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Ärmere Regionen holen auf - 18/06/2008

Ein Forscher am Ressourcenzentrum für Umwelttechnologie in Luxemburg

Durch die Expansion schnell wachsender Wirtschaftszweige werden Einkommens- und Beschäftigungsunterschiede kleiner.

Will die EU in der globalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben, muss sie mehr in Forschung und Entwicklung sowie in Hochschulbildung investieren – so das Fazit eines Kommissionsberichts über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt, der am 18. Juni veröffentlicht wurde.

Die Kommission teilte auch die Ergebnisse einer öffentlichen Konsultation zu ihrer Kohäsionspolitik mit, die belegen, dass die ehrgeizigen Pläne für den Zeitraum nach 2013 auf große Zustimmung stoßen. Konsens besteht vor allem darin, dass sich die Politik auf die Bereiche Innovation, Bildung und Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen sowie auf Infrastrukturen und den Kampf gegen den Klimawandel konzentrieren sollte.

Weniger als ein Viertel der EU-Einwohner in der Altersgruppe von 25 bis 64 Jahren sind „hochqualifiziert“. Da viele von ihnen in Städten oder in deren Umgebung wohnen, ist die Einstellung von sogenannten „Wissensarbeitern“ in weniger entwickelten Regionen eine echte Herausforderung. Jedoch sind qualifizierte Arbeitskräfte für das Wirtschaftswachstum von entscheidender Bedeutung. Besonders hohe Nachfrage besteht nach Absolventen wissenschaftlicher und technischer Fächer in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Hightech-Fertigung. Die EU investiert nur 1,2 %  ihres BIP in Hochschulbildung – und damit weniger als halb so viel wie die USA mit 2,9 %.

Auch bei ihren Investitionen in Forschung und Entwicklung liegt die EU weit hinter den USA zurück, so der Bericht. Um Innovationen zu fördern und die Produktivität zu steigern, werden umfangreiche Investitionen in diesen Bereichen gefordert.

Aber es besteht Hoffnung für die weniger entwickelten Regionen: Viele von ihnen erleben einen Aufschwung durch die schnell wachsenden Wirtschaftszweige Finanz- und Unternehmensdienstleistungen, Handel, Verkehr und Kommunikation sowie Baugewerbe. Dies könnte ihnen helfen, Anschluss an die wohlhabenderen Regionen zu finden.

Der Bereich der Hightech-Fertigung ist der Wirtschaftszweig, in dem die EU nach wie vor über einen weltweiten Vorsprung verfügt. Er umfasst die Fertigung von elektrischen, optischen und medizinischen Geräten, Luft- und Raumfahrzeugen sowie Arzneimitteln.

Aufgrund des schnellen Wirtschaftswachstums in den ärmsten Regionen sind die Einkommens- und Beschäftigungsunterschiede in der EU in den letzten Jahren kleiner geworden. Zwischen 2000 und 2005 ist das Pro-Kopf-BIP in diesen Regionen um 50 % schneller gewachsen als in den übrigen Regionen der EU. Die Arbeitslosenquote ist im selben Zeitraum um drei Prozentpunkte gesunken. Doch sind diese Regionen nach wie vor von großen wirtschaftlichen Veränderungen betroffen, da Arbeitsplätze aus dem Landwirtschafts- in den Dienstleistungssektor verlagert werden. Die gemeinsame Entwicklung ihrer 27 Länder ist eines der obersten Ziele der EU. Dafür stehen im Rahmen der Kohäsionspolitik von 2007 bis 2013 fast 36 % des EU-Haushalts und damit 347 Milliarden Euro zur Verfügung.

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