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Paradiese mit Zukunft - 23/10/2008

Palmen im Sonnenuntergang am Strand © Reporters

Europas Regionen in äußerster Randlage bergen ein Potenzial für Umwelt- und pharmazeutische Forschung.

Réunion, Martinique, Madeira ... bei diesen Namen denkt man an Palmen, einsame Strände und sonnenbeschienene Meereswellen – nicht jedoch an die Europäische Union.

Und doch sind diese drei Inseln schon lange ein Teil von Europa, genau wie vier andere, ferne Reiseziele, die zu den Regionen in äußerster Randlage der EU gehören – Französisch-Guayana, Guadeloupe, die Azoren und die Kanarischen Inseln.

Mit Ausnahme von Französisch-Guayana, einem Land an der Nordküste Südamerikas, handelt es sich bei all diesen Regionen um Inseln oder Inselgruppen. Die Kanarischen Inseln gehören zu Spanien, die Azoren und Madeira sind ein Teil Portugals, die vier anderen Regionen sind französische „Départements“. Tee, Wein, Rum, Obst, Blumen und Zierpflanzen gehören zu den traditionellen Erzeugnissen dieser Regionen.

Handelt es sich also um sieben kleine Paradiese? Nicht ganz – die Regionen in äußerster Randlage haben mit enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen: geringe Größe, Abgelegenheit sowie schwierige Lage und tropisches Klima. Die ungefähr vier Millionen Einwohner dieser Regionen leben vor allem von Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus.

Unter Berücksichtigung dieser Umstände hat die EU ihre Regionalpolitik so gestaltet, dass sie den besonderen Bedürfnissen der abgelegenen Regionen entgegenkommt. Früher ging es vor allem darum, den Zugang, die Wettbewerbsfähigkeit und die regionale Einbindung zu verbessern. Jetzt möchte die Kommission einen Schritt weiter gehen und Entwicklungen fördern, die nicht nur den Regionen selbst, sondern der gesamten EU zugute kommen. Es geht darum, die Regionen interessanter zu machen und scheinbar widrige Umstände in Pluspunkte zu verwandeln.

Aufgrund ihrer geografischen und geomorphologischen Merkmale bieten sie sich hervorragend für Versuche in verschiedenen Bereichen an, zum Beispiel Klimawandel. Die biologische Vielfalt und die außergewöhnlichen Meeresökosysteme dieser Regionen ermöglichen Innovationen in den Gebieten Pharmazeutik und Landwirtschaft.

Die EU beabsichtigt, von 2007 bis 2013 rund 7,8 Milliarden Euro für diese Regionen bereitzustellen. In zahlreichen EU-finanzierten Projekten hat sich bereits gezeigt, welchen Gewinn sie für Europa darstellen. Dazu gehören ein „multifunktionales Elektrizitätswerk“ für die Stromerzeugung auf Madeira und ein Projekt für mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung auf Réunion.

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