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Roaming - EU will mehr Angebot und niedrigere Preise - 06/07/2011

Hand hält Mobiltelefon © EU

Bisher ist es sündhaft teuer, im Ausland mit dem Handy im Internet zu surfen - das könnte sich bald ändern, denn mit neuen Regeln will die Kommission den Markt stärker dem Wettbewerb öffnen.

Mit neuen Regeln English für europäische Mobilfunkbetreiber sollen die Roamingkosten erheblich gesenkt werden.

Dadurch könnte die EU ihrem Ziel eines nahtlosen Kommunikationsmarkts ein Stück näher kommen, das sie sich in ihrer digitalen Agenda für 2015 gesteckt hat. Derzeit bestehen große Unterschiede bei den Tarifen für die Handynutzung im Ausland gegenüber der im Inland.

Der Vorschlag setzt an der richtigen Stelle an: Es gibt zu wenig Wettbewerb, wodurch die Roamingpreise künstlich hoch bleiben. Würde der Markt für mehr Betreiber geöffnet, gäbe es auch ein größeres Angebot - sehr zum Nutzen der Verbraucher.

Auch die Preise für Datenroaming würden auf diese Weise sinken: "Die Betreiber streichen hier im Moment unverschämte Gewinne ein", so die für die Digitalpolitik zuständige Kommissarin Neelie Kroes.

Nach den neuen Vorschriften wären die Preise reguliert, die inländische Betreiber ihren Wettbewerbern für den Zugang zu ihren Netzen in Rechnung stellen dürfen.

Die Verbraucher hätten dann auch die Möglichkeit, von ihrem inländischen Anbieter zu einem anderen Roaming-Anbieter zu wechseln. Dieser Wechsel wäre automatisch, d. h. ohne Änderung der Handynummer oder der SIM-Karte.

Preisobergrenze für Datenroaming

Einfacherer Zugang und größere Auswahl sollen für mehr Wettbewerb und niedrigere Preise sorgen - das geht allerdings nicht von heute auf morgen.

Bis es soweit ist, würden für Datenroaming Preisobergrenzen eingeführt: höchstens 90 Cent pro Megabyte (MB) ab Juli 2012 und 50 Cent ab Juli 2014.

Im Jahr 2010 mussten die Verbraucher im Durchschnitt 1,06 Euro für jedes im Ausland mit ihrem Handy heruntergeladene Megabyte bezahlen. In einigen Fällen wurden sogar bis zu 12 Euro pro MB berechnet.

Die Preisobergrenze für Datenroaming ergänzt die bereits bestehenden Höchstgrenzen für Anrufe und Textnachrichten - 35 Cent pro Minute für abgehende Anrufe und 11 Cent für eingehende Anrufe. Diese Grenzen gelten noch bis Juni 2012 und würden nach den neuen Regeln bis Mitte 2016 verlängert.

Die Verbraucher sind auch weiterhin vor bösen Überraschungen bei Erhalt ihrer Handyrechnung geschützt: Für Datenroaming im Ausland bleibt die Höchstgrenze bei 50 Euro. Über diesen Betrag hinaus können Handynutzer nur dann im Internet surfen, wenn sie dies vorher ausdrücklich festgelegt haben.

Die derzeitige Preisobergrenze auf der Großkundenebene - d. h. die Kosten, die Anbieter ihren Wettbewerbern für die Nutzung ihrer Netze berechnen - bleibt bis 2022 gültig.

Die Kommission geht davon aus, dass die neuen Regeln innovative grenzübergreifende Angebote nach sich ziehen und damit auch Preise, die deutlich unter den vereinbarten Schutzobergrenzen liegen.

Nächste Schritte

Der Vorschlag wird als Nächstes dem Europäischen Parlament und den Regierungen zur Erörterung vorgelegt.

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