  • 9. Weitere Informationen über die Online-Datenbank des Europäischen Solidaritätskorps findet sich in Anhang I „Mobilitätsprojekte für junge Menschen und Fachkräfte der Jugendarbeit – Teilnahmebedingungen für Freiwillige – Auswahl
  • 10. (https://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/resources/distance-calculator_de)
  • 11. Beispiel: Wenn jemand aus Madrid (Spanien) an einer Aktivität in Rom (Italien) teilnimmt, führt der Antragsteller folgende Schritte durch: a) Berechnung der Entfernung zwischen Madrid und Rom (1365,28 km); b) Auswahl der entsprechenden Entfernungsspanne (d. h. zwischen 500 und 1999 km) und c) Berechnung der EU-Finanzhilfe, die einen Beitrag zu den Reisekosten des Teilnehmers aus Madrid nach Rom und zurück darstellt (275 EUR).
  • 12. Unter Einschluss von Begleitpersonen für Freiwillige mit geringeren Chancen.

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