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Cyberkriminalität bekämpfen - 28/03/2012

Computerbildschirm © EU

Neues EU-Zentrum soll vor aufkommenden Gefahren warnen und bei der Ermittlung von Cyberkriminellen helfen.

Jeden Tag werden weltweit schätzungsweise eine Million Menschen Opfer von Cyberstraftaten. Die Täter sind unsichtbar und werden oft nicht gefasst.

Die EU will deshalb ein Europäisches Zentrum zur Cyberkriminalität English einrichten, das die EU-Länder vor wichtigen Gefahren warnen und sie auf Mängel ihres Online-Schutzes hinweisen soll. Es soll außerdem organisierte Netze von Cyberstraftätern und groß angelegte Onlinedelikte aufdecken sowie Unterstützung bei Untersuchungen bieten.

Das Zentrum soll Informationen aus offenen Quellen, aus der Privatwirtschaft, von Polizeidiensten und aus akademischen Kreisen zusammentragen, um Ermittlern, Richtern und Staatsanwälten zu helfen.

Cyberkriminalität kann uns alle betreffen:

  • Identitätsdiebstahl im Internet
  • Computerbetrug
  • Betrug mit gestohlenen Kreditkarten
  • sexuelle Ausbeutung von Kindern
  • Einbruch in Web-Konten
  • Cyberangriffe auf öffentliche oder private IT-Systeme

Diese Kriminalität im Online-Bereich nimmt zu. Jeden Tag werden aufgrund verschiedener Hackerversuche bis zu 600 000 Facebook-Konten gesperrt. Allein in Belgien stieg der Internetbetrug von gut 4000 Fällen im Jahr 2008 auf über 7000 Fälle im Jahr 2010. Von 2008 bis 2009 stieg im Vereinigten Königreich die Anzahl der Online-Einbrüche in Bankkonten um 207 % an.

Ein kompromissloses Vorgehen gegen Cyberkriminalität soll das Vertrauen in elektronische Bankgeschäfte und Online-Buchungen stärken helfen und kann außerdem viele Millionen Euro sparen: In einer Studie aus dem Jahr 2011 wurden die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität auf 85 bis 291 Milliarden Euro geschätzt.

Leider werden jedoch zurzeit nur wenige der Cyberstraftäter gefasst.

Das europaweit operierende Zentrum würde es ermöglichen, dass andere EU-Länder rasch vor Gefahren gewarnt werden können. Wenn z. B. aus Litauen gemeldet wird, dass in einer bestimmten Form illegal auf ein Bankkonto zugegriffen wurde, könnte umgehend eine Verbindung zu ähnlichen Vorfällen von Griechenland bis Irland hergestellt werden, und das Zentrum könnte unverzüglich alle EU-Länder vor Straftaten ähnlicher Art warnen.

Das Zentrum könnte außerdem technische und forensische Fragen von Ermittlern, Staatsanwälten und Richtern beantworten.

Es soll im Europäischen Polizeiamt – Europol English in Den Haag eingerichtet werden. Europol muss den Vorschlag jedoch zunächst annehmen.

Informationen über die Cyberkriminalität in der EU English

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