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EU geht verstärkt gegen Menschenhandel vor - 19/06/2012

Die EU-Länder sollen enger zusammenarbeiten, um die Opfer besser schützen und die Täter wirksamer verfolgen zu können. Die Kommission hat entsprechende Vorschläge vorgelegt.

Agnès Englishfrançais kam als Waise von der Elfenbeinküste. Man hatte ihr eine Ausbildung versprochen. Stattdessen wurde sie gezwungen, als Hausangestellte zu arbeiten, und zwar ohne Bezahlung. Teodora Englishfrançais aus Rumänien wurde gezwungen, in Belgien als Prostituierte zu arbeiten.

Zwei Schicksale, die stellvertretend für Hunderttausende von Erwachsenen und Kindern stehen, die in der EU wie Sklaven ausgebeutet werden – als Prostituierte, Bettler, Arbeitskräfte, Hausdiener oder in anderen schlecht bis gar nicht bezahlten Jobs.

In einer Umfrage English sprachen sich die Europäerinnen und Europäer fast einstimmig (93 %) dafür aus, dass die EU-Länder enger zusammenarbeiten müssen, um den Menschenhandel zu beseitigen. Die Kommission hat daraufhin Schwerpunktmaßnahmen vorgeschlagen, die die Regierungen der EU-Länder in den nächsten fünf Jahren gemeinsam ergreifen können, um Opfern zu helfen und die Strafverfolgung der Täter wirksamer zu gestalten:

  • Unterstützung der Opfer, insbesondere der Kinder – Entwicklung eines grenzübergreifenden Ansatzes, so dass sich die EU-Länder gegenseitig bei der Erkennung und dem Schutz der Opfer helfen können; Bereitstellung leicht verständlicher Informationen für die Opfer zu ihren Rechten in der EU;
  • mehr Vorsorge, weniger Nachfrage – Förderung der Forschung zum besseren Verständnis der wirtschaftlichen Hintergründe des Menschenhandels und zur Ermittlung von Lösungen; Einrichtung einer europäischen Unternehmenskoalition zur Bekämpfung des Menschenhandels;
  • Ermittlung und Verfolgung der Täter – Einrichtung von Spezialeinheiten in den EU-Ländern, die verstärkt mit EU-Agenturen wie Europol English zusammenarbeiten sollen;
  • mehr Koordinierung und Zusammenarbeit – innerhalb der EU, mit internationalen Organisationen und Nicht-EU-Ländern, Schaffung EU-weiter Netzwerke für NRO und andere Akteure, die sich in der EU und weltweit für den Schutz der Opfer einsetzen;
  • wirksame Reaktion auf neue Trends – Entwicklung eines EU-weiten Systems für den Austausch von Informationen sowie Förderung von Forschungsprojekten, die sich mit Internet und sozialen Netzwerken befassen, da diese für die Anwerbung von Opfern genutzt werden.

Nächste Schritte

Die neuen Vorschläge werden dem Europäischen Parlament und den Regierungen der EU-Länder vorgelegt. Sie ergänzen die im Jahr 2011 angenommene EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer . Die EU-Länder müssen die Richtlinie bis April 2013 in nationales Recht umsetzen.

Die Kommission wird alle zwei Jahre – erstmals 2014 – über die Fortschritte der EU-Länder bei der Bekämpfung des Menschenhandels berichten.

Mehr zu den EU-Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels English

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